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Jahresrückblick-Interview

«2020 hatte ich nur einen einzigen Auftritt»

Als Sekundarlehrer steht er im Schulzimmer, als Zauberkünstler auf der Bühne: Dean Mazenauer alias Magic Dean aus Flawil. Der 45-Jährige über ein Jahr mit Corona und wenig Bühnenprogramm.

Nadine Linder am 03. Januar 2021

«Corona» war das dominierende Thema im vergangenen Jahr. Auf was können Sie in diesem Zusammenhang im positiven Sinne zurückblicken?

Ich hatte viele Absagen… Das war fürs Business natürlich schlecht, aber es hat viel freie Zeit und Zeit für die Familie eingebracht. Und einige Termine… denen trauere ich überhaupt nicht nach. Man merkt erst so, wie viele Termine eigentlich gar nicht nötig wären. Ich bin ohne sie ganz gut ausgekommen.

Womit hatten Sie im Zusammenhang mit «Corona» am meisten zu kämpfen? Was hat Sie bedrückt?

Zum einen das ständige Maskentragen in der zweiten Welle. In der ersten Welle der Lockdown. Ich bin zwar Familienvater und wir hatte einander, waren also nicht allein. Aber es war dann mit der Zeit auch mal etwas viel Familie. Zu jeder Zeit wollte jemand etwas von mir. Und die Entscheiderei, was ich den Kindern, insbesondere den Teenager erlauben sollte oder wollte, das war schwierig.

Bleiben wir beim Positiven: Was wird Ihnen rückblickend auf das Jahr 2020 in sehr guter Erinnerung bleiben? Gab es allenfalls einen entscheidenden Meilenstein in Ihrem Berufs- oder Privatleben?

Als Zauberkünstler hab ich im 2020 nur einen einzigen Auftritt gehabt. Und dafür war ich enorm nervös… Dies hat mir gezeigt, dass die Übung wichtig ist und dass ich mich an dem freuen darf, was ich hab. Es wäre recht einfach, auf das zu fokussieren, was nicht ist – also viel zu wenig Auftritte und damit auch kaum Einnahmen (nur Ausgaben). Aber den Blick auf das richten, was wir haben, ist eh eine gesegnete Tugend.

Dean Mazenauer

Welche drei Persönlichkeiten haben für Sie das Jahr 2020 positiv geprägt?

Also ein Lob dem Bundesrat, allen voran Alain Berset. Ich habe noch nie so viele Communiques des Bundesrates gehört und bin dadurch politisch um einiges gebildeter also zuvor. Auch die Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat ein Lob verdient.

Woran denken Sie umgehend, wenn Sie sich mit der «Planung» des Jahres 2021 befassen?

Ich denke «Nichts ist planbar» und dann auch «Wir nehmen es, wie’s kommt» oder «Das Beste draus machen». Ich befinde mich ja in der glücklichen Lage, dass ich nicht von der Zauberkunst lebe. Wenn ich auftreten kann, dann schön, wenn nicht, dann ist es auch gut – bin ich öfters zuhause bei Frau und Kindern.

Gibt es darüber hinaus etwas, was Sie nächstes Jahr unbedingt in Angriff nehmen möchten?

Ach – einiges im privaten Bereich… Beruflich passt es so, wie es ist.

Abschliessend zwei entweder/oder-Fragen. Das Jahr 2021 mit klaren Vorsätzen starten oder alles auf sich zukommen lassen?

Das mit den Vorsätzen ist meist keine gute Idee, und doch will ich «Dankbar sein für das, was ich habe und tun darf».

Die Sommerferien 2021 wenn möglich im Ausland verbringen oder hier in der Schweiz?

Also wir haben eine Idee, die führt ins Ausland. Da sind wir solange optimistisch, wie es realistisch ist…

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Nadine Linder

Nadine Linder ist Redaktorin von «Die Ostschweiz».

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