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Wettbewerbssieger steht fest

Appenzeller Alpenbitter AG plant Betriebserweiterung

Die Spirituosenherstellerin Appenzeller Alpenbitter AG projektiert eine Erweiterung der Betriebsgebäude in Appenzell. Das Familienunternehmen hat fünf Architekturbüros zu einem anonymen Projektwettbewerb eingeladen, der Sieger steht fest.

Die Ostschweiz am 01. September 2020

Man habe beim Wettbewerb besonderen Wert auf die Einbettung ins Ortsbild gelegt, heisst es in einer Mitteilung. Das Siegerprojekt des Büros Lukas Imhof Architektur GmbH aus Zürich wird nun weiterentwickelt.

Der Unternehmensstandort an der Weissbadstrasse 27 in Appenzell ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Denn jährlich besichtigen rund 25'000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland die Produktionsstätte des beliebtesten Bitters der Schweiz. Die hohen Besucherzahlen in den Produktions- und Degustationshallen sowie im Shop gehören zu den Gründen für die geplante Betriebserweiterung der Appenzeller Alpenbitter AG. Vor dem Haupteingang kreuzen sich die Wege von Besuchern, Lastwagen und Anwohnern, nun sollen diese Verkehrsströme entflechtet werden.

Unternehmen braucht mehr Platz

Geplant ist ein Erweiterungsbau auf der Ostseite, zwischen den bestehenden Produktionshallen und dem als Kulturobjekt geschützten Viadukt der Appenzeller Bahnen. Von dieser Seite ist eine neue Zufahrt für die Logistik geplant, direkt zum geplanten Erweiterungsbau. Dieser ist nötig, weil die heutigen Flächen für Lager, Warenannahme und Auslieferung nicht mehr ausreichen. Die Erweiterung macht es möglich, externe Aussenlager aufzulösen und Logistikprozesse zu optimieren. «Wir stehen noch ganz am Anfang des Projekts», sagt Beat Kölbener, Verwaltungsratspräsident der Appenzeller Alpenbitter AG. Das Familienunternehmen lud drei Architekturbüros aus Appenzell sowie zwei weitere zu einem anonymen Projektwettbewerb ein. Das Beurteilungsgremium hat sich nun für das Projekt des Zürcher Büros Lukas Imhof Architektur GmbH entschieden.

Jury: «Holzbau fügt sich ins Ortsbild ein»

Kernstück des Projekts ist eine Halle mit Satteldach, verbunden mit den bestehenden Bauten, die zum Teil aufgestockt werden. Dank abgestufter Dächer sei die Erweiterung mehr als nur ein einfacher Industriebau, erklärt Jean-Brice de Bary von der Lukas Imhof Architektur GmbH: «Es ist ein Weiterstricken der bestehenden Gebäude und eine wiedererkennbare Silhouette.» Die Halle ist eine Holzkonstruktion, die Fassade aus grossen Holzschindeln sorgt für ein ortstypisches Erscheinungsbild. Ein solches war im Wettbewerb gewünscht und das Siegerprojekt erfülle diese Vorgabe optimal, erklärt Architekt Paul Knill, Vorsitzender des Beurteilungsgremiums und Präsident der kantonalen Fachkommission Heimatschutz: «Das Projekt stellt einen Bezug zu den traditionellen geschindelten Häusern her und fügt sich harmonisch ins Ortsbild ein.»

Fokus auf Nachhaltigkeit

Ein weiterer Pluspunkt ist laut Verwaltungsratspräsident und Jurymitglied Beat Kölbener, dass die Halle ohne Stützen geplant ist und deshalb eine flexible Einrichtung und Nutzung zulässt. «Die Erweiterung ist darauf ausgelegt, Generationen zu überdauern», sagt Beat Kölbener. «Das Projekt erfüllt die hohen Anforderungen, die wir bezüglich Nachhaltigkeit stellen.» So sei die Materialverwendung umweltfreundlich, die Nutzung des Bodens optimal und die Integration der bestehenden Photovoltaikanlage, der zweitgrössten im Kanton, gewährleistet.

Gemeinsam mit der Lukas Imhof Architektur GmbH wird das Projekt nun weiterentwickelt und konkretisiert. Der Baubeginn ist auf Ende 2021 vorgesehen.

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Die Ostschweiz

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