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Private Equity

Appenzeller Recycler sucht Investoren

Die Enespa AG in Appenzell wird laut einer Mitteilung zu den ersten Betreibern von Standorten für das Recycling von gemischtem Kunststoffabfall gehören. Nun läutet das Untenehmen eine neue Finanzierungsrunde ein.

Die Ostschweiz am 17. September 2020

Das Verfahren basiert auf dem Thermolyseprozess und sei «hoch wirtschaftlich und CO2-neutral», wie die Enespa in einer Mitteilung schreibt.

Seit acht Jahren engagiert sich die Enespa AG mit Sitz in Appenzell für das Recycling von gemischten Kunststoffabfällen und entwickelte dafür erste, funktionierende Prototypen. Durch die anschliessende Partnerschaft mit Biofabrik Technologies GmbH, Deutschland, konnte die Entwicklung und die Produktion der Module ausgelagert werden. Biofabrik hat Einsitz im Verwaltungsrat der Enespa. Das erste produktive Recyclingmodul wurde im August 2020 nach sorgfältigen Abnahmetests ausgeliefert und die Serienproduktion der Recyclingmodule ist jetzt angelaufen. Die Enespa AG erhält laut eigenen Angaben in den nächsten zwei bis drei Monaten die ersten 5 Module und startet mit der Recyclingproduktion in Deutschland.

Innovatives Verfahren für Kunststoffrecycling

Kunststoffabfälle bestehen aus den unterschiedlichsten, gemischten Kunststoffen. Die Herausforderung ist, diese gemischten Kunststoffe in die Grundstoffe zu zerlegen und damit wieder für die Kunststoffherstellung zur Verfügung zu stellen.

Mit dem Thermoyseverfahren der Enespa AG werden die Kunststoffabfälle in einem kontinuierlichen Prozess unter Sauerstoffausschluss auf ca. 450 Grad erhitzt und dabei die Kohlenstoffketten gecrackt. Bei der anschliessenden Destillation wird mit der Anlage reines Paraffinöl gewonnen, das als hochwertiger Grundstoff für die Kunststoff-Granulatherstellung dient. Aus 1000 kg Plastikabfall werden so ca. 1000 Liter (890 kg) Paraffinöl gewonnen. Mit dem Restgas (5% bis 15%) wird Strom produziert, um das Recycling-Modul zu betreiben.

«Hoch wirtschaftliche Produktion»

Die Einnahmen der Firma aus dem Kunststoffrecycling kumulieren sich aus Entsorgungsgebühren und aus dem Verkauf des gewonnenen Paraffinöls. Am ersten geplanten Recycling-Standort werde Enespa bis 60'000 Tonnen Kunststoffabfall pro Jahr verarbeiten, heisst es weiter.

Der kontinuierliche Betrieb wird durch das Modulkonzept gewährleistet. 5 Module mit der Verarbeitungskapazität von 5000 kg/Tag bilden eine Einheit. Mit dem Betrieb von 40 Einheiten werde dann ein wirtschaftliches Optimum erreicht.

Für die Finanzierung der zusätzlichen Thermolyseeinheiten sucht die Enespa AG derzeit für 10 Millionen Franken Eigenkapital. Dies geschieht durch eine genehmigte Aktienkapitalerhöhung. 150'000 Aktien stehen zur Zeit bis Ende September zum Kaufpreis von CHF 14.50 zur Verfügung. Mindestinvestition sind 1'000 Aktien. Als weitere Möglichkeit können sich Investoren wird eine Obligationsanleihe aufgeführt. 

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Enespa

CEO Cyrill Hugi.

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Die Ostschweiz

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