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St.Galler SVP hat nominiert

Büchel kommt: Dieser Ständeratswahlkampf wird spannender als der letzte

Die SVP des Kantons St.Gallen geht mit Nationalrat Roland Rino Büchel in den Ständeratswahlkampf. Das bisher bekannte Quartett, das um die beiden Sitze ringt, ist damit so prominent wie selten. Zwei amtierende Ständeräte und zwei Nationalräte treten gegeneinander an.

Stefan Millius am 26. Juni 2019

Es kam letztlich wie verschiedentlich prognostiziert: Roland Rino Büchel soll den seit langem ersehnten Ständeratssitz für die St.Galler SVP holen. Die Delegierten der Partei zogen ihn relativ deutlich seinem einzigen Gegenspieler Mike Egger vor. Dieser hatte bei der Ersatzwahl im Mai nicht besonders herausragend abgeschnitten; die Mitglieder scheinen Büchel mehr zuzutrauen.

Nicht zu unrecht vermutlich. Der Nationalrat aus Oberriet sitzt um einiges länger im Parlament als sein Rheintaler Kollege, und er hat sich dort in den letzten Jahren als zwar klar der SVP zugehörig, aber konziliant und eigenständig präsentiert. Ihm ist zuzutrauen, dass er die eigene Basis abholt und zugleich im erweiterten bürgerlichen Lager Stimmen holt.

Mit Büchels Kandidatur ist die Aussicht auf einen zweiten Wahlgang noch grösser. Dass die amtierenden Ständeräte Paul Rechsteiner (SP) und Benedikt Würth (CVP) in der ersten Runde einfach durchmarschieren, ist nicht zu erwarten. Zu prominent sind die Herausforderer: Marcel Dobler (FDP) und nun eben Roland Rino Büchel (SVP).

Im Grunde können die Parteien bereits jetzt beginnen, an Strategien für den zweiten Wahlgang zu feilen - und sie tun das wohl auch schon. FDP und SVP scheinen wild entschlossen, der SP den Sitz abzujagen und dafür für einmal auch die eigenen Interessen beiseite zu legen, sprich allenfalls zugunsten des Partners auf die eigene Kandidatur zu verzichten. Ob die CVP da ebenfalls mit im Boot ist, bleibt abzuwarten.

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Stölzle /  Brányik
Autor/in
Stefan Millius

Stefan Millius (*1972) ist Chefredaktor von «Die Ostschweiz».

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