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Buchtipp mit Rabatt

Darf man das so noch sagen?

Matthias Heine hat über 60 «problematische» deutsche Wörter von Abtreibung bis Zwerg analysiert. In «Kaputte Wörter?» erklärt er Herkunft, Gebrauch und Problematik der Ausdrücke. Eine lohnenswerte und lehrreiche Lektüre.

Michel Bossart am 13. November 2022

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Um das geht’s:

Der Journalist Matthias Heine behandelt unterhaltsam und wissenschaftlich fundiert über 80 Wörter, die heute als diskriminierend, problematisch und gestrig bezeichnet werden oder im Verdacht stehen, es zu sein. Die Wörter reichen von behindert über Eskimo, Flüchtling bis Weissrussland und sogar Milch und bester Freund.

All diese Wörter sind auf die eine oder andere Art kaputt. Manche funktionieren gar nicht mehr, andere kann man mit Vorsicht noch verwenden. Heine erklärt die Geschichte der Wörter und der Diskussionen um sie, warum sie so heikel sind und wie und wann man sie vermeiden sollte. So leistet das Buch einen wichtigen Beitrag zu der aufgeheizten Debatte um den Sprachgebrauch. Wer es gelesen hat, kann eine fundiertere Meinung entwickeln und erhält Sicherheit bei der eigenen Ausdrucksweise.

Einschätzung:

Heine geht sehr systematisch vor. Er erklärt woher ein Wort stammt, wie es gebraucht wird, was man an diesem Gebrauch kritisieren kann und zum Schluss gibt er noch seine eigene Einschätzung dazu ab. Dabei respektiert Heine auch die österreichischen und schweizerischen Eigenheiten. Zum Beispiel: Das Wort «invalid» (= kriegsverkrüppelt) gilt in Deutschland als längst veraltet, in der Schweiz ist das Wort aber nicht unbedingt negativ konnotiert (Invalidenrente, Invalidenversicherung).

Heine bespricht auch viele Wörter, die wir in der Schweiz gar nicht kennen: «Kameruner» (Gebäck), Kaffernbüffel zum Beispiel und andere, von denen teilweise selbst woke Zeitgenossen und -genossinnen noch gar nicht gemerkt haben, dass das Wort problematisch sein könnte (z.B. «Afrika», «Ehrenmord»). Interessant auch jene Wörter, die wir als problematisch anschauen, die Direktbetroffenen aber nicht (z.B. «Jude»)

Fazit:

Das Buch ist nicht nur unterhaltend, sondern auch überaus sehr lehrreich. Eine lohnende Lektüre für alle, die mit der deutschen Sprache in der einen oder anderen Weise arbeiten und gerne über Wörter und deren Herkunft sinnieren und philosophieren.

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Autor/in
Michel Bossart

Michel Bossart ist Redaktor bei «Die Ostschweiz». Nach dem Studium der Philosophie und Geschichte hat er für diverse Medien geschrieben. Er lebt in Benken (SG).

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