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Urs Bolliger

Das steckt in der St.Galler Bratwurst

Olma, an einem FC St.Gallen Match oder an einem Grillanlass – in der Ostschweiz geht fast nichts ohne eine St.Galler Bratwurst. In eine fade Wurst zu beissen, versetzt Urs Bolliger, Geschäftsführer der Sortenorganisation St.Galler Bratwurst IGP, gar in schlechte Laune.

Manuela Bruhin am 04. August 2020

Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine ergänzende Information zu einem im Printmagazin «Die Ostschweiz» publizierten Artikel. Das Magazin kann via abo@dieostschweiz.ch bestellt werden.

Es gibt viele Bratwürste, in St.Gallen schwört man aber auf die Eine. Was macht die St.Galler Bratwurst, die den strengen IGP-Richtlinien unterliegen, so speziell?

Für die Produktion der St.Galler Bratwurst existieren Mindestvorgaben bei der Zusammensetzung der Zutaten. Dadurch stellen wir sicher, dass nur erstklassige Zutaten verwendet werden. In St.Gallen leben und arbeiten Fachleute, die das Wursten ihre Leidenschaft nennen und sehr viel Erfahrung mitbringen. Diese zwei Faktoren, also das handwerkliche Können und die hochwertigen Zutaten, sorgen für das einmalige Genusserlebnis, welches schweizweit Kultstatus geniesst.

Rund 40 Metzgereien in der Ostschweiz stellen die Bratwurst nach den Richtlinien her. Wie frei sind sie innerhalb dieser Richtlinien? Oder anders gefragt: Schmecken alle Würste genau gleich?

Nicht alle Würste schmecken gleich. Der Herstellungsprozess ist nach wie vor ein Handwerk, wo jeder Betrieb seiner Wurst einen individuellen Charakter geben kann. Vom Pflichtenheft her sind bei der Zusammensetzung der Zutaten gewisse Bandbreiten zulässig, aber nur soweit, als dass die Qualität nicht darunter leidet. Über die regelmässig organisierten Degustationen stellen wir sicher, dass die Bratwürste aller 40 Produzenten den typischen Charakter einer St.Galler Bratwurst entfalten. Schlussendlich ist es aber ähnlich wie beim Wein: Nicht jeder Wein mundet jedem Konsumenten gleich. So ist es auch bei der Bratwurst. Die einen mögen nicht zu viel Salz, die anderen lieben den Macisgeschmack oder nicht. Darum begrüssen wir die Vielfalt in einer gewissen Bandbreite.

Wenn ein Tourist nach einer Erklärung fragen würde: Was ist das Geheimnis der St.Galler Bratwurst im Vergleich zu anderen, «herkömmlichen» Würsten?

Das feine Brät, die helle Farbe, ein guter Biss und die die unwiderstehlichen Röstaromen auf dem Grill.

Wie erklären Sie sich den Hype um die Bratwurst, die es sogar schon in die New York Post geschafft hat?

Die Kombination aus der Einfachheit und dem hohen Genusserlebnis!

Welche ist die beste Bratwurst, die Sie je gegessen haben?

Als Gralshüter der St.Galler Bratwurst, der alle Produzenten mit seinen Würsten kennt, kann ich nicht sagen, dass ich eine Lieblingswurst habe. Sämtliche Mitglieder produzieren erstklassige St.Galler Bratwürste für ein breites Spektrum an Konsumentenvorlieben. Das stellen wir von der Sortenorganisation der St.Galler Bratwurst mit verschiedenen Massnahmen sicher. Was mich aber definitiv verstimmt, ist, wenn ich irgendwo eine fade Bratwurst mit wenig Biss serviert bekomme.

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Stölzle /  Brányik
Autor/in
Manuela Bruhin

Manuela Bruhin (*1984) aus Waldkirch ist Redaktorin von «Die Ostschweiz».

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