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Machbarkeitsstudie

Der Bodensee als riesiger Energiespeicher

Die Abteilung Energie des Kantons Thurgau hat eine Machbarkeitsstudie zur thermischen Nutzung Bodensee und Rhein in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse liegen nun vor und sind eindeutig.

Die Ostschweiz am 08. Oktober 2021

Die durchgeführten Abklärungen zeigen 14 potenzielle Gebiete im Kanton Thurgau, die besonders günstige Voraussetzungen für einen Energieverbund bieten.

Heute werden im Kanton Thurgau rund zwei Drittel der Gebäude mit fossilen Energien beheizt. Um die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen, müssen deshalb Öl- und Erdgasheizungen sukzessive durch mit erneuerbaren Energien betriebene Heizsysteme ersetzt werden. Einen ersten Schritt bilden die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich 2014 (MuKEn), die seit dem 1. Juli 2020 in Kraft sind. Beim Heizungsersatz von fossil zu erneuerbar kommt der Umstieg auf eine Wärmepumpe, eine Holzfeuerung oder der Anschluss an ein Wärmenetz in Frage.

Mit dem Bodensee und dem Rhein hat ein Teil des Kantons eine bedeutende Energiequelle vor der Haustür. Deren Nutzung steht im Einklang mit den energiepolitischen Zielen des Kantons, insbesondere mit dem Ziel, die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen zu reduzieren und einheimische, erneuerbare Energiepotenziale zu nutzen. Der Bodensee ist ein riesiger Energiespeicher, der wirtschaftlich, ökologisch und energieeffizient zu Heiz- und Kühlzwecken genutzt werden kann. Das Potenzial wird heute bei weitem nicht ausgeschöpft.

Mit der Machbarkeitsstudie «Thermische Nutzung Bodensee und Rhein» hat der Kanton Thurgau eine Grundlage geschaffen, die aufzeigt, wo eine thermische Nutzung des Bodensees und des Rheins sinnvoll wäre. 14 potenzielle Gebiete im Kanton Thurgau bieten besonders günstige Voraussetzungen für einen Energieverbund. Die in diesen Gebieten nutzbare Wärme aus See- bzw. Rheinwasser beträgt rund 347'000 MWh pro Jahr. Damit können mehr als 10 Prozent des fossilen Wärmebedarfs im Kanton Thurgau ersetzt werden und die CO2-Emissionen gesenkt werden. Bei allen potenziellen Gebieten wurden die ökologischen Anforderungen wasser- und landseitig abgeklärt.

Die Ergebnisse sind öffentlich zugänglich und dienen sowohl Gemeinden wie auch Privaten als Planungsgrundlage. Der Kanton Thurgau wird eine aktive Rolle übernehmen, indem er Projekte begleitet und finanziell über das Förderprogramm unterstützt. Regierungsrat Walter Schönholzer ist überzeugt, dass die Machbarkeitsstudie dazu beitragen wird, Projekte zu realisieren. «Investoren und die Gemeinden sind nun gefordert die Umsetzung von Projekten detailliert zu prüfen und anzustossen», sagte Walter Schönholzer an einer Medienkonferenz.

Die Machbarkeitsstudie findet sich unter www.energie.tg.ch. Die möglichen Gebiete für Wärmeverbunde bzw. Wärme-Kälte-Verbunde sind auch auf dem Geoportal des Kantons Thurgau unter diesem Link ersichtlich.

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Stölzle /  Brányik
Autor/in
Die Ostschweiz

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