logo

Fehr Braunwalder

Der Faktor Mensch im digitalen Holzbau

«Viele Zimmerleute kennen Fehr Baunwalder», sagt der Chef stolz. Das St.Galler Unternehmen hat sich auf Befestigungstechnik, Maschinen und Werkzeuge für den modernen Holzbau spezialisiert und will «in der Champions League spielen», wie Thomas Braunwalder betont. 

Pascal Tschamper am 11. September 2019

Auch mit innovativen Holzbauschrauben mit Montagevorteilen oder der Werkzeugkiste, die zur Grundausstattung für Zimmerleute gehört, hat sich die Fehr Braunwalder AG einen Namen gemacht. Moderne Dienst- und Serviceleistungen wie Sicherheitskurse gehören auch zum Angebot.

Kopfarbeit fürs Handwerk

Um das Online-Geschäft und die Internationalisierung zu forcieren, hat die Fehr Braunwalder AG ein Praxisprojekt in Auftrag gegeben. Die Wirtschaftsstudierenden Christoph Wyss (St.Gallen), Valentin Paurevic (Trogen), Carlo Calzavara (St.Gallen), Saskia Bhend (Thundorf) Dennis Huber (Engelburg) und Letizia Cicia (Goldach) trafen auf Handwerker-Mentalität mit Handschlag-Kultur. «Man erwartet Leistung, ist per Du und vertraut sich», sagt Braunwalder. Aber nicht altmodisch: «Auch junge Bauleute denken digital. Umfassende Produktkataloge sind passé, Onlineshops gefragt.»

Fehr Braunwalder AG fragte die Studierenden: Wie gelingt ein Onlineshop für Deutschland? Wo sind die Kunden? Wie verhalten sich Mitbewerber? «Wir prüften die Akzeptanz von Onlineshops und errechneten das Marktpotential», erzählt Projektleiter Wyss. Zudem musste das Team die Eigenheiten der Branche im deutschen Markt erforschen und errechnete, was für einen bestimmten Warenkorb ausgegeben wird. «Der Markt ist hartumkämpft und preissensibler als bei uns», erklärt Paurevic. Zudem wollten die Zimmerleute ein «Gesicht»; einen ebenbürtigen, regional verankerten Fachmann als Ansprechpartner, der dieselbe Sprache spricht – Onlineshop hin oder her.

Komplexe Prozesse

DieErkenntnisse liessen die Studierenden in ein Geschäftskonzept fliessen: Wie viele Aussendienstmitarbeitende, Fahrzeuge, Büros braucht es? «Wir erkannten, man kann nicht einfach einen Onlineshop eröffnen und Kunden aus der Schweiz bedienen », erzählt Braunwalder. Hilfreich seien die Empfehlungen für lokale Logistikpartner und lokalen Einkauf gewesen. «Wir zeigten auf, wie sich der Auftraggeber mit Suchmaschinenmarketing einen Vorteil verschafft», erzählt Cicia. Der neue Onlineshop, den die Fehr Braunwalder AG vorerst in der Schweiz lanciert, sei auch in Deutschland konkurrenzfähig.

FHS-Coach Christian Heumann lobt sein Team: «Fundierte Analysen, gehaltvolle Erkenntnisse und eine passgenaue Konzeption legen eine solide Basis für den Markteintritt.» Braunwalder schätzte die Diskussionen mit den Studierenden. «Wir gehen Schritt für Schritt – zuerst kommt der digitale Heimmarkt, dann können wir aus der Stärke expandieren.»

WERBUNG
Laveba 03/2022

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Pascal Tschamper

Pascal Tschamper (*1974) ist selbständiger Kommunikationsberater in St.Gallen (Tschamper Kommunikation). Zuvor arbeitete als Kommunikationschef im Bildungsbereich und in diversen Marketing-, PR- und Event-Agenturen in Zürich und St.Gallen.

Hier klicken, um die Mobile App von «Die Ostschweiz» zu installieren.