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Kolumne

Der Sturz vom Pferd

Wäre er damals vor Damaskus nicht vom Pferd gefallen, würde heute wohl kaum noch jemand von ihm sprechen.

Andy Givel am 14. Dezember 2020

Hätte er nicht diese eine Begegnung mit dem Auferstandenen gehabt, wäre er einer unter vielen geblieben, welche die junge Christengemeinde verfolgt haben. Aber dieser eine Moment hat das Leben des einst so radikalen Eiferers gegen das Christentum um 180 Grad verändert.

Er gehörte nie zu den Jüngern Jesu, ist ihm selber auch nie begegnet und trotzdem wurde er zum wohl bekanntesten Apostel der Christen, der heilige Paulus. Ein Karrieresprung aus heiterem Himmel? Oder zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort?

Wenn Gott den Menschen berührt, sind das besondere Momente, einschneidende Momente. Sie geschehen allerdings oft viel bescheidener und stiller als damals in Damaskus, aber sie geschehen auch heute noch.

Es sind Momente, welche den Menschen ein Leben lang prägen.

Lebenswege und Berufslaufbahnen nehmen Wendungen, die kaum jemand für möglich hielt. Oder anders gesagt: Auf ein Mal nimmt man eine Position ein, die man sich eigentlich nicht herbeigesehnt hat, schon gar nicht geplant, aber einem dann doch erfüllt und das Leben prägt.

Manchmal braucht es einen Sturz, manchmal aber auch nur einen stillen Ort, eine einsame Minute, um das Leben umzukrempeln und ihm einen neuen Sinn zu geben. Mag die Karriereplanung noch so gut aufgegleist und alle Eventualitäten berücksichtigt sein, manchmal kommt es anders, wie damals in Damaskus.

Stölzle /  Brányik
Über den Autor
Andy Givel

Andy Givel ist Pfarradministrator in Gossau

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