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Maestrani-CEO Birchler

«Die letzten Monate waren eine Achterbahnfahrt»

Am Standort in Flawil produziert Maestrani Schokolade für die drei Hausmarken Minor, Munz und Maestrani. Das Sortiment umfasst inzwischen rund 150 Produkte. Für CEO Christoph Birchler steht fest: «Wir Schweizer müssen aufpassen, dass wir nicht austauschbar werden.»

Marcel Baumgartner am 13. März 2021

Christoph Birchler, fangen wir doch gleich mit der persönlichsten aller Fragen an: Welches der 150 Maestrani-Produkte ist Ihr absoluter Favorit?

Zurzeit bin ich ein absoluter Fan von unserem neuen Extra Milch Prügeli von Munz. Der flüssige Milchkern bietet ein einmaliges Geschmackserlebnis und ein neuartiges Mundgefühl – eine Explosion für alle Sinne. Zudem ist das Produkt mit 100% Schweizermilch, ohne Palmöl und mit zertifiziertem Kakao hergestellt, also auch rational ein modernes Produkt.

Und wie verhält es sich mit der Durchschnittskundschaft? Wo besteht die grösste Nachfrage?

Im Gesamtmarkt sind noch immer die Milchschokoladentafeln die absoluten Leader. Das stärkste Produkt bei Maestrani ist unser Munz Prügeli weiss.

Dass die Schweiz für ihre Schokoladenherstellung bekannt ist, muss man niemandem mehr erklären. Woran liegt es aber, dass dieser gute Ruf noch heute über die Landesgrenze hinausstrahlt?

Zum einen ist da eine lange Tradition mit Innovationen, welche eine moderne Herstellung der Schokolade erst möglich gemacht hat. Zum andern besteht bis heute ein sehr hohes Qualitätsverständnis. Es ist also eine Kombination aus Handwerkskunst und Qualitätswertewelt.

Dennoch dürften auch Produzenten im Ausland inzwischen an Qualität zugelegt haben. Besteht denn effektiv noch ein solch grosser Unterschied zwischen den verschiedenen Angeboten?

Der Qualitätsunterschied ist sicherlich kleiner geworden und wir Schweizer müssen aufpassen, dass wir nicht austauschbar werden. Der gute Ruf muss stetig gepflegt, aber auch begründet werden.

Sind Herr und Frau Schweizer grundsätzlich einer Marke treu oder wird hier gerne zwischen verschiedenen Herstellern hin und her geswitcht?

In der Schweiz ist der Schokoladenmarkt noch relativ konservativ und die Konsumenten bleiben ihren Marken relativ treu. Ich gehe aber davon aus, dass sich dies in den nächsten Jahren auch verändern wird, hin zu mehr Vielfalt und Auswahl.

Bei den meisten Ihrer Produkte dürfte sich die Herstellungsart kaum mehr verändern. Versucht man dennoch in gewissen Bereichen zu optimieren?

Dem würde ich so nicht zustimmen. Unsere Produkte werden stetig weiter verbessert. Die Erwartungen der Konsumenten werden weiter steigen und wir versuchen die Entwicklung vorwegzunehmen. So verwenden wir z.B. heute schon ausschliesslich zertifizierten Kakao aus nachhaltigem Anbau.

Ihre Schokolade wird über diverse Absatzkanäle vertrieben. Wie war das in den vergangenen Monaten? Ist der «Ausstoss» zurückgegangen?

Die letzten Monate waren eine Achterbahnfahrt. Während einige unsere Teilmärkte, wie z.B. das Tourismussegment an Flughäfen ganz zum Erliegen kam, sind andere Bereiche, wie die Bio Schokoladentafel im Export sogar gestiegen. Insgesamt konnten wir den Rückgang aber nicht voll kompensieren.

Wie wichtig ist im gesamten Businessbereich von Maestrani grundsätzlich die eigene «Erlebniswelt», in der die Produktion hautnah miterlebt werden kann?

Unser Chocolarium ist unser Herz und unsere Seele und die direkte Verbindung zu unseren Konsumenten. Es hat für uns einen enormen strategischen, aber auch emotionalen Wert. Wir werden das Angebot in Zukunft noch verstärken und uns noch enger mit dem Konsumenten austauschen.

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Stölzle /  Brányik
Autor/in
Marcel Baumgartner

Marcel Baumgartner (*1979) ist Co-Chefredaktor von «Die Ostschweiz» sowie Verlagsleiter der Ostschweizer Medien AG. Das Medienunternehmen hat seinen Sitz in St.Gallen.

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