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Internetabo – worauf es ankommt

Ein Homeoffice, das den Namen verdient

Ganz ehrlich: Wer denkt nicht zunächst an den Provider, wenn die Videokonferenz stockt oder die Verbindung beim Homeschooling zusammenbricht? Klar ist: Je intensiver wir von zuhause arbeiten, umso mehr steigen die Ansprüche.

Pascal Tschamper am 07. Juli 2021

Ein Abo mit der richtigen Bandbreite ist dabei genauso entscheidend, wie ein gut installiertes WLAN. Thurcom begleitet die Nutzerinnen und Nutzer ihres Netzes durch die und nach der Pandemie.

Die Arbeit im Homeoffice ist ein Trend, der schon einige Zeit vor der Corona-Pandemie eingesetzt hatte. Auch wenn das Homeoffice nicht mehr Pflicht oder empfohlen ist, wird seine Bedeutung auf freiwilliger Basis noch zunehmen. Die aktuelle Pandemie hat diese Entwicklung verstärkt. Viele Unternehmen lernten aus ihr und überdenken gerade ihren künftigen Umgang mit der Arbeit aus dem Homeoffice. Es wird bleiben.

Bedarf an Bandbreite steigt ständig

«Während der verordneten Homeoffice-Zeit merkten zahlreiche Internetnutzerinnen und -nutzer, dass ihr herkömmliches Abo nicht für den erhöhten Bedarf geeignet ist», erzählt Thurcom-Leiter Peter Trüby. Der Provider gehört den Technischen Betrieben Wil und versorgte seine Kundinnen und Kunden im ersten Shutdown fürs Erste unkompliziert und solidarisch mit mehr Bandbreite – ohne einen Aufpreis. «Viele Abonnentinnen und Abonnenten müssen wir aber nun auf ihre längerfristig veränderte Internetnutzung hinweisen.» Wenn im Meeting das Bild ausfällt, der Ton stockt oder die Verbindung unterbrochen wird, so liegt das in der Regel nicht am Provider, sondern meist an einem ungeeigneten Abo für die neuen Datenmengen.

Gerade wenn mehrere Personen gleichzeitig in Videokonferenzen sind oder eine Homeschooling-Lektion absolvieren, reicht die Bandbreite eines kleinen Internetabos nicht mehr. Bei der Wahl des richtigen Abos sollte man sich fragen: Wie viele Geräte werden an ein WLAN angeschlossen? Wie viele Personen nutzen welche Dienste gleichzeitig? Dabei spielen oft Geräte und Anwendungen ausserhalb des Homeoffice die grösste Rolle. Ob Überwachungskamera, Musikboxen oder Babyphone: Jede Applikation, die aufs Internet zugreift, schränkt die Bandbreite zusätzlich ein. Besonders datenintensiv sind Streamingdienste wie Netflix und Co.

Bandbreite – wie bitte?

Bandbreite ist das, was bei der Internetnutzung bezahlt werden muss. Sie verursacht auch Kosten beim Provider selbst. Je mehr Bandbreite man hat, desto mehr Daten können gleichzeitig gesendet oder empfangen werden. Vergleichbar ist dies mit einem Wasserrohr – je dicker es ist, desto mehr passt durch. Genauer: Es geht um die Datenkapazität pro Sekunde. Deshalb geht mehr Bandbreite mit höherer Geschwindigkeit einher. Angegeben wird die Bandbreite in Megabits pro Sekunde. Ein Megabit besteht aus einer Million Bits, ein Gigabit hat eine Milliarde.

Drei Paar Schuhe: Internetanschluss, Abo und WLAN

Thurcom bietet ihren Kunden aktuell vier verschiedene Abos an: S, M, L und XL. Bei den kleineren drei wurde die Bandbreite gerade kürzlich verdoppelt, weil der Bedarf auf Kundenseite aufgrund der Pandemie sprunghaft gestiegen ist. Das kleinste Abo S bietet neu 50 Megabits pro Sekunde, M hat 100, das L ist bei 300 und XL bringt ein Gigabit pro Sekunde. «Allerdings gibt es noch zahlreiche Kundinnen und Kunden mit älteren Abotypen, die heute gar nicht mehr angeboten werden», erklärt Peter Trüby. Darunter sind Abos mit gerade mal 2 Megabits pro Sekunde. Damit kommt man heute nicht mehr weit. Auch ein modernster Glasfaseranschluss ändert daran nichts. Um beim verwendeten Bild zu bleiben: Wenn das Wasser nur tröpfelt, hilft auch ein fettes Rohr nicht.

In der Regel braucht ein gewöhnliches Homeoffice oder das Homeschooling ein mittelgrosses Internetabo. Allerdings kann es auch dann noch zu Problemen kommen – ganz unabhängig vom Provider. Denn die Glasfaser endet an einem Punkt in der Wohnung. Das Abo bringt Leistung bis ans Modem. Ab dort verlassen sich viele private Internetnutzerinnen und -nutzer auf ihr hauseigenes WLAN. Wenn dieses nicht optimal installiert ist, können dieselben Störungen auftreten, wie bei zu kleinen Abos: Es stockt, die Videoqualität nimmt ab oder Verbindungen werden gekappt – und das nervt im beruflichen oder schulischen Umfeld besonders. Das WLAN muss aber separat vom Abo betrachtet werden. Ein Abo mit viel Bandbreite ist noch kein Garant für ein stabiles WLAN.

Router – dessen Ort will gut gewählt sein

«Wenn immer möglich raten wir zu einer Festanbindung des Computers», sagt Peter Trüby. Wo dies nicht gehe, lohne es sich, in eine Beratung oder Planung durch einen Profi zu investieren. Die meisten «Internetprobleme» stammen von schlecht installiertem WLAN, nicht vom Netzwerk des Aboanbieters. Um dem entgegenzuwirken sind aber bei Thurcom Netzwerksupporter unterwegs, die solche – je nach Fall kostenpflichtigen – Dienstleistungen erbringen. Zudem berät der Kundendienst beim Einrichten des WLAN.

Modems sind keine schönen Geräte, die man gerne zeigt, im Gegenteil: Man versteckt sie meist – manchmal so gut, dass die Leistung massiv leidet. Modems werden im Bestfall aber in Sichtweite aufgestellt. Metallene Sideboards ohne Öffnungen oder dicke Wände können die Bandbreite beispielsweise stark verringern. Oft wird der Router beim TV-Anschluss platziert. Das ist aber selten der ideale Punkt, um ein WLAN einzurichten. Von sehr kleinen Wohnungen abgesehen macht ein zusätzlicher Access Point oder ein Repeater meist Sinn. In Häusern können beispielsweise Bodenheizungen ein WLAN einschränken, das auch ein Stockwerk darunter oder darüber empfangen sollte. Manche haben ihr Modem gar im Keller. In der zweiten Etage darf man so keinen Empfang mehr erwarten. Oft wäre es angebracht, ein zusätzliches Kabel an den optimalen Punkt zu verlegen. Bei Neubauwohnungen, die bereits in jedem Zimmer eine Netzwerkverkabelung haben, gilt es hingegen, den geeignetsten Ausgangspunkt zu bestimmen – in der Regel ist er möglichst zentral gelegen.

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Thurcom

Auf das Netzwerk des Abo-Anbieters ist in der Regel Verlass. Beim Einrichten eines stabilen WLAN braucht es Fachkenntnisse – da lohnt sich oft eine zusätzliche Beratung.

Der Ort alleine macht’s noch nicht

Auf die Empfangsqualität wirken, kann auch, wenn der Nachbar denselben Funkkanal benutzt. Die Geräte konfigurieren sich selbst und sollten eigentlich drei Kanäle Abstand halten zum nächsten. Doch auch bei den heutigen intelligenten MESH-Netzwerken, die sich untereinander abgleichen, gelingt das nicht immer – gerade in dichtbesiedelten Wohnblöcken oder in der Stadt.

Je nach Situation kommt es auch auf die Frequenz des WLAN an: Zur Wahl stehen 2.4 oder 5 Gigahertz. 2.4 Gigahertz hat eine grössere Reichweite und bessere Penetration, wird aber stärker genutzt. Bei 5 Gigahertz ist die Datenrate besser, dafür reicht es weniger weit. Eine Frage lautet also: Reichweite oder Datenrate? Auch hier hilft eine professionelle Beratung weiter. Heutzutage sind bereits meist «All-in-one-Geräte» im Einsatz – also mit integriertem Router, der das Netzwerk aufbaut. Diese aktuellen Geräte stellen beide Frequenzen gleichzeitig zur Verfügung und managen deren Benutzung recht gut. Allerdings wird das Modem oft direkt im Verteilkasten einer Wohnung platziert. Dann kann es beispielsweise sinnvoll sein, den Router abzuschalten und an einem geeigneteren Ort einen separaten Access Point zu installieren.

Fürs Homeoffice oder Homeschooling wichtig zu wissen ist: Meist braucht man mehr Bandbreite als man annimmt. Das günstigste Abo ist nicht für ein Homeoffice gerechnet. Ein schlecht installiertes WLAN lässt sich auch mit dem besten Abo nicht wettmachen. Professionelle Beratung lohnt sich.

Wie viel Bandbreite brauche ich? Was treibt den Bedarf in die Höhe? Darüber berichten wir im Teil 2 – ab Ende Juli in den «Young Leader News».

Die Thurcom ist Digital Partner des WTT YOUNG LEADER AWARD.

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Pascal Tschamper

Pascal Tschamper (*1974) ist selbständiger Kommunikationsberater in St.Gallen (Tschamper Kommunikation). Zuvor arbeitete als Kommunikationschef im Bildungsbereich und in diversen Marketing-, PR- und Event-Agenturen in Zürich und St.Gallen.

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