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Die junge Ostschweiz

Eine Zugfahrt mit Erfolg und Misserfolg

Es ist früh morgens und ich stehe am Bahnhof. Ich warte auf den Zug. Nachdem ich eingestiegen bin setzte ich mich an den einzigen freien Platz gegenüber von zwei Männern. Unterschiedlicher könnten sie nicht sein.

Lea Müller am 21. Juni 2021

Während der eine in einem schicken Anzug da sitzt und telefoniert, trägt der andere eine Jogginghose und hält eine Dose Bier in der Hand.

Ich lasse meine Gedanken wandern und erkenne, dass ich gerade gegenüber der personifizierten Form von Erfolg und Misserfolg sitze.

Ich versuche mir ihre Unterschiede in ihrem Leben vorzustellen und stosse immer wieder auf die gleichen drei Punkte.

Das erste was mir einfällt, ist ein Wort aus dem Englischen: procrastination. Es bedeutet, dass man etwas aufschiebt und es nicht sofort erledigt. Es mag banal klingen, aber es ist eine Krankheit unserer Gesellschaft. Wir nehmen an, dass wir noch genug Zeit haben, etwas zu erledigen. Erst recht mit Social Media ist das ein ernstes Problem, denn es macht uns faul.

Der Erfolgreiche schiebt es nicht vor sich her. Er erledigt seine Arbeit, während andere meckern und Zeit verschwenden.

Somit kommen wir schon zum zweiten Punkt, der mir sofort einfällt: time management. Es betrifft oft die, die zu viel Zeit haben. Sie wissen nicht, was sie damit anfangen sollen und enden damit, sie zu verschwenden, anstatt sie zu nutzen. Das hängt eng mit dem ersten Punkt zusammen.

Der Erfolgreiche weiss, wie er seine Zeit einteilen kann, um effizient zu arbeiten, während sich der andere zurücklehnt und denkt, dass die Zeit reichen wird.

Der dritte Punkt – und meiner Meinung der Wichtigste – ist das Durchhaltevermögen. Man kann noch so gut seine Zeit einteilen und nichts aufschieben, aber wenn es hart auf hart kommt, muss man weitermachen. Der Erfolgreiche lässt sich nicht aufhalten von einem kleinen Misserfolg. Er lernt aus seinen Fehlern und weiss es das nächste Mal besser. Er gibt nicht auf. Diese Eigenschaft besitzen nicht viele, aber es ist die wertvollste, die man haben kann.

Meine Zugfahrt ist fast zu Ende. Ich habe etwas gelernt, woran ich mich immer erinnern werde. Und ich frage mich, welche Person ich bin und – noch wichtiger – welche Person ich sein möchte…

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Stölzle /  Brányik
Autor/in
Lea Müller

Lea Müller (*2001) aus dem Kanton Thurgau ist Studentin in Fribourg. Sie interessiert sich für Sport und schriebt seit ihrem 12. Lebensjahr Geschichten.

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