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Wohnüberbauung

Erstes Minergie-Grossprojekt mit MQS Bau ausgezeichnet

Im Beisein von Regierungsrat Walter Schönholzer hat die Wohnüberbauung Solidus in Diessenhofen als erstes Grossprojekt die Auszeichnung «MQS Bau-geprüft» erhalten.

Infodienst Thurgau am 18. Mai 2019

Die Wohnüberbauung Solidus steht am östlichen Stadtrand von Diessenhofen und umfasst insgesamt sieben Mehrfamilienhäuser. Die Wohnungen haben eine 28 kWp-PV-Anlage und produzieren rund 24 000 kWh Eigenstrom pro Jahr. Sie sind zudem teilweise ausgestattet mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Am Freitagnachmittag konnte Michael Wenger von der Wenger AG als erster Bauherr die Auszeichnung «MQS Bau-geprüft» für ein Grossprojekt entgegennehmen. «Dies gibt uns zusätzliche Sicherheit, dass wir ein qualitativ einwandfreies und energieeffizientes Gebäude erhalten haben, was sich bisher auch nur bestätigen lässt. Die umfassende und saubere Dokumentation aller Minergie-relevanten Komponenten wie Heizung, Lüftung et cetera schätzen wir sehr. Dies schafft zusätzlich Transparenz und Vertrauen» sagte Wenger.

Hohe Qualität im Bauprozess

Das Minergie-Qualitätssystem Bau, kurz MQS Bau, überzeugt die Beteiligten vor allem durch drei Leistungen: Prävention von teuren Baumängeln, lückenlose Dokumentation des Gebäudes von Beginn bis zur Inbetriebnahme und eine sorgfältige Inbetriebnahme der Gebäudetechnik. Baumängel wären weitgehend vermeidbar. Trotzdem müssen jährlich über 1,5 Milliarden Franken für deren Behebung aufgewendet werden.

Davon gehen etwa 60 Prozent auf Ausführungsfehler zurück, 25 Prozent auf Planungsfehler und 15 Prozent auf Bauleitungs- und sonstige Fehler. Hier setzt MQS Bau an. «Nur wenn die hohen Anforderungen von Minergie, oder in diesem Fall Minergie-P, auf dem Bau auch lückenlos umgesetzt werden, leisten diese Gebäude einen überdurchschnittlichen Beitrag zur fortschrittlichen Energiepolitik des Kantons Thurgau», betonte Regierungsrat Walter Schönholzer anlässlich des Überreichens der Auszeichnung.

Systematisch kontrollieren und dokumentieren

Mit MQS Bau wird eine systematische Kontrolle und Dokumentation der Minergie-relevanten Bauteile im Bauprozess vorgenommen. «MQS Bau-Check half uns, die Bauausführungen als auch Materialien besser und laufend zu kontrollieren sowie strukturiert zu dokumentieren», sagte Ilja Wassmann, Bauleiter der Implenia Schweiz AG des Projekts «Solidus».

«Auch konnten wir früh Abweichungen zu den Minergie-Antragsunterlagen feststellen und ohne grossen Aufwand korrigieren», ergänzte Egon Benz, verantwortlicher Projektleiter von Implenia. Geschätzt und als wertvoll erachtet wurden zudem die MQS Bau-Audits, die vor Ort auf der Baustelle zwischen der Implenia AG, der QualiCasa AG und der Minergie-Zertifizierungsstelle durchgeführt wurden.

Zusätzlich zur Auszeichnung erhielt die Bauherrschaft also eine vollständige Dokumentation inklusive Bedienungs- und Wartungsanleitungen und eine sorgfältige Instruktion über die Funktionalität der Gebäudetechnik.

MQS Bau Check und Selection

MQS Bau steht in zwei Varianten zur Verfügung. MQS Bau Check gibt Planerinnen und Planern, Minergie-Fachpartnern und Ausführenden die Möglichkeit, die Bauausführungen selbst nach dem standardisierten Minergie-Qualitätssystem zu überprüfen und so die Auszeichnung «MQS Bau-geprüft» zu erlangen. Mit MQS Bau Selection sind Bauherren und gesamtverantwortliche Ausführende von komplexen Projekten angesprochen. Die Prüfungen werden durch einen vom Bauprojekt unabhängigen MQS Bau-Experten des Vereins Minergie im Sinne des «Vier-Augen-Prinzips» durchgeführt.

In der Überbauung Solidus wurde MQS Bau Check gewählt. «Die Checklisten und Informationen decken nebenbei auch nicht Minergie-relevante Fehler auf, schärfen die Wahrnehmung für Qualität und geben dem Bauleiter Sicherheit», sagte Andreas Meyer Primavesi, Geschäftsleiter Minergie Schweiz.

Minergie

Ralf Bachmann, Projektleiter und Mitglied GL Qualicasa, Ilja Wassmann, Bauleiter Implenia, Egon Benz, Bauleiter Implenia, Wolfgang Bosshard, Geschäftsstellenleiter Implenia, Walter Schönholzer, Regierungsrat, Michael Wenger, Mitglied der Geschäftsleitung der Wenger AG und Bauherr, Martin Müller, Abteilung Energie des Kantons Thurgau, und Andreas Meyer Primavesi, Geschäftsleiter Minergie Schweiz. (Bild: Mario Gaccioli)

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Infodienst Thurgau

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