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Gastbeitrag

Freuen wir uns! Covid ist vorbei! Oder doch nicht?

Seit dem 1. April sehen wir hier in der Schweiz im täglichen Leben praktisch nichts mehr was uns an Covid erinnert. Wir kaufen ein, fahren mit Tram und Bahn, besuchen Veranstaltungen und Restaurants. – Ein Gastbeitrag von Cornelis Bockemühl.

Cornelis Bockemühl am 20. Juni 2022

Nur vereinzelt sehen wir Menschen, die sich auch jetzt noch mit einer Maske sicherer fühlen. Die meisten aber geniessen sichtbar das masken- und coronafreie Leben – und diese Freude am Leben und am freien Atmen sei allen von Herzen gegönnt! Behörden und Medien stimmen uns allerdings schon auf eine nächste Runde von Massnahmen ein, mit denen wir im Herbst und Winter zu rechnen hätten. (Zwischenbemerkung: Wer vor zwei Jahren darauf hinwies, dass Coronaviren in unseren Breitengraden eine saisonale Erscheinung seien und dass man mit deren Rückkehr im Herbst zu rechnen habe, war ganz klar ein Verschwörungstheoretiker.) Drum lasst uns zumindest den Sommer geniessen!

Über die gerade erst vergangene Zeit will im Moment kaum noch jemand sprechen. Warum eigentlich? Haben wir denn nicht gerade einen fulminanten Sieg gegen ein tückisches Virus gewonnen, zumindest einen Etappensieg? Der vor zwei Jahren von vielen so sehr erhoffte Impfstoff ist längst da, ein Grossteil der Bevölkerung hat sich damit behandeln lassen, sollte sich also sicher fühlen, und die damals zur Überbrückung eingeführten Masken sind auch nicht mehr nötig: Zwei Jahre des harten "Kriegs gegen das Virus" haben doch offensichtlich Früchte getragen: Sollte da nicht zumindest eine Siegesfeier stattfinden anstatt nur betretenes Schweigen?

Das Problem ist natürlich: Es ist ja nicht wirklich so – und alle wissen es ganz genau, auch wenn es niemand so explizit aussprechen mag – auszusprechen wagt!? Der Krieg, der geführt wurde, war auch in Wirklichkeit ein völlig anderer. Die Fronten gingen mitten durch unsere Gesellschaft, Freundschaften sind zerbrochen, Familien wurden gespalten, Schul- und Arbeitsgemeinschaften wurden vergiftet und das Vertrauen in Behörden, Gerichte und Medien hat vielfach massivsten Schaden gelitten. Und leider sind diese menschlichen Kriege mit dem Verschwinden der Masken nicht vorbei. Es gibt keine Sieger, aber Verlierer weit und breit. Und Verlierer feiern nicht.

Hart trifft es beispielsweise auch heute noch Ärzte und Wissenschafter, die dem verordneten Corona-Narrativ kritisch gegenüber stehen oder auch nur Fragen stellen. Prof. Dr. Stefan Hockertz, renommierter Immuntoxikologe und Pharmakologe, habilitiert an der Universität Hamburg, der sich seit vielen Jahren mit Impfstoff-Entwicklung und -Zulassung beschäftigt hat und dafür auch zwei Forschungsfirmen in Deutschland und in der Schweiz betreibt, hat Fragen gestellt. Kritische Fragen bezüglich der ordentlichen Prüfung der Covid-19-Impfstoffe bezüglich Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualitätskontrolle.

Auf wissenschaftlichem Feld sind diese Fragen bis anhin alle unbeantwortet. Statt Antworten bekam Prof. Hockertz am 17.06.2021 vielmehr unliebsamen Besuch: Gewaltsamer Einbruch durch die Polizei, Hausdurchsuchung, Beschlagnahmung aller elektronischen Geräte und dann Sperrung sämtlicher Konten, Enteignung seiner kompletten Vermögenswerte in Deutschland. Ein Computer wurde kurz darauf retourniert: Er war verwanzt, wie ein IT-Experte feststellen konnte. Ohne Lebensgrundlage in Deutschland hat er sich nun für eine Existenz in der Schweiz entschieden. Er arbeitet nun engagiert bei Aletheia mit.

Heisst das nun, dass hier bei uns solche Dinge nicht vorkommen? Leider nein: Bei Aletheia, der Bewegung für Verhältnismässigkeit in Medizin und Wissenschaft, sind uns eine Reihe schwer zu glaubende Fälle bekannt geworden, von denen der normale Medienkonsument nichts oder nur in stark verzerrter Form etwas mitbekommen hat, die aber symptomatisch für den aktuellen Stand der Dinge auch hierzulande sind. Auch hier ist, wie gesagt, der Krieg leider nicht zu Ende! Es findet vielmehr eine stille, aber intensive Hexenjagd gegen Ärztinnen und Ärzte statt, ganz im Sinne des Mao-Worts: Bestrafe einen, erziehe hundert.

Das Ausstellen von Maskenbefreiungs-Attesten scheint grundsätzlich ein sanktionierungswürdiges Delikt zu sein, auch wenn die Möglichkeit im Gesetz ausdrücklich vorgesehen ist. In den Kantonen Schwyz und Bern fanden deswegen in den vergangenen Monaten bei Ärzten Hausdurchsuchungen statt, und gerade jetzt, Anfang Juni, kam noch der Fall einer Psychiaterin hinzu, ebenfalls im Kanton Bern. Dabei wurden jeweils elektronische Geräte und vertrauliche Krankenakten konfisziert, die normalerweise dem Arztgeheimnis unterliegen sollten. Und wir kennen mehr Beispiele. Auch hier wird die Frage nach dem Nutzen der Masken zur Ansteckungs-Prävention und Pandemiebekämpfung nicht etwa durch wissenschaftlich saubere Studien und Belege erbracht – im Sinne der Wissenschaft, der wir doch angeblich folgen sollen! –, sondern durch die einschüchternde Demonstration von Staatsgewalt, wie schon im Fall von Prof. Hockertz in Deutschland.

Gute empirische Feldstudien, die die Wirksamkeit von Masken und anderen nicht-pharmakologischen Massnahmen (Lockdowns, Masken, Schliessung von Schulen und Betrieben usw.) untersuchen und negativ beantworten, gibt es inzwischen haufenweise. Mein diesbezüglicher "Klassiker", der die Sache im Prinzip schon im Sommer 2020 ziemlich geklärt hat, ist dies. Hier wird gezeigt, dass die Verläufe in Ländern und US-Bundesstaaten mit radikalen bis hin zu gar keinen Massnahmen statistisch nicht signifikant unterschiedlich sind. Ein jüngeres Beispiel wäre dies, wo speziell die Nutzlosigkeit von Maskenpflichten an Schulen deutlich belegt wird. Studien, die wiederum deren Schädlichkeit aufzeigen, etwa für die kindliche Entwicklung, sind hier noch garnicht berücksichtigt.

Allerdings ist es ja auch nicht Aufgabe von Massnahmen-Kritikern, deren Unwirksamkeit zu belegen, sondern gefragt wäre endlich einmal das Umgekehrte: Die Behörden müssten für deren Wirksamkeit endlich einmal belastbare wissenschaftliche Belege vorlegen! An empirischen Daten dürfte es nach über zwei Jahren ja wirklich nicht mehr fehlen. Das geschieht allerdings nirgends, aber die Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt hat es am 8. Juni 2022 in der Süddeutschen Zeitung ("Was hat in der Pandemie wirklich geholfen?", Link hinter Bezahlschranke) immerhin mit dem Hinweis auf einen Artikel in Science vom 15. Mai 2020 versucht, den man ja versuchsweise einmal auf die andere Waagschale legen könnte.

Als Naturwissenschafter reibe ich mir da allerdings verwundert die Augen: Soll das tatsächlich das beste Pferd im Stall der Massnahmen-Befürworter sein? Die Studie stammt aus den ersten Wochen der "Pandemie", und dort wird doch tatsächlich nur der beobachtete Verlauf der "Fallzahlen" mit reinen Hochrechnungen verglichen, die beängstigend steil nach oben schiessen und die sich niemals auch in massnahmenarmen oder -freien Ländern auch nur annähernd jemals verwirklicht haben. Man braucht kein Mediziner zu sein, nur etwas Zahlen und Statistiken sollte man lesen können, um zu sehen, dass diese Studie keinerlei Gewicht hat: Nach so langer Zeit mit derart vielen verschiedenen Massnahmen kann man einfach nicht mehr mit den windigen Hochrechnungen aus den ersten Wochen der "Pandemie" daher kommen!

(Zwischenbemerkung: Im Mai 2020 war von Maskenpflichten noch keine Rede, weil damals noch allgemein galt, dass diese keinen nennenswerten Nutzen haben könnten bei der Bekämpfung einer Pandemie. Erst ab Juni 2020 hat die WHO ihre diesbezüglichen Empfehlungen geändert, ohne nennenswerte wissenschaftliche Evidenz.)

Der einzige, allerdings höchst fragwürdige "Nutzen" der Maskierungen ist damit kein medizinischer, sondern höchstens ein "erzieherischer": die Aufrechterhaltung der Panik in der Bevölkerung, die nur ja nicht glauben soll, "es" sei nun endlich vorbei. Es kann nun aber sicher nicht die Aufgabe von Ärztinnen und Ärzten sein, eine solch widersinnige Agenda zu unterstützen. Vielmehr gilt für sie als erste Maxime, Schaden abzuwenden. Wenn also ein medizinischer Nutzen nicht gegeben ist, dann ist auch der geringste, auch nur mögliche Schaden schon ein Schaden zu viel und jeder Arzt, jede Ärztin, die ihre berufliche Pflicht ernst nehmen, müssten Maskenatteste sogar ohne weitere Untersuchung ausstellen! Und sicher dürfte niemand für die Ausstellung von solchen Attesten gemassregelt werden, egal ob mit oder ohne vorherige medizinische Untersuchung.

Natürlich wäre es noch besser, wenn einfach die Gesundheitsbehörden sich wieder auf ihren eigentlichen Job besinnen würden, indem sie keine nutzlosen Massnahmen mehr verpflichtend vorschreiben. Leider sieht es allerdings weiterhin so aus, als wären wir von so viel Rationalität und Vernunft noch meilenweit entfernt. Auch die Justiz hat sich in der Schweiz weitgehend davon verabschiedet, wissenschaftliche Fakten überhaupt schon nur zur Kenntnis zu nehmen. In den jetzt landauf landab stattfindenden Verfahren wegen irgendwelchen Masken-"Vergehen" werden diese in der Regel einfach vom Tisch gefegt. Stattdessen wird rein formalistisch argumentiert: Es gab Vorschriften, und an die habt ihr euch nicht gehalten! Wo kämen wir denn hin, wenn Bürger den Sinn oder Unsinn von Vorschriften auch noch hinterfragen würden? Ein Dank an Friedrich Schiller, der uns hier in der Schweiz das passende Symbol dazu geliefert hat: den Gesslerhut, der einfach aus Prinzip zu grüssen ist.

Zurück zum Zeitgeschehen. Nicht nur Hausdurchsuchungen finden statt. Im Kanton Luzern wird aktuell ein Pädiater wegen Attesten sogar mit dem Entzug der Bewilligung zur Berufsausübung bedroht. Ich möchte hier nicht ausmalen, was ein Arzt zu anderen Zeiten für solch eine drastische Massnahme sich zuschulden kommen lassen muss. Und für einen Arzt im Kanton Aargau fordern die Behörden eine psychiatrische Begutachtung, die dessen Fähigkeit zur Ausübung des Arztberufs klären soll. Ungute Erinnerungen werden wach an Versuche, die man in der früheren Sowjetunion unternommen hat zur psychiatrischen "Therapierung" von Dissidenten.

Schliesslich wird auch die Behandlung von Covid-Patienten mit andernorts erfolgreich angewandten Mitteln verfolgt. So wird von einer Ärztin im Kanton Fribourg verlangt, dass sie schriftlich abschwört, weil sie auf eine in Lateinamerika vielfach mit Erfolg angewandte Behandlung von Covid-Erkrankungen mit Chlordioxid gesetzt hat. Sie soll auch zusichern, dass sie ihren Patienten niemals mehr von einer Covid-19-Impfung abrät, auch wenn sie, wie viele andere Ärzte, jede Menge Patienten in der Praxis hat, die wegen Impfschäden Hilfe suchen.

All diese Fälle kennt und erwähnt der Arzt Dr. Andreas Heisler, Vorsitzender von Aletheia, in einem Aufruf an die Ärzteschaft der Schweiz. Er will damit seinen Kolleginnen und Kollegen zurufen: Glaubt nicht, dass es vorbei ist! Schon bald wird eure Loyalität wieder auf die Probe gestellt: Gilt sie euren Patientinnen und Patienten, oder gilt sie nur den Anweisungen der Behörden, die ihr weiterhin nicht hinterfragen sollt? Das im Herbst in Kraft tretende PMT-Gesetz lässt für Mediziner, die nach all diesen Einschüchterungen noch wagen, aus der Reihe zu tanzen, ebenfalls nichts Gutes erwarten.

Ich könnte nun sagen: Selber bin ich zum Glück kein Arzt oder Mediziner - da kann mir das alles nicht passieren! Aber ist das ein Grund zur Beruhigung? Wir alle benötigen gelegentlich medizinische Hilfe: Wer möchte dann an einen Arzt oder eine Ärztin geraten, die dann vielleicht bewusst eine falsche Diagnose abgeben oder eine mögliche Therapie unterlassen, bloss weil sonst behördliche "Erziehungsmassnahmen" zu befürchten sind? Wo also nicht mehr meine Gesundheit erste Priorität hätte, sondern irgendwelche behördlichen Vorgaben? Die zwar sicher nicht in jedem Fall falsch sind, die aber doch ohne Zweifel nur den Charakter von Empfehlungen haben dürften!?

In diesem Sinne möchte ich den Aufruf von Andreas Heisler erweitern und an alle Menschen richten, die nicht mit Sicherheit ausschliessen können, jemals in ihrem Leben medizinische Hilfe zu benötigen!

Zum Schluss ein paar "kleine Fragen" zur Zukunft unseres Gesundheitswesens:

• Ist es richtig, dass wir als Bevölkerung die oberste Verantwortung und Aufsicht für unser Gesundheitswesen dem Staat anvertrauen? Bräuchten wir in Zukunft dafür nicht Institutionen, die sowohl vom Staat wie von der Wirtschaft unabhängig sind? Die Hoffnung war ja, dass der Staat uns vor Schaden schützt, der etwa durch Scharlatane angerichtet werden könnte. Ist dieses Vertrauen aber noch berechtigt, wenn eine SwissMedic und ein BAG ihre Monopolmacht dazu missbrauchen, der Scharlatanerie im grösstmöglichen Massstab überhaupt erst die Tore zu öffnen?

• Ist ein Krankenkassen-Obligatorium wirklich das angemessene Mittel für die Finanzierung des Gesundheitswesens? Wer etwas obligatorisch macht muss logischerweise genau angeben, was obligatorisch ist und was nicht. Das ist aber implizit ein gewaltiger Eingriff in die Therapiefreiheit, da lange nicht jeder in der Lage ist, für nicht kassenpflichtige Medikamente und Therapien extra zu bezahlen. Damit ist dann aber auch die Freiheit zur Eigeninitiative bei der Entwicklung der bestmöglichen Gesundheitsversorgung in höchstem Masse einschränkt, da nur die wenigsten die nötige Lobby-Macht haben, um mögliche Neuerungen überhaupt durchzusetzen.

Klar, das sind ziemlich grundsätzliche, fast schon revolutionäre Fragen - aber fragen darf man ja! Und wann sollte die Zeit dazu eine bessere sein als wenn der Missbrauch der staatlichen Monopole so eklatant zu Tage tritt wie gerade jetzt?

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Laveba 03/2022

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Cornelis Bockemühl

Cornelis Bockemühl hat in Basel Geologie studiert und doktoriert. Seit rund zwanzig Jahren Software-Entwicklung für den Rohstoffabbau in der Zementindustrie und heute damit selbständig tätig.

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