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Aufreger der Woche

Heute eingeworfen, irgendwann beim Empfänger

Das Porto schlägt auf, Postfilialen werden – nachdem sie als Krämerladen nichts getaugt haben – geschlossen und die Briefkästen schon morgens um 8 Uhr geleert. Wer mag da noch Geld für einen A-Post-Brief ausgeben?

Michel Bossart am 18. Juni 2022

Ich kann ja verstehen, dass das Briefporto immer teurer, beziehungsweise der Teuerung angepasst wird. Was ich aber nicht verstehe: Warum gehen die Preise rauf und die Dienstleistungen runter?

Als ich noch Kind war – das ist zugegebenermassen schon etwas länger seit her – hiess der Briefträger Otmar und der Versand eines Briefes, der am nächsten Tag beim Empfänger war, kostete 40 Rappen. Otmar hatte übrigens öfters Zeit, bei uns seine Kaffeepause zu machen und musste nicht wie von der Tarantel gestochen durch die Gegend hetzen, wie das heute die Pöstler und Briefträgerinnen tun müssen.

Irgendwann hat die Post ja mal damit angefangen, ein Krämerladen zu sein, so etwas Dummes wie die A- und B-Post einzuführen, um danach eine Filiale nach der anderen zu schliessen.

Worüber ich mich aber wirklich aufrege: Briefkästen, die von der Post um 8 oder 8.30 Uhr geleert werden. Werfe ich einen A-Post Brief am Freitag um 9 Uhr morgens ein, kommt der erst am Dienstag an. Mit Verlaub: Das ist doch einfach frech. Nix mit heute aufgegeben und morgen beim Empfänger.

Da hätte ich doch lieber weniger Briefkästen, die dafür aber täglich (ja: auch am Samstag und am Sonntag) und zwar abends geleert werden.

Konfuzimillius rät:

Für einmal bin ich ziemlich ratlos. Denn wer bitte schreibt heute noch Briefe? Und wozu?

Stefan (Konfuzi-)Millius

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Laveba 03/2022

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Michel Bossart

Michel Bossart ist Redaktor bei «Die Ostschweiz». Nach dem Studium der Philosophie und Geschichte hat er für diverse Medien geschrieben. Er lebt in Benken (SG).

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