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Ostschweizerin gewinnt Mikro-Influencer Contest

«Ich wurde in der Schule verprügelt»

Nach ihrem Gewinn des grössten Schweizer Mikro-Influencer Contests will Joya Steiner ihre Reichweite in den Sozialen Medien vergrössern. Dabei bestreitet die Ostschweizerin neue Wege. Welche das sind, verrät sie im Interview.

Manuela Bruhin am 07. April 2021

Du hast den SunIce Influencer Contest gewonnen. Wann kam bei dir der Gedanke, dass du das schaffen könntest?

Als ich ins Finale kam, hatte ich schon den Gedanken, dass ich eine Chance auf den Sieg habe – aber sicher war ich mir trotzdem nie. Ich wusste, dass meine Konkurrenz auch ziemlich stark ist und treue Communities hat. Es war vor allem schwierig einzuschätzen, da wir alle so unterschiedlich sind und somit ganz andere Zuschauergruppen ansprechen. Als ich dann die ersten Zwischenstände sah, die so knapp ausgefallen sind, war ich mir aber überhaupt nicht mehr sicher. Ich habe bis zum Schluss gezittert und war auch sehr überrascht über das Ergebnis.

Im Finale habt ihr im Luxushotel übernachtet, seid Quad gefahren und habt ein Champagner-Dinner mit Rafael Beutl, Mirjana Zuber und Arina Luisa eingenommen. Auch ein Videodreh, Interviews und ein Video als Zusammenfassung des Finals gehörten zu den Aufgaben. Was war dabei die grösste Herausforderung für dich?

Es war eine unglaublich schöne und intensive Zeit – aber auch eine anstrengende und fordernde. Mein Tag hat um 5.30 Uhr am Morgen begonnen und endete mit dem letzten Shooting um 19.30 Uhr. Dazwischen fand ein Shooting nach dem anderen statt. Am meisten hat mir der Zeitdruck zu schaffen gemacht. Parallel zu unserer Challenge ein Video zu drehen, und auch offiziell fürs SunIce geshootet zu werden. Es war schwierig, alles unter einen Hut zu bringen. Jede freie Minute wurde genutzt. Wir hatten auch unglaubliche viele Ideen bezüglich des Videos. Es war eine zusätzliche Herausforderung, einen Fokus zu setzen und die besten herauszufiltern.

Du bist das Gesicht des nächsten Contests und hast ein Preisgeld gewonnen. Was nimmst du zusätzlich aus diesem Wettbewerb mit?

Ich konnte in diesen vier Tagen so viele neue und wertvolle Erfahrungen sammeln, für die ich unglaublich dankbar bin. Ich hatte noch nie ein Shooting in diesem Ausmass. Ich habe wertvolle Tipps von den Fotografen bekommen, gelernt, wie es ist, vor der Kamera zu stehen. Zusätzlich habe ich viele tolle Menschen kennengelernt und neue Freundschaften dazugewonnen. Das Schönste war aber, zu sehen, wie sehr meine Community hinter mir stand. Es war mir nie klar, wie viele Menschen mich unterstützen – bis ich gesehen habe, in welchem Ausmass für mich gevotet wurde. Mein Bild und Video waren überall in den Stories. Das war ein unglaubliches Gefühl.

Du willst als Psychologin arbeiten und Instagram als Nebenberuf ausüben. Mit dem Contest möchtest du auch deine Reichweite vergrössern. Ist dir das gelungen?

Meine Insights sind seit dem Contest wirklich durch die Decke. Ich konnte viele neue Profile erreichen und auch neue Follower in meiner Community willkommen heissen. Ich denke aber, um wirklich meine Reichweite vergrössern zu können, kommt es darauf an, was ich jetzt mit diesem Erfolg mache. Ich möchte unbedingt dranbleiben und somit mehr User ansprechen. Jetzt wird sich zeigen, ob ich eine Chance habe, mit Instagram erfolgreich zu werden und ob mich die User mögen.

Du hast einmal gesagt, dass du auch die schlechten Momente mit deinen Anhängern teilst. Welche sind das?

In den Captions meiner Bilder findet man oft riesen Texte von mir. Ich schreibe darin einfach darauf los, was mir gerade durch den Kopf geht. Oftmals geht es um Erlebnisse und was ich daraus gelernt habe, was für einen Mindset ich bekommen habe. Ich wurde schon seit dem Kindergarten jahrelang gemobbt, in der Schule verprügelt, mein Spind wurde verunstaltet. Sogar von Cybermobbing blieb ich nicht verschont. Ich bekam Nachrichten, dass ich mich doch umbringen soll, Anleitungen zum Selbstmord etc. Zusätzlich komme ich aus schwierigen Familienverhältnissen. Ich habe mich nie richtig als Teil von etwas gefühlt. Ich war immer der kleine «Weirdo», der nirgends reinpasst. Das weiss meine Community und ich teile meine Gedanken offen. Ich will vermitteln, dass es okay ist, anders zu sein und dass es wichtig ist, an sich selbst zu arbeiten und lieben zu lernen. Es gab auch schon Stories von mir, in welchen ich geweint oder einfach nur gesagt habe, dass ich gerade in einer ziemlich schlechten Phase bin. Ich möchte aufzeigen, dass das zum Leben dazu gehört und nichts Schlechtes ist. Man lernt daraus und entwickelt sich weiter.

Gibt es weitere Pläne, die du demnächst in Angriff nehmen wirst?

Ich habe mir schon länger überlegt, mit Vlogs oder mit Podcasts anzufangen. Ich merke, dass man mir gerne zuhört und meine Texte liest. Ich habe früher über Youtube ein paar Videos von mir veröffentlicht, in denen ich über meinen Mindset spreche – aber irgendwie fühlte ich mich damit nicht wohl. Also versuche ich vermutlich Podcasts. Falls dies auch nicht meins ist, versuche ich wieder etwas anderes. Ich möchte meinen Weg finden, der mir Spass macht und der zu mir passt. Im Allgemeinen will ich auf Instagram aktiver werden. Auch Yoga möchte ich noch mehr integrieren.

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Manuela Bruhin

Manuela Bruhin (*1984) aus Waldkirch ist Redaktorin von «Die Ostschweiz».

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