logo

Camion Transport testet emissionsfreie Flotte

Innovationsflotte – Learning by driving

Richtungsweisende Antworten auf die wesentlichen Fragen finden. Darum geht es Camion Transport AG mit dem Austesten ihrer emissionsfreien Innovationsflotte.

Die Ostschweiz am 08. September 2021

In einer Gesamtstrategie setzt das Transport- und Logistikunternehmen mit Hauptsitz in Wil SG verschiedene Nutzfahrzeuge mit Alternativantrieb im Tagesgeschäft ein. Ende 2022 soll die Entscheidungsgrundlage für den «grünen Beschaffungsplan» stehen.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind real. Transportunternehmen sind im Fokus, wenn es um die Reduktion von Schadstoffemissionen geht. Die Dekarbonisierung des Güterverkehrs ist längst kein Trend mehr, sondern Programm. Für das Familienunternehmen aus der Ostschweiz ist das seit Jahrzehnten ein Schwerpunkt. Die Etappenziele sind gesetzt: Emissionsfreie Belieferung der Innenstädte ab 2025, der urbanen Regionen ab 2030. Weiteres Ziel, der Überlandverkehr: Der Transportdienstleister will Überlandstrecken ab 2040 mehrheitlich mit emissionsfreien Fahrzeugen zurücklegen.

Innovationsflotte, Erkenntnisse durch Realbetrieb

Was unterscheidet Camion Transport von Mitbewerbern im Schweizer Markt? Das bald hundertjährige Unternehmen denkt einen Schritt weiter. Das Flottenmanagement setzt nicht auf ein einzelnes Fahrzeugmodell oder nur eine alternative Antriebstechnologie. Josef Jäger, Direktor von Camion Transport, erklärt: «Unsere Innovationsflotte reicht vom muskelbetriebenen Cargo eBike bis zum schweren Nutzfahrzeug und besteht aus Elektro-, Brennstoffzellen-Elektro- sowie Hybridfahrzeugen. Diese haben alle ihren eigenen Charakter, unterschiedliche Aktionsradien, sind also geschaffen für verschiedene Einsatzgebiete. Und sie eignen sich nicht für jede Transportart im gleichen Mass.» Begleitend prüft der Logistikspezialist auch die Ladetechnologien und Geräte sowie die idealen Standorte für Elektro-Tankstellen, unter anderem mit der Möglichkeit für Zwischenbetankungen in den schweizweiten Niederlassungen.

Auf dieser Grundlage testet Camion Transport Alternativantriebe in der Praxis, seit Februar 2021 auch den vollelektrischen FUSO eCanter als Vorserienmodell in Luzern, Basel und Genf im City-Einsatz. Die Brennstoffzellen-Elektro-Nutzfahrzeuge Hyundai Xcient Fuel Cell sind täglich für grössere Distanzen im Tagesgeschäft eingeplant. Ein Elektro-Lkw der Schweizer E-Force One AG fährt in der Westschweiz im Shuttlebetrieb. Und die Kleinfahrzeuge sind bei Partnerbetrieben in der Citylogistik unterwegs. Jüngstes Mitglied der Innovationsflotte ist der e-Ducato Transporter von Fiat Professional für die Auslieferung von Kleinsendungen. Im Herbst stossen zwei reinelektrische Fahrzeuge von DAF Trucks dazu: Ein 18-Tonner Solowagen für den Einsatz im urbanen Raum und ein Cityliner Sattelschlepper für die Belieferung von Gewerbe- und Industriegebieten. Zwei weitere Hyundai Xcient Fuel Cell 40-Tonner sind zur Übernahme Anfang 2022 terminiert und für den schweren Wagenladungsverkehr vorgesehen, beispielsweise für die Getränkelogistik. Im Laufe des nächsten Jahres vervollständigen schliesslich fünf vollelektrische Mercedes-Benz eActros aus der ersten Serienproduktion die Innovationsflotte. Dieses Modell testete Camion Transport bereits als Pilotkunde von Juni 2019 bis Juni 2020.

Hindernisse: Abhängigkeit und Akzeptanz

Entwicklungen brauchen Raum, richtungsweisende Entscheidungen ebenso. «Wir lassen uns für eine tiefere Analyse der Innovationsflotte Zeit bis Ende 2022. Dann werden wir aufgrund der Erfahrungen und Fakten der Hersteller die weitere Fahrzeugbeschaffung definieren. Sowie das Investitionsbudget ab 2023 dafür freigeben», erklärt Jäger, und führt weiter aus: «Der Anteil einzelner Antriebstechnologien ist offen. Es liegt nicht alles in unserer Hand. Wir sind bei der Planung von der Verfügbarkeit der Fahrzeuge abhängig. Nebst dem wichtigen ökologischen Aspekt muss es auch betriebswirtschaftlich Sinn machen. Und sind auch die Kunden bereit Mehrkosten mitzutragen?»

Die Coronapandemie erschwert den Prozess zusätzlich. Neben den fahrzeugseitigen Kriterien, ist zudem auch die Lade- und Betankungsinfrastruktur für die alternativen Antriebstechnologien ein Schlüsselfaktor.

Kernkompetenz Transportökologie

Das Transport- und Logistikunternehmen setzt in der Transportökologie ein Ausrufezeichen. «Die ökologische Verantwortung haben wir in der Firmenphilosophie verankert. Seit 1985 kombinieren wir die Verkehrsträger Schiene und Strasse erfolgreich. Vor bald zehn Jahren erhielten wir den Eco Performance Award für unser Nachhaltigkeitsprogramm Eco Balance by Camion Transport. Wir sind Pilotkunde für Nutzfahrzeughersteller und offen für neue Transportpartnerschaften, beispielsweise mit Velokurieren für die letzte Meile», bilanziert Jäger.

Camion Transport AG (CT) gehört zu den führenden Transport- und Logistikunternehmen der Schweiz. An den 14 Standorten werden pro Tag durchschnittlich 7500 Sendungen und Logistikaufträge bearbeitet. Das Familienunternehmen beschäftigt 1400 Mitarbeitende und betreibt eine Flotte von 610 Fahrzeugen. Mit dem Programm «Eco Balance by Camion Transport» verfolgt CT eine umweltschonende und nachhaltige Unternehmensführung. www.camiontransport.ch

«Eco Balance by Camion Transport»

Die führende Stellung in der Transportökologie ist das Ziel. Camion Transport ist bestrebt Ökonomie und Ökologie möglichst im Gleichgewicht zu halten. Dies setzt das Unternehmen mit dem Nachhaltigkeitsprogramm «Eco Balance by Camion Transport» um, welches 2012 mit dem Eco Performance Award prämiert wurde. Dazu gehören die kontinuierliche Investition in eine moderne Fahrzeugflotte, die Weiterentwicklung von Dienstleistungen, die Sensibilisierung der Mitarbeitenden sowie die intelligente Kombination verschiedener Verkehrsträger.

WERBUNG
Ostschweiz unterstützen

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Die Ostschweiz

«Die Ostschweiz» ist die grösste unabhängige Meinungsplattform der Kantone SG, TG, AR und AI mit monatlich über einer halben Million Leserinnen und Lesern. Die Publikation ging im April 2018 online und ist im Besitz der Ostschweizer Medien AG.

Hier klicken, um die Mobile App von «Die Ostschweiz» zu installieren.