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«Ehe für Alle»

Jungparteien im Thurgau sind sich für einmal einig

Für die nächste Abstimmung am 26. September haben die Jungparteien im Thurgau von Links bis Rechts die JA-Parole zur «Ehe für Alle» gefasst. Namentlich sind dies die Jungen Grünen, JUSO, Junge Mitte, JGLP, Jungfreisinnige und auch die JSVP.

Die Ostschweiz am 12. September 2021

Bei den Jungparteien im Kanton Thurgau herrscht für einmal Einigkeit. Anlässlich einer gemeinsamen Orientierung haben sie sich diese Woche zur Abstimmungsvorlage «Ehe für Alle» geäussert.

Nachfolgend die wichtigsten Statements der einzelnen Vertreterinnen und Vertreter:

«Wir halten die Ja-Parolen aller Jungparteien für ein sehr starkes Zeichen, das zeigt, dass eine Ehe für Alle für uns keine typische politische Frage mehr, sondern für unsere Generation und Gesellschaft bereits eine Selbstverständlichkeit ist. Diese Selbstverständlichkeit gilt es nun mit einer hohen Stimmbeteiligung von Allen, aber vor allem auch unserer jüngeren Generation, gesetzlich zu verankern.» – Lorenz Weber, Co-Präsident Junge Grünliberale Thurgau

«Artikel 14 der Bundesverfassung hält fest «Das Recht auf Ehe und Familie ist gewährleistet», ohne dies weiter einzuschränken. Was eine Ehe ist wird nicht weiter ausgeführt. Es handelt sich also um ein Grundrecht, das jedem Menschen in der Schweiz zustehen soll.» – Simon Vogel, Co-Präsident Junge Grüne Thurgau

«Sogenannte Regenbogenfamilien, also Homosexuelle Paare mit Kindern, sind längst keine Seltenheit mehr, sondern werden gesellschaftlich immer mehr anerkannt und akzeptiert. In diesem Abstimmungskampf sollte es also überhaupt nicht mehr darum gehen, ob diese Familien oder gar Homosexuelle Paare existieren, denn sie tun es bereits. Seit langem. Und diese Familien, diese Liebe verdient den gleichen rechtlichen Schutz wie heterosexuelle Paare diesen auch haben.» – Noëlle Ruoss, Präsidentin JUSO Thurgau

«Es ist korrekt - das Partnerschaftsgesetz ermöglicht zwar die eingetragene Partnerschaft - diese erteilt den gleichgeschlechtlichen Paaren jedoch in keiner Weise dieselben Rechte und Pflichten, wie dies eine Ehe tut. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Ehe zweiter Klasse. Denn die eingetragene Partnerschaft steht in einigen Rechten der Ehe hintenan.» – Flavia Scheiwiller, Präsidentin Junge Mitte Thurgau

«Liebe ist nicht abhängig von Geschlecht oder Sexualität. Paare, die ihr Leben längerfristig gemeinsam verbringen wollen, müssen rechtliche Aspekte auch gemeinsam regeln können. Die Ehe ermöglicht das. Die soziale Absicherung stellt neben der Liebe den Hauptgrund für die Eheschliessung dar. Dieser Bund, den zwei Menschen vor dem Staat eingehen, darf nicht diskriminieren.» – Enrique Castelar, Vorstand Jungfreisinnige Thurgau

«In einer liberalen Gesellschaft, wie wir sie in der Schweiz kennen, wird keinen Eltern vorgeschrieben, welche politischen Werte dem Kind vermittelt werden soll, ob es religiös oder atheistisch grossgezogen werden muss oder welchen Musikgeschmack das Kind haben darf. Genauso wenig soll gesetzlich geregelt sein, welches Geschlecht oder sexuelle Orientierung die Eltern haben müssen. Es ist nämlich eindeutig, dass das gesunde und zufriedene Aufwachsen von Kindern nicht vom Geschlecht der Eltern, sondern von der Erziehung und Liebe, welche die Eltern dem Kind geben, abhängig ist.» – Lorenz Weber, Co-Präsident Junge Grünliberale Thurgau

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Stölzle /  Brányik
Autor/in
Die Ostschweiz

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