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Rückblick

«Keine Höhenflüge, aber auch keine Tiefschläge»

Die Verhärtung der Fronten stimmt die Zoo-Direktorin Karin Federer nachdenklich, wie sie im persönlichen Jahresrückblick erklärt. Dennoch hatte das Jahr 2021 auch gute Seiten.

Die Ostschweiz am 04. Januar 2022

Ganz grundsätzlich: Unter welchen Stichworten würden Sie das Jahr 2021 für sich verbuchen?

Ein Jahr, das viel Unsicherheit mit sich brachte und viel Flexibilität von allen forderte. Dennoch war auch im Jahr

2021 die grosse Solidarität mit dem Walter Zoo spürbar. Wofür ich sehr dankbar bin.

Gab es für Sie einen besonderen Meilenstein, etwas das Sie besonders geprägt oder verändert hat?

Nein. Das Jahr 2021 fühlte sich teilweise wie die Gerade zwischen zwei QRS-Komplexen eines Herz EKGs an.

Also keine grossen Höhenflüge, aber auch keine absoluten Tiefschläge.

Welchen Tag würden Sie am liebsten komplett streichen?

Ich kann mich an keinen Tag erinnern, den ich komplett streichen wollen würde.

Gibt es etwas, wofür Sie sich gerne entschuldigen würden?

Nichts, wofür die Zeitung das richtige Medium wäre.

Und auf was sind Sie besonders stolz?

Auf die Finanzierung und den Baustart unseres ersten Projektes aus dem Masterplan 2040 – die Anlage der

Kleinen Pandas und der Asiatischen Zwergotter. Dies trotz der schwierigen Corona-Situation für den Zoo. Die

Anlage wird im Mai 2022 eröffnet.

Was hat Sie traurig gemacht?

Die teils starken Fronten, die durch die Corona-Pandemie und den ergriffenen Massnahmen entstanden sind.

Und was so richtig wütend?

Der Umgang untereinander in den sozialen Medien – Wut und Hass werden hier ausgelebt auf eine Art und

Weise, wie ich es nicht nachvollziehen kann.

Haben Sie sich konkrete Ziele für 2022 gesetzt?

Der Walter Zoo hat für die nächsten 20 Jahre grosse Pläne – ich freue mich diese im neuen Jahr weiter

umzusetzen.

Was sollte im nächsten Jahr allgemein besser werden?

Die Planbarkeit in allen Bereichen. Ich freu mich auf mehr Stabilität und auf eine «positivere» Grundstimmung.

Und was darf so bleiben, wie es ist?

Der Zusammenhalt und die schöne Zusammenarbeit in der Zoo-Familie.

Wem würden Sie 2022 gerne begegnen?

In den letzten zwei Jahren war es schwierig, Menschen kennenzulernen. Ich freue mich auf neue, spannende

Begegnungen in der Ostschweiz aber auch auf interessante Menschen aus verschiedensten Zoo- und Artenschutz

Organisationen.

2021 war «Wetten, dass...?» der nostalgische Höhepunkt. Was sollte nächstes Jahr wieder auf der Bildfläche

erscheinen?

Die Serie «Ein Platz für wilde Tiere» vom bekannten Zoologen und Zoodirektor Bernhard Grzimek vermittelte in

den 60er und 70er Jahren viel Wissenswertes zu Zoo- und Wildtieren und thematisierte schon damals den

notwendigen Schutz und die Arterhaltung durch Zucht. So ein Sendeformat wünsche ich mir für die heutige Zeit, in

der der Natur- und Artenschutz durch Zoos noch viel wichtiger geworden ist.

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Laveba 03/2022

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Die Ostschweiz

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