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Gastkommentar

Kultur und Korruption – Dank Geldsegen vom kritischen Künstler zum Hofschranzen

Auch die Kulturförderung ist ein Milliardengeschäft. Ein Milliardengeschäft im Dunstkreis der Grün-Sozialisten.

Hermann Lei am 21. November 2022

Als Bundesrat Alain Berset (SP) 2012 sein Amt als Herr über die Bundes-Kulturförderung antrat budgetierte der Bund noch 156.7 Millionen Franken pro Jahr für die Kultur. 2024 werden es bereits 250 Millionen sein. Allein im Bundesamt für Kultur (BAK) sind 327 Mitarbeitenden damit beschäftigt, Geld zu verteilen.

Intime Kontakte helfen

Das geht so: Feinfühlige Mitarbeiter pflegen den Kontakt in die Kulturwelt, besuchen Vernissagen und Festivals und lernen ebenso feinfühlige Künstlerinnen kennen und lieben - Bundesrat «Tigrillo»-Berset geht da mit gutem Beispiel und vollem Körpereinsatz voran! Und so wird für die «Unterstützung von Vorhaben zur Stärkung der teilhabenden Bevölkerung und kulturellen Leben in Bereichen Praxis, Vernetzung und Grundlagen» mit Fr. 618'000.- jeder bedient, der im BAK die richtigen Leute kennt. Oder man kann sich am Schiffbautag des Schauspielhauses Zürich im Herbst 22 an einem staatlich finanzierten «Schrei-Workshop» freischreien. Oder im Museum Rietberg eine Ausstellung zum Thema «Maos Mango - Massenkult der Kulturrevolution» besuchen, wo die Rolle der Mango-Frucht in der chinesischen Kulturrevolution von 1968 untersucht wird.

An Korruption grenzend

Besonders obskur sind zwei Posten die an Korruption grenzen. So wird die Gewerkschaft der Kulturschaffenden mit über 2.25 Millionen Franken subventioniert. Selbst explizit linkslastige Verlage wie der Rotpunkt-Verlag (der Name ist Symbol) werden mit fast 1.5 Millionen Franken belohnt, etwas wovon andere Verlage nur träumen können. Besonders skurril ist die sogenannte Förderung des schweizerischen Filmschaffens, wo für 2021 bis 2024 fast eine Viertelmilliarde Steuerfranken ausgegeben werden. Trotz der eminenten Förderung betrug der Marktanteil des Schweizer Films 2021 nur 4%. Weil niemand die Schweizer Filme sehen will, was zwar bedauerlich aber angesichts der Inhalte nicht verwunderlich ist, wird mit dem Filmgesetz zusätzlich z.B. Netflix gezwungen, künftig 4% ihres Umsatzes in der Schweiz und den Schweizer Film zu investieren.

Bezahltes Auf-Putin-Urinieren

Die rot-grünen Städte und Kantone behandeln den Kulturtopf als sozialistischen Selbstbedienungsladen, mit dem sie ihre Klientel, ihre Leute und ihre Ideologie fördern wollen. Die Stadt Bern beispielsweise macht mit dem Kunstprojekt «Flooded Cars» für Fr. 42'000.- Fr. auf den Klimawandel aufmerksam. Auch in Zürich wird auf eine solche Aktion mit Fr. 120'000.- unterstützt: Entlüftung von SUV-Automaten künftig als Kosten des Steuerzahlers? Und die Stadt Frauenfeld spendiert einem bisher nicht bekannten Verein Fr. 280'000.- aus einem «Covid-Fonds» (!) für das Organisieren eines Street-Artfestivals. Die links-grüne Zürcher Gefolgschaft wiederum schätzt spezielle kulturelle Highlights, wie wenn eine Künstlerin auf ein Putin-Portrait uriniert.

Linker Selbstbedienungsladen

Oft bedienen sich Kulturliebhaber in Kantonen und Städten gleich selbst aus der Kasse. So in der Stadt Zug, wo die Kulturkommission ihrem Mitglied zu einem 3-monatigen Aufenthalt an der italienischen Riviera verholfen hatte. Im Kanton Thurgau bezog der linke Alt-86er Jochen Kelter, langjähriger Stiftungsrat der Kulturstiftung und mit Jahrgang 46 nicht gerade eines der «jungen Talente», welche unsere Stiftung gemäss Stiftungsurkunde fördern sollte, Förderbeiträge im Umfang von ca. Fr. 40'000.--, inkl. einer Reise an ein Festival im sonnigen Kreta. Weil die SVP solches kritisch begleitete, mutierte sodann das ausschliesslich aus Staatsgeldern gespiesene Kulturportal (Fr. 250'000.--/Jahr für die Betreuung einer Homepage) zur Kampforganisation gegen unliebsame SVP-Politiker. Die Fälle sind symptomatisch für die Verbandelung der Kulturfördergremien mit der Empfängerszene.

Politisch korrekt statt subversiv

Viele Künstlerinnen und Künstler sahen ihre Aufgabe früher darin, vorherrschende gesellschaftliche Normen in Frage zu stellen, sie hatten ein oft subversives Element. Heute ist der Künstler dank der Fütterung durch den Staat handzahm geworden. Viele Kulturschaffende gebärden sich als Hofschranzen des Staates, als Vertreter der politischen Korrektheit, als Wasserträger des Mainstreams.

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Autor/in
Hermann Lei

Hermann Lei (*1972) ist Anwalt und Thurgauer SVP-Kantonsrat.

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