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Unternehmenswert richtig kommunizieren

Mit Integrität als Unternehmenswert ethisch handeln

Welche Werte ein Unternehmen hat und wie es diese kommuniziert, prägt das Aussenbild. Zu Zeiten der Coronakrise gewinnen Werte eine noch grössere Bedeutung, da sie den Menschen Halt und Orientierung bieten.

Nellen & Partner am 09. September 2021

Zudem schätzen insbesondere jüngere Bewerber eine Arbeit mit Sinn und achten verstärkt auf die Unternehmenswerte des Wunscharbeitgebers. Sind für sie die gleichen Werte wichtig, spricht viel dafür, dass sich der Kandidat im Unternehmen wohlfühlen wird und die Unternehmenskultur verinnerlicht.

Umgekehrt hilft der Blick auf die Leitbilder des Unternehmens, um Kandidaten zu identifizieren, die für eben diese Grundsätze brennen. Stimmt der Cultural Fit, sind die Mitarbeiter meist motivierter und engagierter. Die Zufriedenheit mit der Arbeit wächst, und die Zusammenarbeit im Team verbessert sich. Das setzt voraus, dass das Unternehmen seine Werte auch lebt und damit Innen- und Aussenbild zusammenpassen. Die Geschäftsführung sollte den Wertekompass kommunizieren und als Massstab für das Verhalten aller Mitarbeiter authentisch vorleben.

Auf diese Weise bieten die Werte Orientierung, wirken sinnstiftend und motivierend. Sie bewirken, dass alle im Team die gleichen Ziele im Fokus haben. Zudem fördern sie das Vertrauen und die Loyalität der Mitarbeiter. Eine wertorientierte Unternehmensführung bereitet den Boden für eine klare Unternehmenskultur und Vision.

Den abstrakten Unternehmenswert Integrität mit Leben füllen

Werte sollten mit Inhalt gefüllt werden. Kommuniziert ein Unternehmen, dass seine Unternehmenswerte die Entscheidungen und Massnahmen bestimmen, ist das wenig aussagekräftig. Ob und wie die Leitbilder gelebt und in die tägliche Praxis umgesetzt werden, lässt sich daraus kaum entnehmen.

Der Unternehmenswert Integrität ist ein komplexer Begriff, der Raum für Interpretationen lässt. Das KMU-Magazin erklärt, dass Integrität bedeutet, „sich aus eigener Überzeugung im Einklang mit dem eigenen Wertesystem an gesellschaftliche Werte und Normen zu halten, geschriebene wie ungeschriebene, im Sinne eines ethischen Rahmens.“

Somit ergänzt Integrität die Compliance. Compliance sorgt dafür, dass Gesetze und Verordnungen eingehalten werden. Integrität geht weiter und bewirkt, dass Mitarbeiter auch in neuen und unklaren Situationen legitim und ethisch handeln, über die Buchstaben des Gesetzes hinausgehend.

Mit einem Unternehmenswert am gleichen Strang ziehen

Für die Studie „Compliance und Integrität in der Krise“ befragten die Kommunikationsagentur A&B One und das Zentrum für Wirtschaftsethik (ZfW) über 300 Führungskräfte aus Unternehmen ab tausend Mitarbeitern. Die Umfrage kam zu dem Ergebnis, dass Manager in Zeiten von Corona der Integrität einen höheren Stellenwert einräumen als dem Klimaschutz.

„Wodurch kann ein Unternehmen begeistern – auch als Arbeitgeber?“ Auf diese Frage antworteten 85 Prozent der Teilnehmer „Hervorragende Produkte“, dicht gefolgt von „Freiräume für selbstbestimmtes Arbeiten“ und „Gute Work-Life-Balance“ mit jeweils 83 Prozent.

Das ethisch einwandfreie Geschäftsgebaren nannten 73 Prozent der Teilnehmer und das integre Handeln 71 Prozent. Damit überholen diese Themen den Umwelt- und Klimaschutz, der von nur 64 Prozent als wichtiges Kriterium für die Bindung an den Arbeitgeber genannt wurde.

Auf die Frage, für welche Werte sich ihr Arbeitgeber engagieren sollte, wünschten sich 56 Prozent der Befragten mehr Engagement für rechtliche Werte. Damit schätzen sie Integrität, Transparenz und Fairness im Wettbewerb wichtiger ein als soziale Werte wie Chancengleichheit und Menschenrechte. Die sozialen Grundsätze nannten nur 52 Prozent der Führungskräfte.

Auf die Frage welchen Stellenwert bestimmte Werte für ihren Arbeitgeber haben, äusserten sich die Manager kritisch. Lediglich 48 Prozent der Befragten nehmen an, dass es für ihren Arbeitgeber eine (sehr oder eher) hohe Bedeutung hat, auch dann integer zu handeln, wenn es sich „nicht rechnet“. Diversität und Chancengleichheit haben laut 59 Prozent der Führungskräfte für den Arbeitgeber eine hohe Bedeutung. Ganz vorne liegen die Unternehmensziele im engeren Sinne: hervorragende Produkte und der überdurchschnittliche wirtschaftliche Erfolg.

Über Werte sprechen: die Rolle der Führungskräfte

Damit die Beschäftigten ein gemeinsames Grundverständnis für einen Wert wie Integrität haben, sollte dazu informiert und darüber diskutiert werden. Dazu bieten sich Workshops an, aber auch Blogbeiträge und Erklärvideos mit Beispielen aus dem Unternehmensalltag. Darin könnten die Geschäftsführung, Manager und Mitarbeiter in verschiedenen Funktionen berichten, wie sie mit dem Wert in ihrer täglichen Arbeit umgehen. Die Manager sollten den Wert im Unternehmensalltag vorleben, damit er sich verbreitet.

Durch COVID-19 arbeiten mehr Menschen im Home Office und auch nach der Pandemie wird das hybride Arbeiten einen hohen Stellenwert behalten. Durch das Remote Work nimmt die Bedeutung von Integrität zu.

Im Prozess der Rekrutierung gilt es herauszufinden, ob der Bewerber wirklich hinter diesen Werten steht. Kommt es zur Einstellung, sollte der Vorgesetzte neue Mitarbeitende beim Onboarding und in ihrer Einarbeitung über den Unternehmenswert Integrität informieren. Auch wenn dabei Positivbeispiele im Vordergrund stehen, ist es hilfreich, wenn die Geschäftsführung erklärt, wie und warum mangelnde Integrität dem Unternehmen schaden kann.

Autor: Thomas Ritter

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Autor/in
Nellen & Partner

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