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Auktionshaus Rapp

Schnäppchenjagd und Juwelen-Bietgefecht: Rubin-Ring wird für über 60'000 Franken versteigert

Luxus aus zweiter Hand weckte offenbar Emotionen und Kauflust: Ein Rubin-Ring war an der Online- und Saalversteigerung des Auktionshauses Rapp in Wil besonders begehrt und wurde für einen Preis von 62‘500 Franken versteigert. Unter den Hammer kamen am Samstag, 8. Juni, über 600 Lose.

Die Ostschweiz am 09. Juni 2024

Die Auktion verdeutlichte den Wandel in diesem Wirtschaftszweig hin zum trendigen Boutique- und Trendcharakter. Sie stand ganz im Zeichen der Schnäppchenjagd aufstrebender junger, stilbewusster Generationen und der Suche gestandener Fachleute des Juwelenhandels nach absoluten Top-Raritäten.

Alles, was an Marken Rang und Namen hat, war an der Online- und Saalauktion von Rapp in Wil heiss begehrt: «Vor allem Stücke von Cartier, Chanel, Rolex, Hermès und Louis Vuitton waren hart umkämpft», resümiert Marianne Rapp Ohmann, Inhaberin des Auktionshauses Rapp. Sie freute sich, im Auktionssaal viele Mitbietende unter 40 Jahren zu treffen. Sie lieferten sich mit der grossen Online-Konkurrenz aus aller Welt regelrechte «Ping-Pong-Bietgefechte».

Umkämpfter Rubin

Ein sehr seltenes Stück mit einem besonders schönen Rubin in schillerndem, intensivem Rot aus Burma war einer bietenden Person 62‘500 Franken wert, nachdem die Versteigerung bei 15‘000 Franken begonnen hatte: Aussergewöhnlich viele Händler und Sammelnde hätten mitgeboten, sagt Rapp Ohmann. Sie verzeichnete bei diesem seltenen Schmuckstück «besonders viele Kauflustige rund um den Globus, die für diesen Ring Gebote abgegeben haben – vor allem online, aber auch unser Personal für das Telefonbieten war stark gefordert». Ein Brillantring in Gelb- und Weissgold mit einem imposanten ovalen kolumbianischen Smaragd in leuchtendem transparentem Grün wurde ebenfalls zum stolzen Preis von 42‘500 Franken versteigert.

Noch etwas hat Rapp Ohmann festgestellt: «Unbehandelte Edelsteine wie Saphire und Rubine in Top-Qualitäten mit Seltenheitswert und hoher Qualität haben Sammelnde, Händler und Liebhaberinnen von seltenen Stücken auf der ganzen Welt zum Mitbieten bewogen.» Sie nennt zwei ungefasste intensivfarbige Saphire als Paradebeispiele, weil sie 35‘000 Franken und 21‘250 Franken gelöst hatten – und damit das Siebenfache der jeweiligen Startpreise.

Edle Uhren und feine Tropfen

Bei den Uhren lag das Hauptaugenmerk auf den derzeit begehrten Herren-Rolex-Chronographen, von denen ein Daytona-Modell für 65‘000 Franken verkauft wurde. Eine «Submariner» wechselte den Besitzer für 27‘500 Franken. Generell, so Rapp Ohmann, sei Vintage bei Uhren in: Gerade Vertreter der jüngeren Generationen seoen auf der Suche nach seltenen Einzelstücken mit raffinierten Konfigurationen von Patek Philippe und Piaget. Auch bei den Weinen und Whiskys zeigten die Verkaufspreise zum Teil, dass etliche Trouvaillen unter den Losen zu finden waren – zum Beispiel die 3750 Franken für gerade mal fünf Flaschen eines renommierten Bordeaux-Weingutes oder 6500 Franken für den absoluten Überflieger bei den Whiskys, eine Flasche Yamazaki Single Malt aus Japan.

Hermès-Tasche für 15‘000 Franken

Insgesamt zieht Rapp Ohmann eine positive Bilanz: «Es hat sich gelohnt, den Auktionsrhythmus zu erhöhen.» Insbesondere aus Frankreich war die Online-Beteiligung sehr gross: «Das hat mit den französischen Luxusmarken zu tun, die im Land selber in breiten Kreisen zum guten Ton gehören. Weil die jüngere Generation auch in Frankreich vermehrt auf Luxus mit Retro-Flair und moderner Eleganz setzt, sind Auktionen auch für sie en vogue.» Entsprechend fanden im Bereich Luxushandtaschen und Reisegepäck Liebhaberinnen und Liebhaber ihre Trouvaillen, allen voran Hermès-Taschen der Modelle Birkin oder Kelly: Sie sind Ausdruck des aktuellen Luxustrends und der Französinnen, die sich ein Stück «modischen Nationalstolz» sichern wollten: Sie erzielten zum Teil Preise von bis 15‘000 Franken – zum Bespiel eine Birkin 35 Verso.

Auch TikTok gibt Takt an

Die Kurzfristigkeit der oftmals neuen und immer mehr auch jüngeren Kundschaft habe an dieser Versteigerung einen Unterschied gemacht. «Immer mehr Menschen entdecken Auktionen – die Bandbreite ist gross, da mit dem Markteintritt jüngerer Generationen auch Kurzentschlossene aus der ‹Gen Z› über Social Media und dort auch auf TikTok den Takt angeben.» Bei den Interessierten habe es diesmal deshalb einen besonders spannenden Mix gegeben – von grossen Edelstein- oder Uhrenhändlern bis zu ganz jungen Lifestyle-Schnäppchenjägern.

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