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Ostschweiz: +13% mehr Stellen als im Vorjahr

Stabilisierung auf Vorkrisenniveau des Jahres 2019

Im Jahr 2021 schreiben Unternehmen in der Ostschweiz 13% mehr Stellen aus als im Vorjahr. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich insbesondere für die Fachkräfte von Dienstleistung und Verkauf und in den Hochschulberufen von Wirtschaft und Sozialem.

Die Ostschweiz am 13. Januar 2022

Dies zeigt die wissenschaftlich fundierte Erhebung des Adecco Group Swiss Job Market Index des Stellenmarkt-Monitors Schweiz der Universität Zürich.

Knapp zwei Jahre nach dem ersten Corona-Lockdown im März 2020 schliesst der Schweizer Stellenmarkt im 4. Quartal 2021 mit einem deutlichen Plus von 39% mehr Stellenausschreibungen im Vergleich zum 4. Quartal 2020 ab. Seit dem Frühling nimmt die Anzahl an Stellenausschreibungen stetig zu. Ein solch rasanter und massiver Anstieg des Index wurde seit Messbeginn im Jahr 2003 noch nie beobachtet. Selbst im Vergleich mit dem Vorkrisenquartal (4. Quartal 2019) verzeichnet der Index einen eindeutigen und bemerkenswerten Zuwachs von 18% und erreicht damit ein neues Rekordhoch.

Dieser massive Zuwachs an Stelleninseraten widerspiegelt die deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in der Schweiz über die letzten Quartale und geht mit der positiven Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) einher. Gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) führten Steigerungen im privaten Konsum und der Warenexporte dazu, dass das BIP bereits im Sommer 2021 das Vorkrisenniveau vom 4. Quartal 2019 überstieg1. Gegenwärtige Entwicklungen sprechen jedoch dafür, dass sich das wirtschaftliche Wachstum und somit auch die positive Entwicklung in der Zahl der Stellenausschreibungen im Jahr 2022 verlangsamen wird. Insbesondere die rasche Ausbreitung der neuen Virusvariante Omikron und die anhaltenden internationalen Lieferengpässe wirken bremsend auf das Wirtschaftswachstum.

«Sollte Omikron zur Wiedereinführung von härteren Massnahmen im In- und Ausland führen, wie etwa die Schliessung gewisser Dienstleistungsbranchen, oder sollten die Lieferengpässe gerade auch wegen der Verbreitung von Omikron im Ausland länger andauern, dann könnte sich auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt wieder verschlechtern. Dies insbesondere im Handel und in Hotellerie und Gastronomie, wie auch in den verarbeitenden und exportorientierten Branchen. Allerdings könnten die durch Omikron verursachten krankheitsbedingten Personalengpässe auch einen Anstieg bei den Temporärstellen auslösen. Der Urvater von Adecco, Henri-Ferdinand Lavanchy, gründete nämlich die erste Personalvermittlungsagentur Europas während einer Grippeepidemie, um genau dieser erhöhten Nachfrage nach Ersatzpersonal nachzukommen».

Nachdem die Ostschweiz im Krisenjahr 2020 einen 8-prozentigen Rückgang des Stellenangebots verzeichnete, nimmt die Anzahl an Jobinseraten im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 13% zu. Somit erreicht die Zahl der Stellenausschreibungen aktuell bereits wieder das hohe Vorkrisenniveau vom Jahr 2019.

Das stärkste Stellenwachstum mit einem Plus von je 47% findet sich bei den Fachkräften von Dienstleistung und Verkauf, zu denen u.a. Servicemitarbeitende, Verkaufskräfte und Köch/-innen zählen, sowie bei den Hochschulberufen von Wirtschaft und Sozialem, unter welche u.a. Sozialwissenschaftler/- innen, Kulturberufe wie auch Spezialist/-innen in Vertrieb, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit fallen. Beide Berufsgruppen erlitten zuvor im Krisenjahr 2020 einen markanten Einbruch bei den Stellenausschreibungen: -24% bei den Fachkräften von Dienstleistung und Verkauf und -32% bei den Hochschulberufen von Wirtschaft und Sozialem. Nimmt man das Vorkrisenjahr 2019 ins Blickfeld, dann ergibt dies bei den Fachkräften von Dienstleistung und Verkauf ein deutlich positives Ergebnis; nämlich, 13% mehr Stellenausschreibungen. Bei den Hochschulberufen von Wirtschaft und Sozialem erreicht das Stellenangebot aktuell wieder das Vorkrisenniveau.

«Nachdem die Schweizer Haushalte knapp ein Jahr lang gespart und auf viele soziale Aktivitäten verzichten mussten, war die Konsumentenstimmung, gemäss dem Staatsekretariat für Wirtschaft, im Juli 2021 wieder so hoch wie seit dem Jahr 2010 nicht mehr. Während die Ostschweizer Gastronomie und Kulturlandschaft von den Lockerungen im Sommer und der deutlichen gesteigerten Nachfrage nach sozialen und kulturellen Aktivitäten profitieren, kann sich der Detailhandel über den weiterhin reduzierten Einkaufstourismus und die Kauflust der Schweizer Haushalte freuen. Diese Entwicklungen treiben unweigerlich auch die Nachfrage nach Berufen wie Verkaufskräften oder Servicemitarbeitenden und nach Kulturberufen an. Auch die pandemiebedingte Veränderung im Kaufverhalten der Schweizer Bevölkerung hin zum Online-Kauf, lässt die Nachfrage nach E-Commerce Berufen wie etwa Spezialist/-innen im Vertrieb und Marketing in die Höhe steigen».

  • Yanik Kipfer, Stellenmarkt-Monitor Schweiz

MINT und Gesundheit (-3%) (bspw. Pflegefachkräfte und Spezialist/-innen für ICT, Datenbanken und Netzwerke) bleibt das Stellenangebot 2021 im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil Ein ebenfalls positives, aber deutlich geringeres Stellenwachstum wird 2021 in der Ostschweiz bei den Fachkräften von Handwerk und Hilfskräften (+13%) und den Fachkräften von Büro und Verwaltung (+9%) registriert. Bei den Fachkräften von Büro und Verwaltung (z.B. allgemeine Büro- und Sekretariatskräfte, Bürokräfte mit Kundenkontakt oder Fachkräfte im Bereich Finanzen und mathematische Verfahren) sank im Krisenjahr 2020 das Stellenangebot deutlich. Interessanterweise suchten dagegen Ostschweizer Unternehmen bereits während dem Krisenjahr vermehrt Fachkräfte von Handwerk und Hilfskräfte (z.B. Bau- und Ausbaufachkräfte, Elektriker/-innen, Bediener/-innen stationärer Anlagen und Montageberufe). Bei den Fachkräften der Technik (-3%) (bspw. Ingenieurtechnische und vergleichbare Fachkräfte) und den Hochschulberufen von. Nur bei den Führungskräften (-7%) ist eine schwach negative Entwicklung zu beobachten.

Über den Adecco Group Swiss Job Market Index (Job Index)

In Zusammenarbeit mit dem Stellenmarkt-Monitor Schweiz (SMM) am Soziologischen Institut der Universität Zürich veröffentlicht die Adecco Gruppe Schweiz jeweils im Januar, April, Juli und Oktober den Adecco Group Swiss Job Market Index (Job Index). Mit dem Job Index steht für die Schweiz eine wissenschaftlich fundierte und umfassende Messgrösse für die Entwicklung des Stellenangebots in Onlinestellenportalen und Unternehmenswebsites zur Verfügung. Er beruht auf repräsentativen Quartalserhebungen der Stellenangebote in der Presse, auf Onlinestellenportalen sowie auf Unternehmenswebsites.

Über die Adecco Gruppe Schweiz

Die Adecco Gruppe Schweiz ist Schweizer Marktführer im Bereich Human Resources. Mit über 600 Mitarbeitenden an über 50 Standorten in allen Sprachregionen verhelfen wir jährlich rund 23'000 Fachkräften zu neuen beruflichen Herausforderungen. Unsere Brands sind in ihrem jeweiligen Fachgebiet spezialisiert. Die Adecco Gruppe Schweiz bietet massgeschneiderte Lösungen für Stellensuchende sowie für kleine, mittlere und grosse Unternehmen im Bereich Human Resources an: Feststellenvermittlung, Temporär-Vermittlung, Payroll Services, Ausgliederung und Auslagerung von ganzen HR-Prozessen, Karriereplanung, Talentförderung und -mobilität. In der Schweiz sind wir mit folgenden Marken vertreten: Adecco, Adia, Spring Professional, Badenoch & Clark, Pontoon Solutions, Lee Hecht Harrison und General Assembly.

Die Adecco Gruppe Schweiz ist ein Unternehmen der Adecco Gruppe, internationaler Marktführer im Bereich Human Resources, die für die Arbeitswelt im Bereich Technologie und Talentmanagement neue Massstäbe setzt. Die Adecco Gruppe mit Hauptsitz in Zürich beschäftigt weltweit rund 35'000 Mitarbeitende in 60 Ländern und Regionen. Das Fortune-Global-500-Unternehmen ist an der SIX Swiss Exchange kotiert.

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Autor/in
Die Ostschweiz

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