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Auf der Kantonsgrenze

SVP-Kandidaten aus St.Gallen und Thurgau empfehlen sich gegenseitig

Sie wollen in zwei verschiedenen Kantonen in die Regierung einziehen und präsentieren sich nun dem jeweiligen Wahlvolk kurzerhand in einem gemeinsamen Videoclip: Michael Götte (SVP St.Gallen) und Urs Martin (SVP Thurgau).

Stefan Millius am 11. Februar 2020

Ganz so zufällig, wie sie den Anschein geben wollen, dürfte ihr Zusammentreffen direkt an der Kantonsgrenze zwischen Steinach und Arbon nun wohl nicht gewesen sein. Zumal ebenso zufällig eine Kamera dabei war. Aber die Idee ist neuartig. Zwei Regierungsratskandidaten derselben Partei aus verschiedenen Kantonen empfehlen sich in einem Videoclip auf Facebook gegenseitig zur Wahl. Der Tübacher Gemeindepräsident Michael Götte will bekanntlich für die St.Galler SVP in die Regierung, Urs Martin soll für die Thurgauer SVP den bisherigen Sitz von Jakob Stark bewahren.

Ansonsten haben die beiden auf den ersten Blick eigentlich wenig gemeinsam. Michael Götte ist seit Beginn seiner Laufbahn eine Art konziliantes Rollenmodell für die oft aufmüpfig und wenig diplomatisch politisierende St.Galler SVP. Er gilt als kompromissbereit und ist auch bei den anderen Parteien wohlgelitten. Die Thurgauer SVP entspricht als Ganzes sozusagen dem Profil von Götte, sie hat sich stets von der Art der Zürcher SVP abgegrenzt, die in der Schweiz den Takt vorgibt. Urs Martin hingegen hat sich in der Vergangenheit eher jenem Flügel zugewandt und trat oft scharfzüngig auf. Auf der Spur Richtung Regierungsmandat hat er sich aber, wie Beobachter sagen, deutlich gemässigt in Richtung staatsmännisch.

Im direkten Gespräch sind Götte und Martin jedenfalls voll des Lobes für den jeweils anderen, wie der kurze Clip zeigt:

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Stölzle /  Brányik
Autor/in
Stefan Millius

Stefan Millius (*1972) ist Chefredaktor von «Die Ostschweiz».

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