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Ranking der Handelszeitung

Teufen ist die «beste» Gemeinde der Ostschweiz

Die «Handelszeitung» hat einmal mehr die Schweizer Gemeinden einem Vergleich unterzogen. Wo lebt es sich gemäss den gewählten Kriterien am beste? Acht Ostschweizer Gemeinden haben es in die Top 100 geschafft. Teufen belegt Platz 33 unter 936 Gemeinden.

Stefan Millius am 10. Oktober 2021

Zunächst: Alles ist relativ. Auch dann, wenn angeblich knallharte Kriterien zu einem Resultat geführt haben. Die Heimat ist dort, wo das Herz ist, und die wenigsten Leute werden der Ansicht sein, ihre Wohngemeinde sei eine Hölle. Auch nicht die Menschen im aargauischen Brittnau, dem Schlusslicht der aktuellen Rangliste der «Handelszeitung». Die hat traditionsgemäss Schweizer Gemeinden anhand einer Liste von Faktoren verglichen und daraus in Zusammenarbeit mit einer auf Standortfragen spezialisierten Firma ein Ranking gebastelt.

Mit dabei waren unter den 2200 Schweizer Gemeinden diejenigen mit mehr als 2000 Einwohnern, 936 an der Zahl. 70 Einzelindikatoren, die acht Kategorien bilden, flossen in die Beurteilung. Es ging um Wohnen, Arbeitsmarkt, Bevölkerung, Steuern, Erreichbarkeit, Versorgung, Sicherheit und Ökologie). Stärker ins Gewicht als anderes fielen die Immobilienpreise. Also eher harte als weiche Faktoren, obschon letztere ja bei der Wohnortwahl durchaus auch eine Rolle spielen.

Aber wenn man die Kriterienliste spasseshalber als sakrosankt nimmt, ergibt sich aus Ostschweizer Perspektive folgendes Bild. Acht Gemeinden aus den Kantonen St.Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden schafften es in die ersten 100 Ränge:

33. Teufen AR

55. Münsterlingen TG

57. Speicher AR

63. Mörschwil SG

88. Schwende AI

91. Rapperswil-Jona SG

93. Steinach SG

96. Rüte AI

Die Liste birgt Fragezeichen. In Appenzell Innerrhoden gibt es keine Gemeinden, nur Bezirke, und das auf kleinster Fläche. Die Bezirke überschneiden sich auf so verwirrende Weise, dass selbst Einheimische nicht immer sagen können, auf welchem Flecken sie sich gerade befinden. Dass in Innerrhoden Schwende und Rüte einen Platz in den Top 100 ergattern konnten und der Hauptort Appenzell auf Platz 255 landet, kann eigentlich nur den Immobilienpreise im «Zentrum» des Kantons geschuldet sein. Was Infrastruktur und so weiter angeht, dürfte es schwierig gewesen sein, echte Unterschiede zu eruieren.

Wer herausfinden will, wo die eigene Gemeinde positioniert ist, muss sich hinter eine Bezahlschranke bei der «Handelszeitung» begeben. Oder aber sich einfach das eigene Gefühl verlassen. Wenn es passt, passt es, egal, wie ein Ranking aussieht.

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Stölzle /  Brányik
Autor/in
Stefan Millius

Stefan Millius (*1972) ist Chefredaktor von «Die Ostschweiz».

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