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Song für den Widerstand

«Wahrscheinlich war mein Song sogar zu soft!»

«Schwiz Wach Uf»: So heisst der erste Mundart Song des Rappers Marty McKay aus Zürich. Der 38-jährige Musiker kritisiert darin unsere Politiker und die Corona-Massnahmen und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

Nadine Linder am 29. Mai 2021

«Geht auf die Strasse, lasst euch nicht alles gefallen, glaubt nicht alles, was unsere Politiker uns erzählen und bitte wacht auf!» Dies ist die Botschaft des Zürcher Rappers Marty McKay in seinem neuen Song «Schwiz Wach Uf!». Es ist ein Song mit klaren Worten an unsere Politiker und auch an die Schweizer Bevölkerung. Schnörkel- und schonungslos. Unsere Kulturredakteurin Nadine Linder hat mit Marty McKay über seinen Song für den Widerstand gesprochen.

Marty McKay, Du veröffentlichst Deinen ersten Mundart Song «Schwiz Wach Uf» in der Schweiz. Ein Song in dem Du unsere Politiker sowie die Corona-Massnahmen kritisch beleuchtet. Wie kamst Du darauf?

Für mich waren die Massnahmen von Anfang an total unverhältnismässig. Für mich war klar, dass der Kollateralschaden um ein Mehrfaches grösser sein wird als alles andere. Ich nahm früher nie an Demonstrationen teil. Aber war auch einer der Ersten an den Kundgebungen auf dem Sechseläutenplatz in Zürich, um herauszufinden ob ich alleine bin mit meinen Gedanken. Für mich war klar, dass unsere Regierung jetzt diese Chance nützt, um den Staat künstlich aufzublähen und es die perfekte Chance ist, um mehr Eingriff in unsere Privatleben zu erhalten als je zuvor. Diese perfide Entwicklung und komplett einseitige Berichterstattung der Massenmedien haben bei mir das Fass zum Überlaufen gebracht. Ich wollte nie Mundartmusik machen, da unsere Sprache für mich phonetisch halt nicht gleich sexy klingt wie Englisch. Da sich aber leider niemand anders traut, Klartext zu sprechen, habe ich dies nun getan.

Deine Vision ist es, mit dem Song in die Charts zu kommen und so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Als wie kritisch empfindest Du die Schweizer Bevölkerung? Oder anders gefragt: Wie viele Menschen sind wohl Deiner Meinung?

Es wachen jeden Tag mehr Menschen auf. Wenn 10'000 Leute an eine Demonstration gehen, gibt es mit Sicherheit mindestens zehn Mal soviel Leute, welche genau gleich denken. Aber bei uns braucht es extrem viel, bis die Schweizer Bevölkerung auf die Strasse geht. Die Diskussion endet immer an derselben Kreuzung: Glaubt man an das «Böse» im Menschen? Glaubt man an die Möglichkeit hintergangen und eventuell verarscht zu werden? Oder verweigert man diese Möglichkeit komplett?

Uns ging es die letzten zwei bis fast drei Jahrzehnte einfach viel zu gut. Die Menschen sind so gutgläubig geworden, dass sie so argumentieren, als hätte der 2. Weltkrieg in einem Paralleluniversum stattgefunden. Viele Schweizer sind gutgläubig und denken zum Beispiel immer noch, dass die Politiker immer nur unser Bestes wollen. Gibt es das? Absolut.

Es gibt aber auch das Gegenteil, und Politiker verfolgen nur Strategien, um wiedergewählt zu werden oder andere Ziele. Leider kommt dies mindestens genauso häufig vor. Die Leute wachen dann auf, wenn sie begreifen, dass nicht immer alle das Beste im Sinn haben. Das hat nichts mit einer Verschwörung zu tun, sondern liegt im Naturell des egoistischen Menschen. Wer das ausblendet, lebt in einer Disney-Fantasiewelt.

Du lehnst Dich mit Deinem Song weit aus dem Fenster. Befürchtest Du als Künstler keine Nachteile daraus?

Man erntet mehr Hass und mehr Beifall zugleich. Grundsätzlich polarisiere ich aber lieber, als Fahrstuhlmusik zu machen, die jeder einfach ok findet, aber niemanden richtig berührt. Es wird definitiv Nachteile geben. Aber schlussendlich bekennt jeder einfach nur seine Farbe. Ich will mich ausschliesslich nur mit Leuten und Firmen umgeben, welche für mich das richtige «Mindset» haben. Wenn du gegen eine freie Meinungsäusserung bist und die Cancel Culture unterstützt, möchte ich sowieso nichts mit dir zu tun haben. Wenn alles rund läuft, fällt so etwas nicht auf. In den letzten Monaten hat aber jeder direkt oder indirekt Farbe bekannt.

Du nennst unseren Bundesrat korrupt. Gehst Du damit nicht zu weit?

Wenn man sieht, wie viele Gelder zu welchen Pharmafirmen fliessen, denke ich nicht. Ich sehe Plakate, dass ich mich impfen soll, damit ich wieder in die Badi kann. Für einen Virus mit einer 99.85% Überlebenschance gemäss einer Stanford-Studie. Wahrscheinlich war mein Song sogar zu soft. Wenn so etwas normal wird, ist es einfach nur noch pervers. Der einzige Grund, warum die Mehrheit dies nicht sieht, ist weil man uns halt Schritt für Schritt herangeführt hat. Als ich letzten April meinen Freunden sagte, dass man sich in Restaurants und Bars zukünftig registrieren müsse, sagten mir alle, dass ich ein Verschwörer sei. Heute ist es normal. Was passiert ist, ist Social Engineering auf höchster Stufe. Aber die studierten Neunmalklugen begreifen das ironischerweise meistens nicht.

Wie reagieren die Menschen auf deinem Song?

Dankbar. Emotional. Berührt. Es hat bei vielen sogar Tränen ausgelöst, weil der Song so eine enorme Energie hat. Auch wenn man mit dem Inhalt nicht 100% einverstanden ist, ist «Schwiz Wach Uf!» ein Weltklassesong geworden. Konstruktive Kritik kam bisher null, ein paar wenige Hater sagen höchstens, dass sie es schlecht finden. Das berührt mich null, da die Kritik ja weder Hand und Fuss hat.

Hast Du auch bereits Reaktionen von der Politik oder den Medien erhalten?

Ich weiss es ehrlich gesagt nicht, da meine Mailbox überflutet wurde und ich das Handy auf Flugmodus stellte. Die Mainstream-Medien werden zurückhaltend sein, denn selbst wenn sie mich ins negative Licht stellen, würden sie mehr Leute auf den Song aufmerksam machen. Wenn sich ein Politiker oder Copy-Paste «Journalist» traut mich anzugreifen, wie man es teilweise bei Marco Rima gemacht hat: Ich kann den Spiess auch umdrehen und genauso persönlich werden in einem Song und zurückschiessen. Und zwar richtig.

Du forderst die Schweizer Bevölkerung dazu auf, aufzuwachen und auf die Strassen zu gehen. Kaum eine Demonstration wird bewilligt. Was ist Deine Meinung dazu?

Es ist kriminell. Wenn wir in einer Demokratie leben, soll der Schweizer auf die Strasse gehen dürfen, wenn ihm etwas nicht passt. Punkt. Wenn das nicht mehr so ist, leben wir nicht mehr in einer Demokratie. Hört einfach auf, dieses Spiel mitzuspielen. Wenn sie uns keine Bewilligung geben, gehen wir erst recht. Wenn nur ein kleiner Anteil des Volkes aufsteht, hat der Wahnsinn ein Ende. Warum berichtet wohl niemand mehr über die USA, wo alles geöffnet wurde und die Katastrophe ausblieb? Und nein, wohl kaum wegen der Impfung.

Du bist einer der wenigen Künstler die sich dies bis jetzt getraut haben. Warum ist dies wohl so?

Das ist tragisch. Ich bin wohl der Einzige, der an Ostern die Eier gefunden hat? _(lacht) _Die etablierten Künstler mit Reichweite begreifen entweder immer noch nicht was abgeht, oder sie haben Angst, einen grossen Imageschaden zu erleiden. Sie haben immer noch die Illusion, das Ganze aussitzen zu können. Der Punkt ist, man hätte sich gar nie extrem weit aus dem Fenster lehnen müssen. Es hätte gereicht, wenn man zum Beispiel politisch korrekt, aber bestimmt gesagt hätte: «Liebe Politiker, ich habe fünf Angestellte im Büro, eine Live-Band und eine Crew. Denen wurde die Lebensgrundlage seit Monaten entzogen. Ich finde, wir müssen langsam zurück ins Leben. Das mit den Zahlungen funktioniert nicht immer so gut wie ihr gross verkündet. PS: An meinen Konzerten können immer alle teilnehmen, es gibt keine Zweiklassengesellschaft». Doch nicht mal das trauen sich unsere Promis. Man erkennt halt nur in ausserordentlichen Situationen, wer wirklich Charakter hat.

Welche Massnahmen im Zusammenhang mit Corona findest Du am absurdesten?

Ich weiss gar nicht wo anfangen. Die Maske an der frischen Luft und an Orten, wo konsumiert wird? Sind wir eigentlich völlig verblödet? Beim Gang aufs Klo? Da spreche ich bekanntlich ja immer zehn Leute unterwegs an. Ich frage mich, welcher Vollidiot auf so eine Idee gekommen ist? Abgesehen davon, dass sowieso keine einzige Maske gegen Viren schützt. Dies wird auf der Verpackung auch immer klar so deklariert. Social Distancing stammt aus dem Militär und hat ebenfalls keinen wissenschaftlichen Hintergrund. Die Sperrstunde hat auch soviel Sinn gemacht. Der Schweizer benimmt sich ja wie ein Engländer im Ausgang und es gibt ab Mitternacht jeweils betrunkene Massenorgien... Die Leute, die so etwas bestimmen, sind krank und haben keinen Bezug zur Realität. Im Laden ist eine limitierte Anzahl zugelassen, und draussen stehen 50 Leute eng beieinander. Es ist einfach nur noch schwachsinnig. Wer Angst hat, soll zu Hause bleiben oder sich schützen. Die anderen soll man in Ruhe lassen.

Wie stehst Du persönlich zum Impfen? Empfindest Du dies als freiwillig? Und wirst Du Dich selber impfen lassen?

Niemals werde ich mich impfen lassen. Ende 2020 habe ich «V for Vaccine feat. Canibus» veröffentlicht. Einen Song, der über die Impfung und Impfschäden aufklären soll. Ein Thema, das totgeschwiegen wird. Impfschäden sind keine Verschwörung, sondern bittere Realität. Wenn eine Impfung so gut ist, dass sie mir auf allen Kanälen mit Propaganda verkauft werden muss, sollte doch der Hinterletzte misstrauisch werden. Üblicherweise benötigt man fünf bis zehn Jahre, bis ein Impfstoff zugelassen wird. Und Langzeitschäden wie Krebs oder Autoimmunkrankheiten erscheinen nicht innerhalb eines Jahres. Wir vermeiden genmanipuliertes Essen, aber spritzen uns eine völlig neue Technologie, bei der der Hersteller nicht haftbar gemacht werden kann oder teilweise sogar Diplomatenstatus hat. Wir kaufen kein Auto ohne Garantie, aber bei unserem Leben nehmen wir es nicht so genau.

Was hältst Du von den aktuellen Lockerungen des Bundesrates?

Wenn du mich anlügst, dann mache es bitte richtig. Für mich ist das Timing vor der Abstimmung des COVID-Gesetztes so offensichtlich und plump. Spätestens im Herbst kommt ein neuer bösartiger Mutant mit einer noch bösartigeren Welle, und die Narzissten stellen sich wieder einmal pro Woche ins Fernsehen um Angst zu verbreiten. Nur ein Gefangener in Ketten freut sich über Lockerungen. Wer denkt, jetzt wäre alles vorbei, liegt falsch. Und wenn ich falsch liege, freue ich mich wie kein anderer.

Was würdest Du den Bundesrat gerne fragen wenn Du die Gelegenheit dazu hättest? Oder ihm mitteilen?

Sie sollen sich meinen Song auf iTunes downloaden und danach auf Spotify in Endlosschlaufe anhören. Im Ernst, da hätte ich nur Interesse, wenn es eine unzensierte Diskussion vor laufender Kamera gäbe. Aber für was fragen, wenn man sowieso angelogen wird. Für mich hat jeder einzelne Bundesrat versagt. Sie sollen zurücktreten. Das sind keine Leader, es sind reine Opportunisten mit falschen Interessen. Ich fände ein lebenslanges Restaurant- und Kulturverbot für den Bundesrat angemessen, dass sie in der Öffentlichkeit nicht mehr willkommen sind. Wer eine Zweiklassengesellschaft aktiv befürwortet und aufbauen möchte, soll diese selber zu spüren kriegen.

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Nadine Linder

Nadine Linder ist Redaktorin von «Die Ostschweiz».

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