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Bündnerbike

Wenn das Bike ein Lebensgefühl vermittelt

Eine Harley-Davidson ist an sich schon ein Blickfang. Damit dieser aber noch spezieller und ausgefallener wird, dafür sorgt Bündnerbike in der Ostschweiz. In einer Zeit, in der gerade Handwerkbetriebe oftmals sinkende Umsatzzahlen hinnehmen müssen, ist die Familie Ludwig sehr erfolgreich unterwegs.

Manuela Bruhin am 16. Mai 2020

Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine ergänzende Information zu einem im Printmagazin «Die Ostschweiz» publizierten Artikel. Das Magazin kann via abo@dieostschweiz.ch bestellt werden.

Ein Gefühl von Freiheit, Freude und Unbegrenztheit. Aber auch eine Prise Rebellion schwingt mit, wenn es um Motorräder der Marke Harley-Davidson geht. Häufig werden damit Rocker in Verbindung gebracht, viel Leder und wilde Kerle. Das dem aber nicht immer so sei, erklärt Natalie Oberli von Bündnerbike. Das Unternehmen hat sich auf Harley-Davidson und deren Umgestaltung spezialisiert – und so unterschiedlich die Wünsche sind, sei es eben auch die Kundschaft. «Es sind nicht immer die klassischen Rocker. Bei uns in Maienfeld und in der Au ist das Publikum bunt gemischt.» Für sämtliche Klischees habe man das passende Angebot: von der Sportster, über die Fat Boy, der Breakout mit breitem Hinterreifen oder die Street Glide für die langen Touren. «Hauptsache, es gefällt», bringt es Oberli auf den Punkt.

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Bündnerbike

Von 0 auf 100

Es war in den 1990er-Jahren, als Jürg und Heidi Ludwig das Motorradfahren für sich entdeckten. Und sogleich war die Leidenschaft für die Harley-Davidson entfacht. «Das Gefühl auf den herkömmlichen Modellen war jedoch nicht das gleiche, wie es bei einem Custombike der Fall war», erinnert sich das Ehepaar. Deshalb entschlossen sich Jürg Ludwig senior und sein Sohn, Original-Harley-Davidson-Motorräder umzubauen. Als im Jahr 2000 die Firma Bündnerbike ins Leben gerufen wurde, liess der Erfolg nicht lange auf sich warten. Beinahe zeitgleich gewannen Jürg und Heidi Ludwig den «Best of Show» in Zürich und wurden danach nach Daytona eingeladen. Auf der internationalen Bühne konnten sie ihr Bike präsentieren und erreichten sogleich den zweiten Platz. Neun Jahre später wurde die Familie offizieller «Harley-Davidson Dealer», ein Jahr später eröffnete man den neu gebauten Laden in Maienfeld. 2015 kam der Standort Au dazu, die Firma Harley-Davidson in St.Gallen wurde gegründet.

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Natalie Oberli

Viele Emotionen

In diesem Jahr steht nun das 20-jährige Jubiläum an. Nach wie vor sei man unglaublich froh, damals mit dem Motorradfahren eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte eingeläutet zu haben, erklärt Jürg Ludwig junior. «Es sind nicht nur die Motorräder, die faszinieren – sondern auch die Leute, die sie fahren, was dem Ganzen noch viel mehr Emotionen verleiht.» Das Gefühl, eine Harley zu fahren, sei nicht in Worte zu fassen. «Man muss es erlebt haben.» Und wenn man eine Original-Harley-Davidson zu einem Bündnerbike umbaue, befördere dies einem in eine ganz andere Dimension.

Bündnerbike

CEO Jürg Ludwig.

Keine Begrenzung

Im Laufe der Unternehmensgeschichte hat sich die Mitarbeiteranzahl auf 50 erhöht. Entsprechend stiegen auch die Aufträge. Dies erstaunt – gerade in einer Zeit, in der KMU im handwerklichen Bereich im Hinblick auf den steigenden Konkurrenzdruck und den Internethandel kein einfaches Leben haben. Was macht also Bündnerbike anders? «Um in dieser Zeit überleben zu können, ist es wichtig, innovativ zu sein und stets nach vorne zu blicken», sagt Jürg Ludwig Junior. Ebenfalls würden motivierte Mitarbeiter zu jeder erfolgreichen Firmengeschichte dazugehören. Und nicht zuletzt biete man den Kunden eine schier unbegrenzte Möglichkeit bei der Gestaltung ihres persönlichen Bikes. «Über einen kompletten Umbau mit Breitreifen oder längeren Gabeln und Lackierungen bis hin zu kleineren Umbauten wie Veredelung am Lenker, Fuss rasten oder Auspuff – es sind keine Grenzen gesetzt», fasst es Ludwig zusammen. Das Hauptgeschäft bilde eine Mischung aus dem Verkauf der Originalfahrzeugen und den Spezialfahrzeugen, die auf der Originalen Harley-Davidson aufgebaut werden. Auch die Werkstatt und der Shop mit verschiedenen Kleidern und Accessoires würden beim Absatz eine entscheidende Rolle spielen.

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Teil der Familie

Dieses Jahr steht nun ganz im Zeichen des Jubiläums. Auf den Lorbeeren der vergangenen Jahre will man sich aber nicht ausruhen. «Wir sind stark darauf fokussiert, unsere Dienstleistung über dem Durchschnitt halten zu können», sagt Oberli. Man habe den Anspruch, jedes Jahr etwas Neues auf den Markt zu bringen. So wiederholen sich gewisse Umbauten nicht und der neuste Stand der Technik sei gewährleistet. Auch das Kundenerlebnis sei wichtig. Oberli: «Wir bieten dem Kunden nicht nur eine Plattform, ein Bike zu erwerben, sondern lassen ihn Teil der Harley-Familie werden.»

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Jürg Ludwig senior und Heidi Ludwig.

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Manuela Bruhin

Manuela Bruhin (*1984) aus Waldkirch ist Redaktorin von «Die Ostschweiz».

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