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Juso Wil-Toggenburg

Die Juso Wil-Toggenburg sind eine Sektion der Juso des Kantons St.Gallen.

Juso-Party

Wütend, enttäuscht, traurig

Wir sind wütend, wir sind enttäuscht, wir sind traurig - über rechte Fussballfans und die Polizei.

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Aber zuerst von Anfang an. Gestern fand die Karl Marx Party der JUSO Wil-Toggenburg in der Volkshochschule in Wil statt. Die Vorfreude war riesig und es begann mit einem spannenden Podium über die Theorien von Karl Marx. Kaum war das Podium fertig wurde die Party von rechten Fussballfans unterbrochen, die pöbelnd und gewaltbereit hineinkommen wollten. Zum Glück gelang es den Anwesenden, dies zu verhindern und sie dachten schon es sei vorbei und sie können in Ruhe weiter feiern. Trotzdem war die Angst da, angegriffen zu werden, weshalb Leute geschickt wurden, um den Rest am Bahnhof abzuholen. Als sie an der Bar vorbeigingen, in der die Fussballfans waren, sprangen diese auf, bedrohten sie und rannten den JUSOS nach. Es wurden Sachen wie «Ihr JUSOS seid hier nicht willkommen» nachgerufen und eine Flasche geworfen. Nur knapp konnten die JUSOs entkommen und so wurde glücklicherweise niemand verletzt.

Die Polizei war zu diesem Zeitpunkt schon informiert, jedoch liess sie lange auf sich warten. Diejenigen, die an den Bahnhof geflüchtet waren wurden nach langer Wartezeit mit Polizeischutz zurück in die Volkshochschule gebracht. Die Polizei war sichtlich nicht gross interessiert an dem Vorfall und fanden, sie haben besseres zu tun als uns zu beschützen. Erst nach langem diskutieren machten sie einen Schritt auf uns zu und boten den Feiernden an, sie um Mitternacht an den Bahnhof zu bringen. Für die Organisatorinnen war klar, dass sie so die Party frühzeitig abbrechen müssen. Zwei der drei Bands konnten wegen diesem Vorfall nicht auftreten und die gute Stimmung vom Anfang war weg. Als Alternative wurde noch kurz ausgetauscht, was passiert ist und ein Treffen für die Analyse der Situation und wie es weitergeht organisiert. Die Stimmung lockerte sich ein wenig auf und es wurden Arbeiterinnenlieder gesungen.

Trotz diesem ganzen Vorfall durfte die JUSO wieder einmal von neuem erkennen, was für eine tolle Community sie sind! Gemeinsam schafften sie es, irgendwie mit dieser Situation umzugehen und sich gegenseitig zu unterstützen. Es steht fest: Die JUSO ist auf der richtigen Seite, sie handelt solidarisch und steht zusammen auf gegen Faschismus!

Was läuft falsch in einer Stadt, wenn junge Linke nicht ungestört eine Party feiern können? Wohin führt es uns, wenn Rechtsradikale die Überhand in den Strassen erhalten? Für uns ist klar, dass wir gegen solche Ideologien Widerstand leisten müssen. Der Vorfall hat erneut gezeigt, dass Rechte immer salonfähiger werden. Dies können wir nicht tolerieren und setzen uns zur Wehr! Wir lassen uns nicht unterkriegen von einigen rechten Fussballfans! Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen, wir kommen wieder!

Siamo tutti antifascisti!

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