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Michael Lindenmann

Mehr Umverteilung?

Wo bleibt das freie Unternehmertum? Wie Linke nach noch mehr Umverteilung schreien.

Michael Lindenmann am 31. August 2021

Am 26. September 2021 gelangt die 99 Prozent-Initiative der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten (JUSO) zur Abstimmung. In typisch linker Manier werden einmal mehr das freie Unternehmertum, die besitzende «Klasse» und damit die Leistungsträgerinnen und -träger unserer Gesellschaft frontal angegriffen. Die Initiantinnen und Initianten verkennen wirtschaftshistorische und volkswirtschaftliche Erkenntnisse und wollen Leistung bestrafen, statt belohnen. Da sich die Vorlage in eine mittlerweile lange Reihe wirtschaftsfeindlicher Anliegen einreiht, ist ein deutliches Nein zur 99 Prozent-Initiative ein Gebot der Stunde. Wir brauchen endlich eine Trendwende!

Wirtschaftsgeschichte kennen

Vor bald 30 Jahren wurde die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) aufgelöst. Nach Jahrzehnten staatlicher Planwirtschaft ging eines der grössten, gesellschaftlichen «Experimente» zu Ende. Im Namen von Karl Marx und Friedrich Engels litten Millionen von Menschen Hunger, viele starben. Demgegenüber ermöglichte die Marktwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg im Westen das sogenannte Wirtschaftswunder. Das freie Unternehmertum bildete hierfür die Basis. Arbeits- und Ausbildungsplätze wurden geschaffen und der allgemeine Wohlstand stieg.

Leistung belohnen

Bekanntermassen sind wenige Vertreterinnen und Vertreter des linken Lagers unternehmerisch tätig. Das Gros arbeitet beim Staat, staatsnahen oder staatlich alimentierten Organisationen. Dass Geld im harten Marktumfeld erst einmal verdient werden muss, bevor es verteilt werden kann, sagt dem linken Lager entsprechend wenig. Angesichts dessen erstaunt es nicht wirklich, dass die JUSO mit ihrer 99 Prozent-Initiative Steuern auf fiktive Einkommen erheben wollen. Frei nach dem Motto «Die Unternehmerinnen und Unternehmer haben ja genügend Geld!» sollen sie noch mehr Steuern bei Bund, Kantonen und Gemeinden abliefern. Geht diese Entwicklung so weiter, lohnt sich Leistung langfristig nicht mehr!

Trendwende einleiten

Nicht erst seit der Abstimmung über die 99 Prozent-Initiative sehen sich Unternehmerinnen und Unternehmer mit einem immer wirtschaftsfeindlicheren Klima konfrontiert. Wurde die Unternehmenssteuerreform III (USR III) doch abgelehnt. Eine Lösung liess sich am Ende des Tages nur mittels Zugeständnisse gegenüber dem linken Lager finden. Auch die knappe Annahme des Freihandelsabkommens mit Indonesien ist Teil des negativen Trends. Dass der Staat gegenüber der Privatwirtschaft schon seit geraumer Zeit kontinuierlich wächst, ergänzt das negative Bild. Entsprechend sind die bürgerlichen Parteien und Verbände gefordert, die Bürgerinnen und Bürger wieder davon zu überzeugen, dass das freie Unternehmertum und nicht der Staat Wohlstand schafft.

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Michael Lindenmann

Michael Lindenmann (*1989) studierte nach Erlangung der altsprachlich-humanistischen Maturität (Latein und Altgriechisch) an der Kantonsschule am Burggraben in St.Gallen Geschichte und Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft an den Universitäten Zürich und Basel. Nach Stationen bei Swisscom und einer Zürcher PR-Agentur arbeitet er seit Abschluss des Studiums als PR-Berater und Projektleiter bei der Mediapolis AG für Wirtschaft und Kommunikation in St.Gallen. Er lebt in Wil.

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