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Vermutlich Antifa-Kreise

Anschlag mit Buttersäure auf St.Galler Rechtsausleger

Öffentlich war es eigentlich schon länger still um ihn: Den Rechtsaktivisten Ignaz Bearth, der aus dem Werdenberg stammt und heute im Fürstenland wohnt. Nun ist er ins Visier der anderen politischen Seite geraten: Mit Buttersäure in seiner Wohnung.

Stefan Millius am 17. Juli 2019

Tue etwas und sprich darüber: So lautet das leicht abgewandelte Motto antifaschistischer Gruppierungen, kurz Antifa. Lancieren sie eine «Aktion», finden sich bald Details darüber in ihren Webportalen. Mit einigem Stolz berichten sie dort von ihrer jüngsten Tat unter dem Titel «Gestank zum Kotzen beim rechten Ignaz Bearth!»

Beim bewussten Ignaz Bearth handelt es sich um ein Mitglied der rechten Partei national orientierter Schweizer (PNOS), der eine Weile lang mit seiner eigenen Kreation, der Direktdemokratischen Partei Schweiz (DPS) aktiv war, mit dieser aber nie irgendeine Bedeutung erringen konnte. Das Ergebnis war eine Art Fusion mit der PNOS und die Rückkehr des Aussteigers in diese Reihen.

Bearth hat, wie so mancher Schweizer am äussersten rechten Rand, weit mehr Einfluss im Ausland als zuhause. An so mancher Veranstaltung in Deutschland, beispielsweise der Pegida, war er ein gern gesehener Redner. Im eigenen Land waren seine Positionen nicht nur nicht mehrheitsfähig, sie erreichten auch kein annähernd genug grosses Lager, um wenigstens stärker wahrgenommen zu werden.

Die unbekannten Antifa-Kreise haben laut ihrer eigenen Darstellung «bei einem nächtlichen Besuch eine stinkende Flüssigkeit durch seine offenen Fenster gesprüht.» Das sei «ein sehr passendes Geschenk, wie wir finden, für einen bekennden Rechtsextremisten, der mit seinen menschen verachtenden Ansichten die Gesellschaft vergiftet...»

Laut einem Bericht von «20 Minuten» wurde Strafanzeige eingereicht, die Kantonspolizei St.Gallen untersucht den Fall. Demnach nimmt man auch beim Nachrichtendienst des Bundes vermehrt gewalttätige Aktivitäten zwischen Links und Rechts wahr. In beiden Lagern scheint die Bereitschaft zu Gewalt zu wachsen, wie die Zahl der gemeldeten Ereignisse zeigt.

Bearth selbst hat den Anschlag mit der übelriechenden Substanz laut dem Bericht gelassen genommen und macht sich darüber lustig.

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Autor/in
Stefan Millius

Stefan Millius (*1972) ist Chefredaktor von «Die Ostschweiz».

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