logo

Gastkommentar

Das Winterstrom-Dilemma der Schweiz

Aktuell erhitzen sich die Gemüter über den Ausbau der Windkraft und die Beschleunigung sowie Vereinfachung des Solar-Ausbaus im Alpenbereich. Dabei gibt es sachliche Argumente, die sowohl dafür als auch dagegen sprechen. Diese gilt es abzuwägen.

Andrea Büsser am 25. September 2023

Die Diskussion geht mittlerweile aber weit über die sachliche Erwägung der Vor- und Nachteile hinaus und hat im Grunde eine überwiegend emotionale, fast schon hysterisch anmutende Ebene erreicht.

Eines kann man gleich zum Anfang sagen: Es gibt keine Lösung, die nur Vorteile hat. Wir müssen uns im Klaren sein, dass wir nun mal viel Energie brauchen und diese müssen wir irgendwie produzieren und beschaffen. Derzeit liegt der Bedarf in der Schweiz bei 60 Terrawattstunden, Tendenz steigend.

Jede Energie, welche wir vom Ausland importieren müssen, stell dabei eine Unsicherheit dar. Denn es gibt keine Garantie, dass wir diese tatsächlich erhalten, wenn wir sie am meisten brauchen. Zusätzlich soll Energie möglichst CO2-neutral sein.

Auf einheimische Energie angewiesen

Damit wir unsere Versorgungssicherheit stärken können, sind wir schlichtweg auf die einheimische, erneuerbare Energie wie Solar, Wind, Wasser und Holz angewiesen. Die Gegner werden nun erwidern, dass Atomkraftwerke ebenfalls eine gute CO2-Bilanz hätten.

Warum also ist Atomstrom keine Lösung? Zum Ersten, weil die Entsorgung des radioaktiven Abfalls immer noch nicht gelöst ist und zukünftige Generationen über Jahrtausende belasten wird. Zum Zweiten, weil wir den Strom nicht erst in 20 Jahren brauchen, sondern bereits schon im nächsten Winter. Selbst wenn wir also heute ein neues AKW ernsthaft planen würden, ginge dieses frühestens in 20 Jahren in Betrieb. Was machen wir bis dahin?

Es gibt drei Möglichkeiten: Erstens, die einheimische erneuerbare Energie ausbauen, zweitens Energie importieren aus dem Ausland oder drittens, den Energieverbrauch reduzieren.

Lösungen ohne Nachteile gibt es nicht

Sie, die Leserinnen und Leser, müssen für sich entscheiden, welche Variante Ihnen am liebsten ist. Niemand wird Ihnen jemals eine Lösung anbieten können, die nur Vorteile und keine Nachteile hat.

Den Füfer und z’Weggli gibt’s eben nicht, und irgendwo müssen wir gemeinsam einen gangbaren Weg finden. Dafür braucht es sachliche Erwägungen und Kompromisse von allen Seiten. Dass sich Emotionen hochschaukeln und nicht mehr sachlich diskutiert werden kann, bringt uns allen definitiv nur Nachteile. So viel steht fest.

WERBUNG
Ostschweiz Newsletter

Highlights

Meinung zu Idee von Bundesparlamentskommission

Die angedachte «vorgezogene Retourengebühr» für den Online-Versandhandel ist ein ausgemachter Unsinn

am 03. Dez 2023
Reaktionen auf Bundesentscheid

Nach Bekanntgabe eines neuen Asylzentrums in Rehetobel: «Die Bevölkerung ist verunsichert»

am 01. Dez 2023
Interpellation der SVP

Hat die Wiler Schule Lindenhof ein Gewaltproblem?

am 05. Dez 2023
Pflege zu Hause

Spitex St.Gallen auf dem Weg in ruhigere Gewässer? Das ist der neue Verwaltungsrat - und so viele haben sich beworben

am 04. Dez 2023
Naomi Eigenmann

Sexueller Missbrauch: Wie diese Rheintalerin ihr Erlebtes verarbeitet und anderen Opfern helfen will

am 02. Dez 2023
St.Gallen wählt im Frühling

Regierungsratswahlen: Was bisher bekannt ist, und weshalb alle auf die SVP warten

am 05. Dez 2023
Martin Imboden

Herzstillstand: Gemeindepräsident von Wuppenau ist unerwartet verstorben

am 05. Dez 2023
Rettungsdienst umfährt Notfallzentrum

Happiger Vorwurf des Toggenburger Ärztevereins: «Kantonale Gesundheitspolitik gefährdet die Bevölkerung»

am 05. Dez 2023
Ostschweizer Energieversorgung

Energieversorgerin SAK setzt sich als erstes Schweizer Energieunternehmen Netto-Null-Ziel bis 2040: Die Antworten auf die wichtigsten Fragen

am 06. Dez 2023
Ana Krnjic trat in Investorenshow auf

Konnte diese Kosmetikherstellerin aus St.Gallen die «Löwen» überzeugen?

am 06. Dez 2023
Culinarium-Partnerbeitrag

Im Hoch dank Hochmoor Chäs: Wie die dritte und vierte Generation die Käserei Liechti weiterentwickelt

am 06. Dez 2023
Das etwas andere Stelleninserat

Erfolgreiche Kandidatensuche: Für einmal macht der Samichlaus in St.Gallen keine Überstunden

am 06. Dez 2023
Social-Media-Rundschau

Nach SRG-Kritik von Ueli Maurer twittert der St.Galler Kantonsrat Sandro Hess auf der grossen Bühne mit

am 01. Dez 2023
Spekulation über Verbindungen zu Fundamentalisten

Wiler Moschee sorgte einst für politischen Zündstoff

am 04. Dez 2023
Gedanken zu Freundlichkeit und Krieg

Psychiaterin Luise Reddemann: «Ich bitte Sie, werden Sie lauter und weisen Sie darauf hin, dass man ohne Krieg zu führen leben kann»

am 02. Dez 2023
Ostschweizer in Atacamawüste

Auf dem Weg zum Weltrekord: Wenn das Fahren, Putzen und Kochen kein Ende nehmen will

am 03. Dez 2023
Meinung

Sonderbares Demokratieverständnis der beiden SP-Bundesratskandidaten

am 07. Dez 2023
Besuch in St.Galler Tierarztpraxis

Wenn Dalmatiner Aramis sich auf Hautkrebs scannen lässt

am 07. Dez 2023
Schadstoffe in der Landwirtschaft

Trotz weniger Düngeüberschüsse sagt der St.Galler Bauernverband: «Die Landwirtschaft muss selbst zusätzliche Massnahmen ergreifen»

am 09. Dez 2023
Culinarium-Partnerbeitrag

Breitenmoser: Wo Appenzeller und St. Galler Klassiker Wurst sind

am 07. Dez 2023
Grosse Nachfrage nach Treffen

Wenn das Sammeln krankhaft wird: Selbsthilfegruppe für Messies in St.Gallen ist zurück

am 08. Dez 2023
Regierungsratswahlen 2024

Die SVP-Delegierten haben entschieden: Danuta Zemp und Christof Hartmann sollen in die St.Galler Regierung

am 07. Dez 2023
Stölzle /  Brányik
Autor/in
Andrea Büsser

Andrea Büsser (*1988) aus Sargans ist Finanzberaterin, Paralegal Senior bei Raiffeisen Schweiz im Bereich Legal & Compliance. Sie ist ausserdem Präsidentin von «Die Mitte Frauen» des Kantons St.Gallen.

Hier klicken, um die Mobile App von «Die Ostschweiz» zu installieren.