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«Bottle» will Umwelt weniger belasten

Diese Ostschweizer sprudeln vor Ideen

Pro Minute werden weltweit eine Million Plastikflaschen gekauft – mit verheerenden Folgen für die Umwelt. Diesem Problem nehmen sich fünf Studierende der Uni SG und der ETH Zürich an. Gemeinsam initiieren sie das Projekt «Bottle+».

Manuela Bruhin am 09. Juni 2021

«Bottle+» verspricht Sprudelwasser überall und jederzeit in einer wiederverwendbaren Wasserflasche. Es gibt bereits einige Anbieter, die sich auf Sprudelwasser auf Knopfdruck spezialisiert haben. Weshalb hat «Bottle+» dennoch seine Berechtigung am Markt?

Die allermeisten Anbieter haben Systeme entwickelt, um zu Hause Sprudelwasser auf Knopfdruck herzustellen. Wenn die Konsumenten allerdings ihr Haus verlassen, und ihr Sprudelwasser leer ist, müssen sie neues kaufen. Wir differenzieren uns mit «Bottle+» gegenüber den anderen Anbietern, indem wir Sprudelwasser jederzeit, überall und ohne den Gebrauch von Einweg-Plastik zur Verfügung stellen können. Unser technisches Design ist einmalig und wir haben ein Patent dafür angemeldet.

Wie funktioniert «Bottle+»?

«Bottle+» ist eine wiederbefüllbare Wasserflasche mit einem Adapter an der Flaschenunterseite. Dieser Adapter enthält einen wiederbefüllbaren Gastank, mit welchem man stilles Wasser jederzeit und überall in erfrischendes Sprudelwasser verwandeln kann. Mit einem aufgefüllten Adapter kann man bis zu 15 Flaschen besprudeln. Danach füllt man den Adapter bequem mit der Aufladestation zu Hause wieder auf. Für den Genuss von stillem Wasser erlaubt unser modulares Design, dass man den Adapter für Sprudelwasser durch einen gewöhnlichen Flaschenboden ersetzen kann.

Wie seid ihr auf die Idee von «Bottle+» gekommen?

Christian Käser, unser CEO, ist Sprudelwasser-Liebhaber und zugleich ein Umweltingenieur der ETH Zürich. Trotz seines umweltbewussten Konsums kaufte er ab und zu eine PET-Flasche Sprudelwasser, wenn er unterwegs war – allerdings mit einem unguten Gefühl, genauso wie seine Mitstudierenden. Überzeugt davon, dass es eine Lösung geben muss, um unterwegs weniger auf PET-Flaschen angewiesen zu sein, entstand in einem Brainstorming die Ursprungsidee für «Bottle+».

Welche Herausforderungen musstet ihr in der Vergangenheit bereits meistern?

Man macht viele Sachen, von welchen man nur wenig Kenntnisse hat, und muss es aber in irgendeiner Art und Weise hinkriegen, dass es genügend professionell ist. Nur einige Beispiele dazu sind kundenzentriertes Prototyping, die Entwicklung einer Marke oder das Erlernen von Online Marketing-Fähigkeiten. Das ist teilweise herausfordernd, macht aber auch sehr viel Spass.

Wie geht es nun für euch weiter?

Unser grosses Ziel ist eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne im Sommer dieses Jahres, um die Zahlungsbereitschaft von zahlenden Kunden final zu validieren. Mit einer entsprechenden Nachfrage zielen wir anschliessend darauf ab, eine Finanzierungsrunde mit Investoren abzuschliessen, um das Produkt für die Massenproduktion zu finalisieren.

Hinter dem Projekt «Bottle+» sind fünf Studierende der ETH Zürich und der Universität St.Gallen, welche seit Jahren miteinander befreundet sind. Seit August 2020 arbeiten sie intensiver an den Flaschen. Bisher konnten noch keine Flaschen abgesetzt werden, sie befinden sich nach wie vor in der Prototyping-Phase. Das heisst, sie bauen verschiedene Prototypen und iterieren diese zusammen mit der Newsletter-Community von rund 400 Personen – damit am Schluss ein Produkt entsteht, welches den Bedürfnissen der Kundschaft entspricht.

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Stölzle /  Brányik
Autor/in
Manuela Bruhin

Manuela Bruhin (*1984) aus Waldkirch ist Redaktorin von «Die Ostschweiz».

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