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Fählensee

Dieser Jäger macht den Anglern das Leben schwer

Im Fählensee gibt es kaum noch Fische zu angeln. Der Grund steht nun fest: Die Kanadische Seeforelle ist auf Beutezug - und das mit viel Erfolg.

Stefan Millius am 05. Oktober 2018

Eine im Auftrage der Fischereiverwaltung Appenzell Innerrhoden angelegte Befischungsaktion bestätigt das Vorkommen grosser Amerikanischer Seesaiblinge (Salvelinus namaycush) im Fählensee. Der Fisch wird in der Schweiz auch als Kanadische Seeforelle bezeichnet.

Die Aktion hatte einen ernsten Hintergrund: Die Fangerträge im Fählensee sinken laufend weiter. Tests eines Umweltbüros hatten ergeben, dass kein Problem mit dem Gewässer vorliegt. Deshalb ging man einer zweiten Hypothese nach - und die hat sich nun bestätigt.

Im Fählensee geht ein Jäger um, und zwar grosse Exemplare des Salvelinus namaycush, dem wissenschaftlichen Namen für dieKanadische Seeforelle. Sie weist ein ausgeprägtes Jagdverhalten auf und wächst sehr schnell beachtlich. Laut Experten reichen schon einige weniger dieser Fische, um den restlichen Fischbestand im See deutlich zu reduzieren.

Zwei systematisch angelegte Befischungsaktionen am Fählensee haben nun den Beweis erbracht, dass die kanadische Seeforelle hier wütet. Insgesamt wurden sieben grosse Namaycush entnommen mit einer Länge von bis zu 74,5 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 4,7 Kilogramm.

Die Forschung weiss: Eine kanadische Seeforelle ernährt sich ab einer Länge von rund 30 Zentimetern nur noch von anderen Fischen. Und sie benötigt für die Produktion dieses Körpergewichts etwa das Zehnfache ihres eigenen Gewichts.

Nach dem Fang wurde der Mageninhalt der Seeforellen geprüft. Das Ergebnis: Sie hatten Fische von bis zu mehr als 26 Zentimetern erbeutet und zum Teil drei Beutefische gleichzeitig im Magen.

Für die Experten ist es damit wenig erstaunlich, dass die Angler kaum mehr Fische ab 30 Zentimeter Länge im See erwischen - und nur diese sind interessant und fangbar für sie. Dazu kommt, dass der Namaycush selbst nur sehr schwer mit der Angel eingefangen werden kann.

Bis zum Herbst 2018 soll ein Schlussbericht der Untersuchung vorliegen.

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Stefan Millius

Stefan Millius (*1972) ist Chefredaktor von «Die Ostschweiz».

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