Der Verband der Schweizer Heilbäder und Kurhäuser feiert 2024 das 100-jährige Bestehen. In Innerrhoden haben sich die einstigen «Bädli» Weissbad, Gontenbad und Jakobsbad zu Kurhotels entwickelt.
1924 wurde der Verband Schweizer Badekurorte gegründet. 1987 erfolgte auf Initiative von Arthur T. Brunner vom Hotel Kurhaus-Bad in Walzenhausen die Gründung des Verbands Schweizer Kurhäuser (VSK). Hatten sich anfänglich die gleiche Ziele anstrebenden Organisationen konkurrenziert, so erfolgte 2012 sinnvollerweise der Zusammenschluss. Präsidiert wird der in allen Regionen der Schweiz vertretene Verband vom Herisauer Max Nadig.
Erfolgreiche Neuausrichtung der alten «Bädli»
In beiden Appenzell wurden früher rund vierzig Heilbäder gezählt, die als höchst einfache «Bädli» ohne Komfort Heilwasseranwendungen in Holzbottichen und später in Blechwannen anboten. Während in Ausserrhoden bis auf das Appenzeller Heilbad Unterrechstein alle alten Badeeinrichtungen verschwanden, schafften die alten Innerrhoder «Bädli» Weissbad, Gontenbad und Jakobsbad mit der Umwandlung in Kurhotels den Anschluss an die Neuzeit.
Gut dokumentierte Entwicklung
Die Geschichte der erwähnten Betriebe ist spannend. Im Jakobsbad beispielsweise stiess man 1843 beim Strassenbau auf eine eisenhaltige Quelle. In der Folge gab der geschäftstüchtige Müller Franz Josef Fässler seine Mühle auf und erstellte 1845 ein Molkenkurhaus mit Wannenbädern. 1913 fiel das Gebäude einem Brand zum Opfer. Der Wiederaufbau erfolgte noch im gleichen Jahr. Ab dem Ersten Weltkrieg (1914) war die Zahl der Gäste stark rückläufig, und das Haus diente nun unter anderem als Altersheim. 2001 aber wurden die alten Qualitäten von Jakobsbad reaktiviert, und unter der noch heute aktiven Leitung von Alexandra Raess erfolgte der erfolgreich umgesetzte Wandel zum anerkannten Kurhotel.
Drei Mitgliedsbetriebe in Ausserrhoden
Der neuen Katalog «Wege zum Wohlbefinden» des Verbandes der Schweizer Heilbäder und Kurhäuser listet nebst den Innerrhoder Kurhotels auch die Ausserrhoder Betriebe Hotel Heiden und Appenzeller Heilbad (beide in Heiden) sowie die Berit Klinik in Niederteufen auf. Verbandsmitglied in der unmittelbaren Appenzeller Nachbarschaft ist das Mineralheilbad in St. Margrethen.
Peter Eggenberger, 1939, in Walzenhausen geboren, Drogistenlehre, Fremdenlegion, Lehrerseminar und Logopädiestudium mit entsprechender Tätigkeit. Seit 1982 freiberuflich tätig als Journalist, Autor und Referent.
Zu seinen Vorlieben gehören das Verfassen und Erzählen humorvoller Geschichten im Kurzenberger Dialekt, der Sprache des Appenzellerlands über dem Bodensee und dem Rheintal. Seine bisher erschienenen Mundartbände erfreuen sich einer ungebrochen grossen Nachfrage. Er lebt in Au.
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