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Energieagentur

Einsatz für die Energiewende

Ambitioniert ans Werk ging das Projektteam des WTT Young Leader Award für die Energieagentur St.Gallen. Es bewegte viele Immobilienbesitzer zur Teilnahme an der Umfrage und stiess Verbesserungen für energetische Sanierungskonzepte an.

Pascal Tschamper am 10. September 2019

Bis 2050 sollen die CO2-Emissionen auf null. Während andere dafür auf die Strasse gehen, engagierten sich fünf FHS-Studierende konkret: «Wir wählten dieses Praxisprojekt aus Überzeugung, um auch einen Beitrag zu leisten», sagt der studentische Projektleiter Pllumbardh Kryeziu aus Rebstein.

Gebäudesanierungen fördern

Von 2.3 Millionen Gebäude im Land sind drei Viertel Wohnbauten – sie verantworten fast die Hälfte der Gesamtenergie und einen Viertel der Treibhausgase. Da lässt sich ansetzen: Mit energetischen Sanierungen halbierte sich der Energieverbrauch bis 2050. Ein Instrument dazu sind Förderprogramme, wie sie die Energieagentur St.Gallen für den Kanton mit ihren energetischen Sanierungskonzepten anbietet. Mit diesen unterstützt sie Gebäudeeigentümer – via Energieberater, Architekten, Ingenieure oder Heizungsinstallateure. «Uns fehlt aber die kontinuierliche Rückmeldung der Endkunden, den Immobilienbesitzern», sagt der Leiter Energieförderung, Lorenz Neher.

Dafür legten sich Pllumbardh Kryezu, Ceylan Toptas (Rorschacherberg), Avni Sulajmani (Rorschach), Amar Redzepi (Heiden), Hajriz Dilaveri (Zuoz) und Arian Gagica (Netstal) ins Zeug. «Der WTT Young Leader Award ist ein Wettbewerb. Das ist wie im Fussball – Leistung zählt», sagt Avni Sulajmani. Lorenz Neher lobt, wie sich das Team in komplexe Zusammenhänge einarbeitete. Auch FHS-Coach Michael Czarnieck ist stolz: «Die Arbeit wurde professionell nach Kompetenzen aufgeteilt, kein Aufwand gescheut und dem Kunden aussagekräftige Ergebnisse geliefert.» Dafür befragte das Team Energieberater sowie Einfamilien- und Mehrfamilienhausbesitzer.

Mit Charme und «Schoggi»

«Wegen der knappen Zeit planten wir generalstabsmässig», sagt Pllumbardh Kryeziu. Für die Umfrage kooperierten sie mit Gemeinden aller Wahlkreise. Um an viele potentielle Endkunden zu kommen, suchten sie Zonen, wo in den 80ern und 90ern gebaut und wenig saniert wurde. Die Immobilienbesitzer schrieben sie per Brief an, bestückten ihn mit «Schoggi-Herzen», verlosten SBB-Gutscheine und telefonierten teils nach. «Wichtig war, mit dem Brief zu überzeugen, dass die Teilnahme Gutes bewirkt». Die Charme-Offensive wirkte; bis zu 40 Prozent antworteten. «Eine Glanzleistung» nach Coach Czarniecki.

«Die Erkenntnis, dass Heizungsinstallateure eine zentrale Rolle spielen, berücksichtigen wir in der Entwicklung unserer Dienstleistung», sagt Lorenz Neher. Befolgt werde auch der studentische Rat, die Schulungen für die Energieberater zu überarbeiten.

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Stölzle /  Brányik
Autor/in
Pascal Tschamper

Pascal Tschamper (*1974) ist selbständiger Kommunikationsberater in St.Gallen (Tschamper Kommunikation). Zuvor arbeitete als Kommunikationschef im Bildungsbereich und in diversen Marketing-, PR- und Event-Agenturen in Zürich und St.Gallen.

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