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Neun Flüchtlinge absolvieren Kurs

Flüchtlinge in der Spitex: «Das zeigt, wie Integration funktioniert»

Neun Flüchtlinge haben als Premiere den neuen Kurs «Spitex» am BZGS absolviert. Acht von ihnen haben bereits eine berufliche Anschlusslösung. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass der Kurs ein Beispiel dafür ist, wie Integration gelingen kann. Einige unerwartete Probleme gab es aber.

Die Ostschweiz am 28. Januar 2020

Erstmals führte das Berufs- und Weiterbildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe St.Gallen (BZGS) den Kurs «Grundkompetenzen Erwachsene Spitex / Betreuung» durch. Nun konnten die jungen Erwachsenen, es sind neun Flüchtlinge oder vorläufig aufgenommene Personen, ihr Zertifikat für eine erfolgreiche Kursteilnahme entgegennehmen.

Für BZGS-Rektor Andreas Weh ein erfreulicher Tag. «Es zeigt, wie Integration funktioniert», wie er anlässlich der kleinen Übergabefeier erklärte. Für acht der neun Teilnehmenden konnte bereits eine Anschlusslösung gefunden werden, sei dies in Praktika, in einer Weiterbildung oder einer Anstellung. «So gelingt uns die Integration dieser Menschen in den Schweizer Arbeitsmarkt», betont Andreas Weh. Auch für die Kursteilnehmenden sei dies ein fundamentaler Schritt in die Integration geworden.

Schnelle Umsetzung

Die Idee für diesen Kurs war vor einem Jahr geboren worden, in Zusammenarbeit zwischen dem BZGS, dem Spitex Verband SG|AR|AI und dem Trägerverein Integrationsprojekte St. Gallen, TISG. Die Verantwortlichen des TISG baten den Spitex Verband um die Entwicklung eines Konzeptes für ein «Qualifizierungsprogramm für Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen». Als Partner für den theoretischen Unterricht wurde das BZGS angefragt.

Verschiedene Spitexorganisationen und ein Betrieb der Langzeitpflege erklärten sich bereit, einen Praktikumsplatz anzubieten. Bereits im Sommer des letzten Jahres konnte der erste Kurs gestartet werden; alle neun Absolventinnen und Absolventen blieben bis zum nun erfolgreichen Abschluss. TISG-Präsident Patrik Müller meint dazu: «Wir wollen zwei Bedürfnisse decken: Bildungsangebote für Flüchtlinge schaffen und dem Personalmangel in den Pflegeberufen entgegenwirken. Das hat Zukunft!»

Kursinhalte waren unter anderem: Die Anleitung für eine neue Maschine verstehen, Rapporte lesen, schreiben und verstehen, einfache Berechnungen und Umrechnungen vornehmen oder den Computer für einfache Bedienungen nutzen können. Die Kursteilnehmenden arbeiteten in den Bereichen Hauswirtschaft, Reinigung, Gastronomie, Betreuung und sie sollten das Bedürfnis entwickeln, ihr Wissen und ihre Fertigkeiten weiterzuentwickeln, um ihre Arbeitsfähigkeit und Arbeitszufriedenheit zu erhöhen.

Integration als gemeinsames Ziel

Sie hätten es etwas überschätzt, mit welchen Fähigkeiten die Kursteilnehmenden daherkommen, sagten Lehrgangsleiter Christoph Schaub und Fachgruppenleiterin Marietta Wismer. Gerade in der Spitex-Arbeit sei es eigentlich fundamental, dass die Leute zum Beispiel Velo fahren können. So hätten auch sie aus diesem ersten Kurs viel gelernt und können dieses Wissen nun bei der zweiten Aufnahme des Kurses einfliessen lassen.

Der Vertreter des TISG, Serge Baumgartner, er ist Leiter Integration und Coaching, unterstrich die Bedeutung der Integration von Flüchtlingen, wofür sich der TISG im Auftrag der 77 Gemeinden des Kantons St. Gallen einsetzt und Integrationsprogramme entwickelt. Auch deshalb hätten sie die Kosten für diesen Kurs übernommen. Die Flüchtlinge tragen ebenfalls eine Verantwortung, sie «müssen sich aktiv um die Integration bemühen». Glücklich zeigte er sich über die Zusage der Spitex-Organisation.

Ruth Weber-Zeller, Spitex Verband SG|AR|AI, war erfreut über das Engagement der Kursteilnehmenden. Nach anfänglicher Skepsis bei Klientinnen und Klienten habe sich diese schnell gelegt, und sie habe sehr viele positive Rückmeldungen erhalten, einerseits von Spitex-Mitarbeitenden, anderseits von den betreuten Personen.

Spitex

Erfolgreiche Absolventen des Halbjahreskurses Grundkompetenzen Erwachsene Spitex.

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