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Technologie fungiert als Enabler

HR-Abteilungen müssen nach Corona deutlich mehr leisten

Die Reaktionen auf COVID-19 haben bestehende Trends wie die Digitalisierung innerhalb kürzester Zeit verschärft und die Arbeitswelt nachhaltig verändert. Das wirkt sich auch auf die Personalabteilungen aus.

Jasmine Grabher am 15. April 2021

Sie stehen bisher nicht dagewesenen Herausforderungen gegenüber. Dies wiederum verlangt nach anderen Prioritäten und Strategien als bisher. Was jetzt und nach der Pandemie im Fokus stehen könnte, verdeutlichen verschiedene Studien – trotz unterschiedlicher Schwerpunkte im Kern weitestgehend übereinstimmend.

Waren vor der Krise Themen wie Recruiting, Talent Management und Personalentwicklung, Digitalisierung von HR-Prozessen und HR Analytics, Changemanagement/Organisationsentwicklung sowie die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur am wichtigsten, so haben sich die Stellenwerte der Berufsfeldstudie «People & Organization 2020» des Bundesverbandes der Personalmanager zufolge verschoben. «Arbeitsorganisation / New Work» wurde von Platz acht der Prioritätenliste auf Rang eins befördert. Es folgen die Digitalisierung von HR-Prozessen & HR Analytics sowie Changemanagement/Organisationsentwicklung, die jeweils einen Platz aufrückten.

Technologie fungiert als Enabler

Dass Personalverantwortliche jetzt gefordert sind, im Rahmen der New Work eine neue hybride Arbeitswelt zu gestalten, geht aus dem Blogbeitrag «Hiring 2021 – Trends und Chancen für Arbeitgeber» hervor. Denn Arbeitnehmer erwarten künftig flexible Arbeitsmöglichkeiten. 40 Prozent wollen nur noch eine Stelle annehmen, die entsprechende Optionen bietet, so eine Studie des Softwareunternehmens Citrix. Immerhin ist die Technologie, die flexibles Arbeiten ermöglicht, inzwischen Mainstream.

Die Wirtschaftsexperten von Deloitte sehen in der Beschleunigung der digitalen Personalabteilung eine von insgesamt sechs Schlüsselfragen, denen sich HR-Verantwortliche künftig stellen müssen. Zudem bezeichnet Elton Schwerzel, Managing Director DACH beim Softwarehersteller Talentsoft, in einem Bericht im Human Resources Manager neue Technologien am Arbeitsplatz als einen Trend. Dazu zählen neben obligatorischer Technik, Software und Kommunikationstools auch Lösungen, die auf künstlicher Intelligenz basieren.

Lebenslanges Lernen ist Standard

Wer diese sich mit rasanter Geschwindigkeit weiter verändernden Technologien beherrschen will, muss lernen, lernen und nochmals lernen. Etwa die Hälfte der vom Bundesverband der Personalmanager befragten Personalverantwortlichen benennt einen hohen Weiterbildungsbedarf in Bezug auf die Themen Digitalisierung und HR Analytics. Für viele Vorgänge werden diese Disziplinen noch nicht ausreichend genutzt. Daher kann es tückisch sein, wenn Verantwortliche glauben, Learning und Education wären nun weniger wichtig, nur weil sie auf der Prioritätenliste der Berufsfeldstudie zwei Plätze nach hinten gerückt sind.

Denn: Für Mitarbeiter haben Weiterbildungen und Schulungen sowie die passenden Tools und Ressourcen einen essenziellen Stellenwert, um in der sich stetig wandelnden Arbeitswelt zu bestehen, heisst es im Human Resources Manager. Hinzu komme der Aufbau von Soft Skills, um beispielsweise auch in virtuellen Teams und von zu Hause aus harmonisch miteinander zu interagieren. Vorgesetzte müssen lernen, wie sie ihre Teams besser unterstützen, auf welche Weise sie eine Unternehmenskultur aufbauen, die das psychische und physische Wohlbefinden fördert. Denn 90 Prozent der Teilnehmer der erwähnten Citrix-Studie halten das für wichtig.

Fach- und Führungskräfte sind der Schlüssel

Daneben gilt es, wirklich zu verinnerlichen, dass HR eine essenzielle Bedeutung für die Unternehmensentwicklung haben. Denn der Mensch bildet nach Angaben des Bundesverbandes der Personalmanager den kritischen Engpassfaktor jeder Form von Arbeit. Demzufolge ist es nicht nur eine Aufgabe, sich auf ihn im Beschäftigungsprozess zu fokussieren, sondern auch, HR-Bereiche langfristig in der Unternehmensführung zu verankern.

Deloitte bestätigt dies: «Es ist an der Zeit, dass die Personalabteilung nicht nur ihre eigene Zukunft, sondern auch die Zukunft des Unternehmens neu definiert.» Sie müsse sich künftig unter anderem mit Fragen zur Entwicklung einer resilienten HR-Organisation beschäftigen, etwa mit Verbesserungen des HR-Prozesses und Agilität. Ebenso bedeutend: die Optimierung der Employee Experience in unsicheren Zeiten. Dies wiederum erfordert angesichts von Wettbewerbern, die nur wenige Mausklicks entfernt sind, mehr Investitionen ins Employer Branding und Recruiting als zuvor – auch wenn Letzteres auf Prioritätenlisten «von vorn nach hinten durchgereicht» worden zu sein scheint.

Fach- und Führungskräfte mit tiefgründigem Know-how sowie Kompetenzen sind nach wie vor der Schlüssel, um die anstehenden Aufgaben erfolgreich zu bewältigen, auch beim Personalmanagement. Denn dieses wird künftig deutlich mehr leisten müssen, um es mit den Worten des Bundesverbandes der Personalmanager zu formulieren. Mit unterstützender Technologie und dem richtigen Team aus internen und externen Experten kann dies jedoch gut gelingen. Gern unterstützen wir Sie dabei.

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Autor/in
Jasmine Grabher

Jasmine Graber ist Senior Management Consultant bei Nellen & Partner in Zürich.

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