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Die miesen Maschen des BAG

Impfung für Kinder? Kein Problem, dafür gibt es ja Comics

Wie bringt man die letzte Gruppe, die man überzeugen muss, zur Impfung? Das Bundesamt für Gesundheit weiss es genau. Man verkauft den Impfstoff für Kinder und Jugendliche mit knalligen Cartoonbildern. Der Steuerzahler berappt es ja. Und der Inhalt spielt keine Rolle.

Stefan Millius am 12. Juli 2021

Der Staat ist nicht mehr der Zudiener der Bürger, die ihn finanzieren. Er ist neuerdings ihr Führer. Ob mit teuer bezahlten Verhaltenökonomen, wie wir hier aufgezeigt haben, oder aber ganz direkt mit peppigen Werbebroschüren, die wir natürlich auch finanzieren, ohne es zu wollen.

Völlig schmerzfrei geht das Bundesamt für Gesundheit nun auch auf Kinder los, um die gewünschte Impfquote zu erreichen. Denn nachdem es an den anderen Fronten hapert, scheint es am einfachsten, auf Minderjährige abzuzielen. Sie machen sich noch keine Gedanken über grosse Zusammenhänge und sind zufrieden, wenn ihre direkten Bedürfnisse erfüllt werden. Schafft man es, sie zu überzeugen, kommt man dem Ziel einer möglichst hohen Durchimpfung wesentlich näher.

Aber wie vermittelt man einem zwölfjährigen Kind, dass es sich impfen lassen soll gegen ein Virus, das es mit weit über 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit in keiner Weise tangiert? Ganz einfach: Genau so, wie man das bei Erwachsenen tut. Man verspricht Vorteile und appelliert an eine diffuse «Solidarität» gegenüber der gesamten Gesellschaft.

Genau das tut das Bundesamt für Gesundheit in einem «Merkblatt», mit dem Kinder direkt und in zielgruppengerechter Aufmachung attackiert – es gibt kein anderes Wort dafür – werden. Mit knallenden Farben, im Cartoonstyle. Die teuer besoldeten PR-Leute des Bundes, von denen es schon vor Corona viel zu viele gab, haben ganze Arbeit geleistet. Das gesamte Werk kann man hier bestaunen.

Und wie verkauft man unseren Kindern die Impfung? Zum Beispiel mit dem Argument, dass sie danach nicht mehr in die Quarantäne müssen. Die Massnahme also, die längst als völlig sinnlos widerlegt ist und die faktisch nicht mehr existiert. Auch in Isolation müsse man dank der Impfung nicht mehr, heisst es weiter. Es geht also auch bei diesem Teil der Impfkampagne nicht um den Schutz der eigenen Gesundheit, sondern um die Vermeidung von Nachteilen. Für Kinder, die seit 2020 schon viel zu stark und völlig unnötig vom sozialen Leben abgekoppelt wurden, klingt es natürlich verheissungsvoll, dank einer Spritze nicht mehr ausgesperrt zu werden.

Und das Argument aller Argumente ist wie üblich: Man stecke andere Leute weniger an. Man tötet also nicht mehr ganz nebenbei die eigenen Grosseltern, wie ganze Staaten in verbrecherischer Weise suggeriert haben. Was natürlich sowieso purer Unsinn ist, weil die Impfung erkanntermassen in erster Linie schwere Verläufe mildert, die These von der massiv tieferen Ansteckungsrate hingegen ist eine urbane Sage, aber sie klingt gut.

Das BAG macht auch gleich klar, dass es die einzige vertrauenswürdige Quelle ist, wenn es um Informationen rund um die Impfung geht. «Es gibt im Internet und in den sozialen Medien viele ungenaue oder auch falsche Angaben über die Covid-19-Impfung», heisst es im Merkblatt. Das ist völlig korrekt, allerdings dürfte es unterschiedliche Auffassungen geben darüber, wer diese falsche Angaben macht. Auch wenn uns staatlich besoldete Medien und auch soziale Plattformen wie Facebook in dieser Hinsicht mittels aktiver Zensur eine einzige Wahrheit als treffend verkaufen.

Die Angabe, dass das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic den Impfstoff «gründlich geprüft» habe, nimmt ein vertrauensvolles Kind vielleicht ernst, kaum aber informierte Zeitgenossen, die wissen, dass Swissmedic einfach durchwinkt, was international gerade en vogue ist. Das BAG toppt diese Aussage aber noch mit der Information, dass «Studien auch in der Altersgruppe von Jugendlichen durchgeführt wurden.» Wie viele namhafte Wissenschaftler weltweit glasklar festgestellt haben, dass eine Impfung dieser Altersgruppe weder notwendig noch sinnvoll ist, verschweigt das BAG. Es gibt einen breiten Konsens sehr intelligenter Leute darüber, dass diese Massnahme ein Unding ist, nur wird dieser ausgeblendet – wie so oft, seit Corona regiert.

Aber seien wir fair. Das Bundesamt überlässt die freie Wahl der Zielgruppe. Wörtlich heisst es:

«Die Impfung ist freiwillig. Es gibt Gründe für und gegen die Impfung. Wäge sie sorgfältig ab und mach so deine persönliche «Nutzen-Risiko-Analyse». Das heisst: Überlege dir, ob die Impfung für dich Sinn macht. Wie ist deine Situation? Wie steht’s um deine Gesundheit? Wie geht es den Menschen, denen du nahe bist? Wie sieht es in deinem schulischen oder beruflichen Alltag aus?»

Das klingt gut. Nur würden 99 Prozent aller Angesprochenen nach dieser sorgfältigen Abwägung leider ohne Zweifel zum Schluss kommen, dass eine Impfung für sie absolut keinen Sinn macht. Das ist aber nicht das Ziel. Denn wie genau korrespondiert dieses Resultat mit dem Titel des Merkblatts? Dieser lautet:

«Jetzt auch für Jugendliche ab 12 Jahren möglich: die Covid-19-Impfung»

Verzeihung, aber betitelt man ein Merkblatt so, wenn man nicht zum Ziel hat, die Impfung zu «verkaufen»? Geht es nicht zweifelsfrei darum, Überzeugungsarbeit zu leisten? Wer betont denn, dass etwas «jetzt auch möglich» ist, wenn er oder sie nicht will, dass diese Möglichkeit danach auch wahrgenommen wird? Will das BAG wirklich, dass Kinder eine «Nutzen-Risiko-Analyse» machen? Und wenn ja, warum werden die Risiken dann nicht ausgedeutscht – und darauf hingewiesen, dass der Nutzen gleich Null ist?

Denn die möglichen Auswirkungen werden heruntergespielt beziehungsweise nicht einmal erwähnt. Selbstverständlich ist bei einem Impfstoff, der in Rekordzeit auf den Markt geworfen wird, nichts bekannt über die Langzeitwirkungen. Deshalb geht das BAG darauf gar nicht erst ein. Stattdessen wird das Prozedere technisch beschrieben:

«Du erhältst eine Spritze in den Oberarm und anschliessend ein Pflaster drauf. Nach etwa vier Wochen bekommst du eine zweite Impfung, um dich so gut wie möglich zu schützen.»

Eine Spritze und ein Pflaster: Klingt unproblematisch. Pflaster kennen Kinder ja, weil sie dauernd mit dem Kickboard umfallen. Um sich gegen Kritiker zu schützen, räumt das BAG aber auch das eine oder andere ein, was die unmittelbaren Auswirkungen angeht.

«Es ist möglich, dass du nach der Impfung gar nichts merkst. Es ist aber sehr gut möglich, dass du die Reaktionen deines Körpers auf die Impfung spürst.»

Als häufige Reaktionen aufgeführt werden Schmerzen/Rötung an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Fiebergefühl, Fieber und Schüttelfrost. Das verängstigt Kinder allerdings kaum, da sie sich darunter nichts vorstellen können. Alles klingt völlig harmlos fürs kindliche Gemüt. Was fehlt, sind nähere Angaben über den experimentellen Charakter des absolut neuartigen Impfstoffes, der absolut nichts gemeinsam hat mit bekannten Impfungen wie denen gegen Masern und Co. Das würde natürlich in einem «Merkblatt», das sich an Kinder richtet, zu weit führen. Also sagt man gar nicht erst etwas dazu.

Das jüngste Merkblatt des Bundes ist ein unsäglicher Teil der allgemeinen Hirnwäsche, nur richtet er sich nun an die Schwächsten der Gesellschaft: Kinder und Jugendliche, die nicht in der Lage sind, Nutzen und Risiken in einem gesunden Verhältnis gegeneinander abzuwägen. Wer das im Comic-Style aufgemachte Merkblatt in die Finger kriegt, empfindet die Impfung als eine reine Banalität, die nur persönliche Vorteile bringt.

Und das ist natürlich auch die Absicht. Finanziert, man muss es noch einmal betonen, von uns allen.

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Stölzle /  Brányik
Autor/in
Stefan Millius

Stefan Millius (*1972) ist Chefredaktor von «Die Ostschweiz».

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