logo

FDP-Kandidat aus dem Appenzell Ausserrhoden

Matthias Tischhauser – Er will «Zubi» aus dem Nationalrat bugsieren

SVP-Nationalrat David Zuberbühler muss um seine Wiederwahl bangen. Unter anderem tritt auch die FDP mit einem Kandidaten an. Unternehmer Matthias Tischhauser sagt im Gespräch, was ihn vom «Bisherigen» unterscheidet. Unter anderem setze er sich für eine weltoffene Schweiz ein.

Marcel Baumgartner am 06. Juni 2023

Matthias Tischhauser, wie tief sitzt bei der FDP der Stachel, dass man es 2015 nicht geschafft hat, den einzigen Nationalratssitz im Kanton zu gewinnen?

Die Vergangenheit kann nicht verändert werden, ich schaue in die Zukunft. Ich trete an, um der Bevölkerung eine Alternative für ihre einzige Vertretung im Nationalrat anzubieten. Eine funktionierende Demokratie lebt davon, dass sich fähige Kandidatinnen und Kandidaten einem Wahlkampf stellen.

Sie treten nun gegen David Zuberbühler von der SVP an. Er sitzt seit knapp acht Jahren in der grossen Kammer. Wie beurteilen Sie seinen Leistungsausweis?

Es liegt nicht an mir, ihm einen Leistungsausweis auszustellen. Klar ist, wir sind in vielen wichtigen Themen völlig anderer Meinung. Als Unternehmer setze ich beispielsweise auf gute Beziehungen zur EU. Oder etwa die Klima-, Umwelt- und Energiepolitik: Hier setze ich auf Lösungen, die nachhaltig auch auf die kommenden Generationen ausgerichtet sind und auch unseren Wirtschafts- und Forschungsstandort stärken. Da unterscheiden wir uns.

Konkret: Was erhalten die Wählerinnen und Wähler durch Sie, was sie aktuell nicht haben?

Der Unterschied liegt in der Sache: Ich trete für das Klimaschutzgesetz ein, David Zuberbühler ist dagegen. Ich war für die Ehe für alle, er wollte am klassischen Familienbild festhalten. Ich bin der Meinung, dass die EU für uns ein wichtiger Partner ist, David Zuberbühler sieht dies anders. Ich kandidiere, weil Appenzell Ausserrhoden für den einzigen Sitz im Nationalrat jemanden in Bern verdient, der die politische Meinungsvielfalt und das gesellschaftliche Spektrum der Menschen im Kanton möglichst breit abdeckt. Meine Ziele sind über die Partei- und Sprachgrenzen hinweg erfolgreich Kompromisse auszuhandeln und Akzente zu setzen. Erfolgreiche Parlamentsarbeit verlangt nach Engagement, Dossier-Kompetenz, Durchsetzungsvermögen und einer guten Vernetzung. Gemeinsam nach Lösungen zu suchen und sie zu finden – darin bin ich stark.

In welchen Bereichen würden Sie als Erstes die Hebel ansetzen?

Es wäre vermessen, zu glauben, alleine den Hebel ansetzen zu können. Aber, ich möchte ein Auslöser sein, Themen anstossen und durch die aktive Arbeit in den Kommissionen und über die Parteigrenzen hinaus mehrheitsfähige Lösungen finden. Thematisch will ich meine bisherige, erfolgreiche politische Arbeit fortsetzen. Ich setze mich für eine nachhaltige Klima-, Umwelt- und Energiepolitik sowie für einen starken Wirtschaftsstandort und sichere Arbeitsplätze ein. Sicherheit in Bezug auf Sozialwerke, Landessicherheit, Gesundheit und Lebenskosten sind mir ein grosses Anliegen. Schliesslich bin ich überzeugt davon, dass eine weltoffene, international vernetzte und solidarische Schweiz die Grundlage dafür ist, all dies zu ermöglichen.

Auch die Mitte stellt eine Kandidatin. Es kommt also zu einem «echten» Wahlkampf. Wie werden Sie Ihren bis zum Herbst gestalten?

Lassen Sie sich überraschen, es dauert immer noch fast 5 Monate bis zum Wahlsonntag.

Die FDP Ausserrhoden ist mit Andrea Caroni bereits im Ständerat vertreten. Seine Wiederwahl ist praktisch gesichert. Das könnte sich für Sie negativ auswirken. Wie argumentieren Sie, dass es zwei Vertreter der gleichen Partei «verträgt»?

Da wir nur einen Sitz haben, ist es de facto eine Majorzwahl, und das sind Persönlichkeitswahlen; bei uns im Kanton noch mehr als anderswo. Die Parteizugehörigkeit ist deshalb zweitrangig. Umso wichtiger ist es, dass der Kanton Appenzell Ausserrhoden durch jemanden vertreten wird, der das Spektrum der Meinungsvielfalt aus der Bevölkerung möglichst breit abdeckt, Allianzen schmieden und mehrheitsfähige Kompromisse ausarbeiten kann.

Es heisst immer wieder, in Bern fehle es an Unternehmerpersönlichkeiten. Dies nicht zuletzt, weil vielen Unternehmerinnen und Unternehmern die Zeit für die Politik fehlt. Sie führen die Firma «Tisca». Wie würde sich ein Nationalratsmandat mit dieser Beschäftigung vereinbaren lassen?

Diese Frage haben wir natürlich in unserem Unternehmen diskutiert, da ich sehr stark operativ ins Tagesgeschäft eingespannt bin. Am Schluss ist es eine Frage der Organisation und da hilft es sehr, dass meine Brüder und ich das Unternehmen gemeinsam führen. Es gibt im Nationalrat viele gute Beispiele dafür, dass es möglich ist, zwei so verantwortungsvollen Aufgaben zu meistern. Mir ist es wichtig, den Draht zu meiner Basis zu halten, um so zu spüren, was die Menschen in unserem Kanton beschäftigt.

Highlights

Trainerin der Frauenequipe des FCSG

«Vertraue auf den Prozess» – Wie Marisa Wunderlin den Frauenfussball auf das nächste Level hebt

am 08. Jul 2024
Personaltag in St.Gallen

Die Macht der Durchmischung: Michèle Mégroz über den Wandel in männerdominierten Branchen

am 09. Jul 2024
Das passiert auf dem Leistungsprüfstab

Mit Vollgas gegen den Lärm: Die St.Galler Kantonspolizei und der Kampf gegen getunte Autos

am 09. Jul 2024
Gastkommentar

Pünktlich zu Beginn des Pride-Months wehte die Pride-Flagge auf dem Vorplatz der PHTG

am 02. Jul 2024
Die Glosse

Waldmeyer und das Ende der Wokeness

am 28. Jun 2024
Acht Trainer waren im Rennen

Der FCSG wird ein bisschen deutscher: So tickt der neue Trainer Enrico Maassen

am 19. Jun 2024
Die Olivenfrau

St.Galler Jungunternehmerin Ana Krnjic: «Ich brauche keine Millionen»

am 19. Jun 2024
Politik mit Tarnkappe

Sie wollen die angebliche Unterwanderung der Gesellschaft in der Ostschweiz verhindern

am 24. Jun 2024
«Reformen jetzt»

«Dicke Post» für Bischof Markus Büchel: Wird die Kirche nun moderner, offener und frauenfreundlicher?

am 08. Jul 2024
Glück im Unglück

Ein Unfall im Alpstein und seine wunderbare Wendung: «Happy End» für Ayla und ihren Besitzer

am 07. Jul 2024
Die Welt aus der Sicht von Reena und Marta

Die Prüfungen rücken näher, und damit die dunkle Zeit der Studierendenschaft

am 10. Jul 2024
Center-Leiterin Fabienne Diez

Die Shopping Arena St.Gallen zieht an einem durchschnittlichen Tag 15 000 Besuchende an

am 12. Jul 2024
Referent am Ostschweizer Personaltag 2024

Zwischen Angst und Realität: Sind ältere Arbeitnehmer in der Ostschweiz wirklich benachteiligt?

am 19. Jul 2024
Gastkommentar

Kein Asyl- und Bleiberecht für Kriminelle: Null-Toleranz-Strategie zur Sicherheit der Schweiz

am 18. Jul 2024
Was erwartet die Frauen?

Nach der EM ist vor der Saison: Die erste Frauenequipe des FCSG im Aufwind

am 17. Jul 2024
Gastkommentar

Grenze schützen – illegale Migration verhindern

am 17. Jul 2024
Personaltag in St.Gallen

St.Gallerin Anastasia Lorena Kurer ist eine der Generation Z: «Vorurteile gegenüber der Jugend zu haben, ist nichts Neues»

am 16. Jul 2024
Präsident des Unterstützervereins

«Der persönliche Draht ist uns wichtig» – Felix Müller über den Pioneers Club 1879

am 15. Jul 2024
Inspiration-Day Ost

Stolpersteine, Stalker und Sexismus von KI: Sibylle Peuker erzählt in St.Gallen, weshalb der Mensch nicht ausser Acht gelassen werden darf

am 15. Jul 2024
Stölzle /  Brányik
Autor/in
Marcel Baumgartner

Marcel Baumgartner (*1979) ist Chefredaktor von «Die Ostschweiz».

Hier klicken, um die Mobile App von «Die Ostschweiz» zu installieren.