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Marcel Dobler (FDP) und Roland Rino Büchel (SVP)

Nationalräte ergreifen Offensive für das Duo Tinner/Götte

SVP und FDP gehen getrennt in die zweite Runde der St.Galler Regierungswahlen. SIe wollen in erster Linie ihren jeweiligen Kandidaten ins Amt bringen. Die Nationalräte Marcel Dobler (FDP) und Roland Rino Büchel (SVP) wollen das nicht so stehen lassen: Sie setzen sich für ein bürgerliches Duo ein.

Stefan Millius am 03. April 2020

Dass die Schnittmenge zwischen FDP und SVP grösser ist als die der beiden Parteien zur SP, ist unstrittig und bekannt. Dass im bürgerlichen Lager am 19. April viele Wähler auf die Wahl von Beat Tinner (FDP) und Michael Götte (SVP) hoffen, ebenfalls. Sie erachten es als historische Chance, der SP den zweiten Sitz abzujagen.

Zumindest hinter den Kulissen dürfte diese Hoffnung auch in den Parteiführungen mitschwingen. Ein Bekenntnis dazu wollen aber FDP und SVP nicht ablegen. Obschon zwei Sitze frei sind, konzentrieren sie sich allein auf einen. Und geben sich ganz so, als wäre es ihnen egal, wer den anderen Sitz holt.

Das eröffnet auch Spielraum für Verwirrung. Dann beispielsweise, wenn die FDP-Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher öffentlich SP-Kandidatin Laura Bucher unterstützt. Informationen aus zuverlässiger Quelle zufolge hatte sich die FDP-Parteileitung in den Gesprächen mit ihr dezidiert dagegen ausgesprochen, dass sie das tut - ohne Erfolg. Doch da die FDP den SVP-Kandidaten nicht offiziell unterstützt, kann sie es schlecht kritisieren, wenn sich ein Parteimitglied jetzt anders verhält.

DIe Nationalräte Marcel Dobler (FDP) und Roland Rino Büchel (SVP) stehen nun sichtbar dazu, dass sie die SP auf einen Sitz in der Regierung reduzieren wollen. Seit kurzem kursiert in den sozialen Medien ein entsprechender Aufruf der beiden. Dieser hat durchaus Gewicht: Dobler ist von Amtes wegen Mitglied der FDP-Parteileitung, Büchel sitzt im Vorstand der Kantonalpartei. Dobler argumentiert auf Facebook inhaltlich. «Zeiten wie diese zeigen, wir brauchen praxiserprobte und kompetente Personen in der Regierung», schreibt er dort.

Neu ist der Doppelauftritt Tinner/Götte indes nicht. Mehrere wirtschaftsnahe Verbände haben die Wahlparole zugunsten der beiden herausgegeben und publizieren auch entsprechende Inserate. Neu ist aber der Schulterschluss zweier Aushängeschilder von FDP und SVP für den 19. April. Innerhalb der SVP wird dieser kaum viel zu reden geben. Anders bei der FDP: Dort unterstützen nun zwei Mitglieder des Nationalrats zwei unterschiedliche Regierungskandidaturen.

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Stölzle /  Brányik
Autor/in
Stefan Millius

Stefan Millius (*1972) ist Chefredaktor von «Die Ostschweiz».

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