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Knowhow-Vermittlung in der obersten Führungsebene

Regelmässige Weiterbildung im Feuerwehrwesen ist von immenser Bedeutung

Entsprechend setzen sich auch die Kommandanten der beiden Appenzeller Kantone jährlich mit verschiedenen Themen auseinander.

Nathalie Schoch am 06. August 2023

Seit im Juni 2009 die Konzeption «Feuerwehr 2015» verabschiedet wurde, sind schon mehr als zehn Jahre vergangen. Viel ist seither geschehen: Klimaveränderung, Pandemie, Digitalisierung, neue Familienmodelle. Deswegen hat die Feuerwehr-Koordination Schweiz FKS die «Feuerwehr-Konzeption 2030» entwickelt.

Sie zeigt auf, wie sich das Feuerwehrwesen in der Schweiz in den nächsten Jahren entwickeln soll, damit die Bevölkerung auch in einem herausfordernden Umfeld auf die Dienste der Feuerwehr zählen kann – zu jeder Zeit an jedem Ort und auf hohem Niveau. So setzten sich im diesjährigen Weiterbildungskurs die 18 Feuerwehr-Kommandantinnen und -Kommandanten der Kantone AR/AI inklusive ihrer Stellvertretungen intensiv mit den zehn Grundsätzen auseinander und analysierten, wie sich diese in ihren regionalen Feuerwehren umsetzen lassen und welche Objekte in ihrem Einsatzgebiet hohen Risiken ausgesetzt sind. Auch entsprechende Lösungen wurden gemeinsam erarbeitet.

Das Entrauchen von Innenräumen

Der jährliche Weiterbildungskurs von 1 bis 2 Tagen ist für alle Kommandantinnen und Kommandanten obligatorisch, um ihr Know-how zu aktualisieren und zu vertiefen. Er fand im Ausbildungszentrum Bächli in Teufen statt. Neben der Konzeption 2030 standen viele praktische Übungsfelder auf dem Plan. So unter anderem das Thema Lüfter, wo es darum geht, den Rauch aus geschlossenen Räumen hinauszuführen. Am theoretischen Modell wurden Entrauchungskonzepte analysiert, mit Instruktor Kurt Frischknecht (Stützpunktfeuerwehr Herisau) und Stefan Looser (REGIWEHR Heiden-Grub-Eggersriet-Wolfhalden) diskutiert und im Anschluss in einem leer stehenden Gebäude geübt. Innert Kürze mussten die Kommandanten die Grundrisspläne sichten und über die entsprechende Entrauchungsstrategie entscheiden. Ob Abluft, Zuluft oder Überdruck: Hier entscheiden Sekunden, damit die Angriffsflächen rasch eliminiert und gröbere Folgeschäden verhindert werden können.

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Die Rettung aus Gewässern

Neu im Ausbildungsprogramm ist die Übungssequenz «Rettung aus Gewässern». Für die Bergung der Menschen im Wasser ist die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG verantwortlich, jedoch stellen die Feuerwehrleute die Absicherung zum Gewässer sicher. Gerade bei Einsätzen im Fliessgewässer ist es wichtig, immer einen Schritt vorauszudenken und ein mögliches Fehlschlagen des Einsatzplanes einzuberechnen. Das bewahrt die Rettungskräfte vor unvorhergesehenen Notsituationen. Das Team der SLRG Region Ost zeigte sich im Anschluss an die Übung zufrieden mit den Kommandanten: Die Abgangshilfe sei top vorbereitet gewesen und die Schwimmer/innen wurden auf Anhieb aus dem Wasser gezogen. «Diese Übungen sind essenziell, damit das Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen im Rettungseinsatz einwandfrei funktioniert», sagt Walter Hasenfratz, Feuerwehrinspektor der Kantone AR/AI.

Das Löschen eines Fahrzeugbrandes

Ein weiterer Programmpunkt war der Fahrzeugbrand und seine Tücken, insbesondere der Brand eines Elektroautos. Die Herausforderung dabei ist: wohin mit dem kontaminierten Wasser? Wiederum in der Theorie analysiert, wie man den Fahrzeugtyp und die Gefahren rasch erkennt, ging es an die praktische Übung an der Steinerstrasse in Teufen: Verkehrssicherung, Rettung des Fahrers, das Löschen des Fahrzeugs sowie die Ableitung und das Auffangen des Löschwassers mithilfe von Tauchpumpe und anderen Hilfsmitteln. An der viel befahrenen Verkehrsachse waren die Teilnehmenden gefordert, genauso hinsichtlich des Abtransportes des Löschwassers. Zur Übung wurde das Auto aber nicht in Brand gesetzt, folglich gab es auch kein kontaminiertes Wasser. Die Instruktoren Markus Speck und Philipp Neff von der Stützpunktfeuerwehr Appenzell machten aber deutlich, wie wichtig die richtige Entsorgung des Löschwassers für die Umwelt sei. Letztlich geht es bei den Weiterbildungskursen der Kommandantinnen und Kommandanten nicht darum, praktisch im Einsatz zu stehen, sondern vielmehr um ihre Kompetenz rund um die Ausbildung der Einsatzkräfte, die Einsatztechniken, Strategien und die übergeordneten Ziele der Feuerwehren, allen voran die Sicherheit der Bevölkerung.

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Autor/in
Nathalie Schoch

Nathalie Schoch ist freischaffende Journalistin und Mitinhaberin von Merkur Kommunikation. Sie lebt und arbeitet in Teufen.

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