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Thomas Brandon Kovacs

So tickt der «Sparkojote»

Sein Name: «Thomas, der Sparkojote». Sein Ziel: 2'000'000 Franken auf dem Bankkonto zu haben. Mit gerade einmal 24 Jahren ist Thomas Brandon Kovacs, wie der «Sparkojote» mit richtigem Namen heisst, bereits Millionär. Wie er das geschafft hat, verrät er uns im Interview.

Manuela Bruhin am 07. April 2021

Thomas Brandon Kovacs investiert sein Geld seit seinem 18. Lebensjahr an der Börse. Die ganze Reise teilt er öffentlich auf dem Blog «sparkojote.ch» und dem gleichnamigen YouTube Kanal. Mittlerweile gehören diese zum grössten Personal Finance Blog und YouTube Kanal der Schweiz.

Du wohnst in Zürich, und wir Schweizer sind ja eigentlich dafür bekannt, bloss nicht über unseren Lohn oder Finanzen zu sprechen. Du bist da ganz anders. Für das Jahr 2021 willst du ein Nettovermögen von 2'000'000 Franken haben – für viele eine unvorstellbare Summe. Du bist erst 24 Jahre alt! Wie schaffst du solche Zahlen?

Bereits in jungen Jahren hatte ich das Glück, eher unternehmerische Tendenzen zu zeigen. Ich hatte immer spannende Ideen, die ich sofort umsetzen wollte. Auch, wenn andere diese für komisch befunden haben. Als Teenager habe ich zum Beispiel oft «World of Warcraft» gespielt. Mit der Zeit merkte ich, dass man die infame Währung Gold für echtes Geld verkaufen kann. Nach einiger Recherche habe ich zudem herausgefunden, dass man mit sogenannten Bots (automatisierten Skripts) Gold sammeln kann. Dieses verkaufte ich dann an chinesische Reseller im Internet. Damals ein tolles Taschengeld.

Und heute?

Da widme ich mich meinen eigenen Unternehmungen. Zum einen ein eigener Online-Shop, der sich auf Trading Card wie Pokémon und Yu-Gi-Oh! spezialisiert hat. Dieser gehört mittlerweile zu den grössten seiner Sparte in der Schweiz. Zum anderen habe ich eine Medien Firma gegründet, die sich auf Social Media spezialisiert hat – in diesem Fall YouTube, Instagram und Co. Andere Beteiligungen mit Geschäftspartner und Unternehmen, die ich mitgegründet habe, gehören ebenfalls in mein Portfolio.

Bereits in ganz jungen Jahren hast du dir damit ein Vermögen von mehr als 1’000’000 Franken angesammelt. Nun wollen wir natürlich alle dein Geheimnis dahinter wissen.

Als Geheimnis kann man es wohl nicht nennen, ich berichte relativ transparent darüber. Ich verdiene mein Geld im Internet als YouTuber und Blogger, der eine Medienfirma führt und als Ecommerce Unternehmer, der einen Online-Shop im Trading Card Game Bereich für Pokémon & Yu-Gi-Oh! leitet. Für mich sind seit Jahren 70 bis 80 Stunden-Wochen normal, aber das Arbeiten macht mir riesen Spass. Ich muss mir sogar gelegentlich als Ziel nehmen, auch einmal frei zu nehmen, da ich ansonsten zu viel arbeite. Auch das ist nicht immer ganz gut. Etwas Balance schadet nie.

Sparkojote

Du führst einen Blog, investierst an der Börse, gibst finanzielle Tipps und Ratschläge. Du hast eine Informatik-Ausbildung gemacht. Viele Menschen arbeiten ein Leben lang hart für ihren Lohn, mit dem sie aber kaum über die Runden kommen. Was machen sie falsch?

Ich versuche vor allem, die Basics des langfristigen Vermögensaufbaus zu vermitteln. So habe ich bereits in der Lehre versucht, Geld zu sparen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – alles andere sind oft Ausreden. Ich musste damals bereits während der Lehre jeden Monat Geld zu Hause abgeben. Rückwirkend war das eine gute Erfahrung. Jeder arbeitet in dem, was er macht, hart, davon bin ich persönlich überzeugt! Allerdings sind wir häufig betriebsblind. Wir geben oft für Dinge Geld aus, die wir teilweise nicht wirklich brauchen. Sei es das Netflix-Abo, welches seit Jahren läuft, man aber nur ein- oder zweimal im Monat für eine Stunde reinschaut.

Man sollte sich also einen Überblick verschaffen.

Genau. Man sollte genau wissen, wohin das Geld monatlich fliesst. Kann man diese einfache Frage nicht beantworten, so weiss man, wo der Fehler ist. Am besten notiert man für zwei, drei Monate alle Ausgaben und errechnet sich so einen Monatsschnitt der Ausgaben. Nun kann man sehr leicht erkennen, wo Einsparpotenzial erfolgen könnte.

Du lebst den Minimalismus. Das heisst, du brauchst nur wenige Dinge, um glücklich zu sein. Auf der anderen Seite hast du einen Haufen Geld. Da dürfte sich nun die Frage stellen, für was du das denn überhaupt ausgibst?

Minimalismus wird leider oft falsch verstanden. Beim Minimalismus geht es nicht direkt immer um «wenig». Viel mehr steht im Fokus, was einem wichtig ist. Alles andere wird versucht, wenn möglich drastisch zu reduzieren oder zu kürzen. Legt man wenig Wert auf Kleider, so gibt man eben kein oder nur wenig Geld für Kleider aus. Legt man viel Wert auf gesunde und frische Ernährung, so kauft man halt eben öfters und frisch ein – auch wenn es erstmal teurer ist.

Was ist es bei dir?

Ich gebe gern Geld für Pokémon und Yu-Gi-Oh! Karten aus, oder auch für Tech-Gadgets. Das macht mir Spass und Freude. Am allerliebsten gebe ich Geld für Familie und Freunde aus. Dass kann in Form von Essen sein, ein Ausflug oder auch etwas Triviales, wie beispielsweise eine neue Computer-Maus für meine Eltern.

Du bist bekannt aus vielen Medien, sogar internationalen. Auf der einen Seite bist du sehr erwachsen, auf der anderen Seite kommt auch das Kindliche mit dem Online-Shop von Trading Cards wie Pokémon und Yu-Gi-Oh! nicht zu kurz. Irgendwie eine sehr aussergewöhnliche Kombination, oder?

Irgendjemand hat mal gesagt: «Man träumt nicht mehr so schön, wenn man erwachsen ist.» - Darum bin ich Kind geblieben. Ich glaube, es ist ein schmaler Grad zwischen «Erwachsen-Sein» und «Kind bleiben» - eigentlich ist es dasselbe. Es sind einfach verschiedene Eigenschaften, die wir einem Kind oder einem Erwachsenen zuordnen. Ich behalte mir vor, unabhängig von diesen idealistischen Vorstellungen meine Eigenschaften für mein Leben selbst rauszusuchen.

In diversen Büchern heisst es ja, vom Lohn alleine wird man nicht reich. Das Geld sollte für einen arbeiten. Nehmen wir an, wir haben einen Batzen Geld, den wir angespart haben. Wie schaffen wir es, dass sich das Geld vermehrt?

Grundsätzlich stimmt das. Alleine die Inflation würde das meiste Geld auf dem Sparkonto wegreissen. Denn Zinsen haben wir heutzutage nicht mehr, ab höheren Beträgen zahlen wir sogar Negativ-Zinsen. Zuerst sollte man einen Notgroschen aufbauen, bevor man ans Investieren denkt. Dieser sollte mindestens drei Monate an Lebenskosten decken, besser sogar noch sechs Monate.

Und dann?

Nachdem man diesen Notgroschen aufgebaut hat, kann man versuchen, die ersten Investments zu tätigen. Ich bin grosser Fan von «Learning by Doing». Ich habe mit 18 begonnen und rückblickend viele Fehler gemacht – aber nur mit kleinen Beträgen. Diese Fehler muss ich heute mit höheren Beträgen nicht mehr machen. Insgesamt ist das Investieren ein Lernprozess, ähnlich, wie man eine Sprache lernt. Es ist selten ein Meister vom Himmel gefallen, die Lernkurve endet eben nicht nach der Schule, dem Studium, sondern ist etwas, was sich durch das ganze Leben zieht.

Du hast auf deiner Homepage bereits einige Ziele für die Zukunft definiert. Was ist das Wichtigste für dich?

Die letzten zwölf Monate haben mir gezeigt, dass Gesundheit das Allerwichtigste ist. Egal ob von Familie, Freunden oder Fremden. Deshalb bin ich dankbar dafür, dass es meinem Umfeld und meiner Familie soweit gut geht. Auch wenn es in den letzten zwölf Monaten Höhen und Tiefen gegeben hat. Kein Geld der Welt nützt etwas, wenn die Gesundheit nicht mitspielt.

Sparkojote
Stölzle /  Brányik
Autor/in
Manuela Bruhin

Manuela Bruhin (*1984) aus Waldkirch ist Redaktorin von «Die Ostschweiz».

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