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Schleppendes Crowdfunding

Traum vom Zirkus: Es sieht schlecht aus für Beat Breu

Die St.Galler Radsportlegende Beat Breu würde gerne Zirkusdirektor werden. Dafür braucht er im Idealfall 150'000 Franken. Die sollen via Crowdfunding reinkommen. In den ersten drei Wochen ergab die Sammelaktion aber keine 3000 Franken.

Stefan Millius am 20. Mai 2019

«Zyt isch do ! Im Juli 2019 möchten wir Premiere feiern von meinem Circus Beat Breu»: Das schreibt der ehemalige Bergfloh, der mit grandiosen Siegen und sehr viel Getöse neben der Rennstrecke über Jahre hinweg für Unterhaltung sorgte.

Ein Jahr lang hat Beat Breu beim Circus Royal zusammen mit seiner Frau ein Café betrieben. Rund um den Royal kam es aber zu Querelen und finanziellen Problemen, und der Ex-Sportler warf hin. Schon damals sagte er gegenüber dem «Blick», er habe Freude am fahrenden Leben gefunden und hätte am liebsten einen eigenen Zirkus.

Breu wäre nicht Breu, wenn er danach nicht gleich losgelegt hätte. Und nachdem er bereits einmal ein Erotik-Etablissement betrieb hat: Warum kein Zirkus? Allerdings ging er etwas ambitioniert zur Sache: Er sprach davon, dass er bereits im Juli 2019 loslassen will - mit einer Premiere.

Geboten werden solle traditioneller Zirkus, vorgesehen sind aber auch «junge und junggebliebene Musiker, Sänger, Künstler aus der jeweiligen Region sowie Schulen und Circusschulen für circusbegeisterte Kinder», wie es weiter heisst.

Die Grundlage dafür: Geld. Damit will Breu das Zelt und die Wagen anschaffen, alles gebraucht. Ab 50'000 Finanzierungsschwelle sei es möglich, das Minimum zu erwerben, das nötig ist; wird das eigentliche Ziel von 150'000 erreicht, könne er «neuere und mehr Materialien» kaufen.

Seine Spender sucht Breu auf der Crowdfundingseite «Lokalhelden.ch», die von Raiffeisen betrieben wird. Partner im konkreten Fall die Raiffeisenbank Diepoldsau-Schmitter.

Aber wenn die Aktion gelingen soll, muss ein kleines Wunder geschehen. Begonnen hat die Sammlung am 25. April, laufen tut sie bis zum 28. Juni. Und mit Stand vom 20. Mai vormittags sind gerade mal 2900 Franken reingekommen. Das sind knapp 6 Prozent der benötigten Minimalfinanzierung und weit entfernt vom eigentlichen Finanzierungsziel.

Doch selbst wenn es mit dem Geld klappen würde, sind die Pläne sportlich. Ende Juni läuft das Crowdfunding aus, und dann müssten innerhalb kürzester Zeit Zelt und Wagen angeschafft werden, um bereits im Juli Premiere zu feiern.

Aber Beat Breu ist ja auch Sportler.

Hier kann man übrigens sehen, wie der künftige Zirkusdirektor sein Projekt bewirbt - im Hochformat.

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Stefan Millius

Stefan Millius (*1972) ist Chefredaktor von «Die Ostschweiz».

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