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Botschaft liegt vor

Zweiter Campus für Universität

Die Universität St.Gallen soll bis zum Jahr 2027 mit einem Campus in der Nähe der Altstadt erweitert werden. Nun liegen nähere Informationen zum Projekt vor.

Die Ostschweiz am 27. August 2018

Die St.Galler Regierung hat die Botschaft über die Erstellung des Campus Platztor für die Universität St.Gallen (HSG) verabschiedet und beantragt dem Kantonsrat einen Kreditbedarf von 160 Millionen Franken. Mit dem zweiten Standort erhält die HSG den dringend benötigten Raum für Lehre und Forschung. «Gleichzeitig entsteht ein neues Stück Stadt St.Gallen», schreibt die Regierung in ihrer Mitteilung.

Auf dem Areal Platztor am Unteren Graben in der Stadt St.Gallen soll ein neuer Standort für die Lehre und Forschung der Universität St.Gallen entstehen. Auch das Vollzeit-MBA-Programm der Weiterbildung wird im Neubau untergebracht. Rund 3'000 Studierende sowie Dozierende und Mitarbeitende sollen künftig im Neubau ein- und ausgehen. Der Kantonsrat berät das Bauvorhaben in erster Lesung im November 2018 und in zweiter Lesung im Februar 2019. Stimmt das Parlament zu, entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Juni 2019 über das Bauprojekt.

Ein neues Stück Stadt schaffen

«Der Neubau wertet das Gebiet am Rand der Altstadt städtebaulich auf», heisst es weiter. Gleichzeitig rücken die HSG und die Stadt mit dem zweiten Standort näher zusammen. Der Aussenraum des Neubaus wird öffentlich zugänglich sein. Ein Platz entlang des Unteren Grabens soll Ankunfts- und Aufenthaltsort sein und die Altstadt mit dem neuen Stück Stadt verbinden. Um das Platztor optimal anzubinden, sollen die Unterführung vergrössert und zusätzliche Fuss- und Veloübergänge erstellt werden. Für eine direkte Fusswegverbindung zwischen den Standorten soll eine wesentliche Lücke im Treppensystem geschlossen werden. Wie das Gebäude dannzumal aussehen wird, zeigt der Architekturwettbewerb. Dieser erfolgt nach der Volksabstimmung. Der Baubeginn ist für das Jahr 2024 geplant, die Fertigstellung auf Ende 2027.

Bund, HSG und Stadt beteiligen sich

Die Gesamtkosten für den Campus Platztor betragen 207 Millionen Franken. Darin enthalten ist ein voraussichtlicher Bundesbeitrag von 25 Millionen Franken. Die Universität St.Gallen beteiligt sich mit 20 Millionen Franken an den Gesamtkosten. Im Rahmen des Grundstückverkaufs am Platztor leistet die Stadt St.Gallen einen Standortbeitrag von 2 Millionen Franken. Für den Kanton resultiert somit ein Kreditbedarf von 160 Millionen Franken.

Drei Projekte für die HSG

Zusätzlich zum Bau des neuen Campus am Platztor wird das Bibliotheksgebäude am Rosenberg aus dem Jahr 1989 saniert. Da der neue Campus vor allem für Lehre und Forschung genutzt wird, fehlen der Universität St.Gallen weiterhin Lern- und Arbeitsplätze. Die HSG Stiftung wird darum am Standort Rosenberg ein Learning Center erstellen. Mit den 500 bis 700 Lern- und Arbeitsplätzen im Learning Center kann der Raumbedarf der HSG nach einer grösseren Lernumgebung erfüllt werden.

«Bedarf ist unbestritten»

Die Universität St.Gallen benötigt dringend mehr Raum. Der heutige Standort am Rosenberg ist für rund 5'000 Studierende ausgelegt, das Bibliotheksgebäude auf 3'500 Studierende. Heute sind rund 8'500 Studierende an der HSG immatrikuliert. Darüber hinaus laufen die Baubewilligungen für die Provisorien in den kommenden Jahren aus. Die drei Projekte stärken die HSG und den Bildungsstandort Ostschweiz, da andere Kantone in den kommenden Jahren ebenfalls hohe Investitionen in ihre Universitätsinfrastruktur tätigen.

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Laveba 03/2022

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Die Ostschweiz

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