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Corona-Splitter (10)

Prominenz macht fehleranfällig

Intelligente Leute machen oft einen banalen Fehler: Sie ersetzen schwierige Fragen durch einfache – und erhalten so die falschen Antworten.

Rainer Fischbacher am 14. April 2021

Nobelpreisträger Daniel Kahnemann zitiert in seinem Buch «langsames Denken – schnelles Denken» auch eine weitere spannende Untersuchung (im Pantheon-Verlag, SSeite 269ff, für all jene, die das Buch besitzen). Prominente Experten verlassen sich stärker auf ihr Wissen als ihre weniger prominenten Kollegen, neigen dadurch zu wenig Selbstkritik und zu schwereren Irrtümern. Dadurch sind sie schwerer von einem eigenen Irrtum zu überzeugen. (Mit liebem Gruss an die Taskforce, an Prof. Drosten und wie die wissenschaftliche Prominenz noch heissen mag.)

Ein weiterer Fehler intelligenter Entscheidungsträger (ich unterstelle unserer Regierung, dass sie intelligent ist) ist es, schwierige Fragen durch ähnlich klingende einfach zu beantwortende und am besten rhetorische Fragen zu ersetzen.

Ein Beispiel für eine schwierige Frage: Corona wird zu einer grossen Belastung des Gesundheitswesens und zahlreiche Todesopfer fordern . Was können wir tun?

Ein Beispiel für eine einfache und rhetorische Frage : Wie könnte jemand bestreiten, dass zur Errettung vom Menschen sämtliche Opfer gebracht werden müssen?

Elegant wird so ausgeblendet, dass es auch andere Opfer gibt, die leiden, und sogar Opfer, die es nur wegen der Coronamassnahmen gibt, und die richtige Antwort steht bereits fest, bevor andere Argumente beleuchtet werden können.

Stölzle /  Brányik
Autor/in
Rainer Fischbacher

Rainer Fischbacher ist Arzt in Herisau und ehemaliger Ausserrhoder Kantonsarzt.

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